Seniorenbeirat: Wenig Vertrauen in Technik 

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Bankberatung im Eiscafé: Der Seniorenbeirat verlegte sein Treffen diesmal ins „La Muh“. Der Hintergrund war auch die Nähe zur Sparkassen-Geschäftsstelle.

Kierspe - Normalerweise tagt der Seniorenbeirat im Ratssaal, jetzt trafen sich die Mitglieder dieses Gremiums aber im Eiscafé „La Muh“ in Kierspe-Dorf, schräg gegenüber vom Netto-Markt und Sparkassen-Geschäftsstelle – aus besonderem Grund.

Denn in der neuen Geschäftsstelle gibt es für die Kiersper auch zusätzliche Angebote. Diese vorzustellen, war das Anliegen der Sparkassen-Mitarbeiter Arnd Clever und Sina Werkshage. Die Mitglieder des Beirates wollten zudem die Nutzbarkeit der Geschäftsstelle für Senioren überprüfen.

Eis, Kaffee und Bankinformationen

Im „La Muh“ hatte Clever deshalb Leinwand und Beamer aufgebaut. Während die Mitglieder des Seniorenbeirates Eis löffelten und Kaffee tranken, erläuterte der Marketingleiter der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen die Möglichkeiten der Geschäftsstellennutzung für Senioren und gehbehinderte Menschen. So gebe es das „Bargeld-Taxi“, bei dem Sparkassen-Mitarbeiter den Kunden das Geld gegen eine Gebühr ins Haus bringen.

Rollstuhlfahrer haben Probleme an Automaten

Weil die Wege zu den Geschäftsstellen in Kierspe aber recht kurz seien, suchten die meisten Senioren weiterhin selbst das Geldinstitut auf, so Clever. Dies taten – geführt –auch die Seniorenbeirats-Mitglieder. Während nämlich ein Teil Informationen zum Online-Banking erhielt, besichtigten die anderen Mitglieder die neue Geschäftsstelle, die auch mit einem rollstuhlgerechten Geldautomaten wirbt. Der Automat im Freien sei für sie aber nicht zu erreichen, stellte Doris Fittig, die einzige Rollstuhlfahrerin der Gruppe, fest. Ein Test am Geldautomaten in der Geschäftsstelle ergab, dass auch der vom Rollstuhl aus nur mit Mühe zu bedienen ist.

Einweisung in Terminalbenutzung

Neu war für einige Senioren der Überweisungsterminal, durch dessen Benutzung Buchungszeiten verkürzt werden können, gewissermaßen die Offline-Alternative zum Online-Banking.

Online-Banking eine Altersfrage?

Beim Thema Online-Banking zeigte sich, dass die Vertrautheit mit dem Internet und seine Akzeptanz auch eine Altersfrage zu sein scheint. Vor allem die älteren Mitglieder des Seniorenbeirates standen der digitalen Welt reserviert gegenüber. Längst nicht jeder hatte schon einmal online eingekauft, selbst den seit Jahrzehnten etablierten Geldautomaten misstrauten einige. Sie setzen weiter auf Bankmitarbeiter, die ihnen ihr Bargeld persönlich am Schalter aushändigen, statt auf die Automaten im Foyer.

"Horrorvorstellung" ohne Bargeld zu leben

Die Entwicklung gehe jedoch in die entgegengesetzte Richtung, versuchte Clever am Beispiel Dänemarks zu verdeutlichen. Dort soll langfristig nur noch mit Kreditkarte oder Handy, also digital, bezahlt und das Bargeld komplett abgeschafft werden. Für einige seiner Zuhörer war das eine Horrorvorstellung.

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