Seniorengerechtes Einkaufen unter der Lupe

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Zum Thema seniorengerechtes Einkaufen regte der Vorsitzende des Gewerbevereins Dietmar Bliewernitz (rechts) eine rege Diskussion im Seniorenbeirat an. ▪

KIERSPE ▪ Neben den Mitgliedern des Seniorenbeirats begrüßte seine Vorsitzende Helga Stahl am Mittwochnachmittag im Bürgerzentrum des Rathauses auch den Vorsitzenden des Gewerbevereins Dietmar Bliewernitz. In einem kurzen Vortrag stellte Bliewernitz das neue Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ vor.

„Die Initiative des Bundesfamilienministeriums und des Hauptverbandes Deutscher Einzelhandel (HDE) zeichnet die Geschäfte aus, bei denen der Einkauf für Menschen aller Altersgruppen, Familien und Singles, für Menschen mit Handicap komfortabel, angenehm und barrierearm ist“, führte der Gewerbevereinsvorsitzende aus. Im Zeichen des demografischen Wandels mit seinem rasanten Anstieg älterer Menschen reagiere die Initiative damit auf veränderte Ansprüche der Verbraucher und schaffe auch den Einzelhändlern Wettbewerbsvorteile, die das Qualitätszeichen nach Prüfung durch eine neutrale Bewertungsstelle erhielten.

Anschließend lud er zu einer Diskussion über die Situation des Kiersper Einzelhandels und Anregungen zu einer positiven Entwicklung ein. Einig waren sich viele Mitglieder, dass ortsansässige Geschäfte mit fachgerechter Beratung und Qualität punkten könnten. Gute Serviceleistungen wögen für viele, gerade ältere Kunden, etwas höhere Preise auf. „Wir kennen nicht nur die meisten unserer Kunden mit Namen, viele Kollegen helfen auch beim Tragen, machen Hausbesuche oder lassen sich auf Ratenzahlungen ein“, zählte Bliewernitz weitere Vorzüge von Handel und Handwerk vor Ort auf. Als Anregung nahm er den Hinweis auf, dass diese Serviceleistungen offensiver beworben werden sollten. Ein weiterer Vorschlag aus der Runde der Mitglieder betraf Kooperationen von Einzelhändlern untereinander oder den Zusammenschluss zu einer Imagewerbekampagne, die für den Einzelnen zu teuer sei. Auch ein Hol- und Bringedienst für Lebensmittel und andere Waren, speziell für ältere oder Bürger mit Handicap wurde angeregt.

Ganz praktisch griffen die Seniorenbeiratsmitglieder anschließend die Umfrageergebnisse der Verbraucherzentrale für einen seniorengerechten Einkauf auf. Auf Handzetteln möchten sie dazu Anregungen an Kiersper Supermärkte verteilen. Hilfreich könnten zum Beispiel Vergrößerungsgläser an Regalen, Einkaufswagen mit integrierter Sitzmöglichkeit, Preisschilder in Großschrift, rutschfeste Bodenbeläge, breite Parklücken oder maximal 1,70 Meter hohe Regale sein. Neben den Vorteilen für ältere Kunden, könnten all diese Ideen dazu beitragen, dass auch Lebensmittelgeschäfte vor Ort dem Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ ein Stück näher kämen.

Nach den einstimmig angenommenen Ergänzungen zur Geschäftsordnung durch den Beirat, wurde Helga Stahl bei den nachfolgenden Wahlen – ebenfalls einstimmig – in ihrem Amt als Vorsitzende des Seniorenbeirats bestätigt. Mit Dolores Baumgarth-Meyer und Ilse Peveling gibt es ab sofort zwei interessierte neue Mitglieder aus den Reihen der CDU. ▪ msh

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