Rettungspunkte auch in Kierspe gewünscht

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Die Idee zu einem Rettungspunktesystem kam aus dem Seniorenbeirat, für den Manuela Lellwitz einen symbolischen Rettungspunkt ins Bild hält. Unterstützung erhält der Beirat von SPD (vertreten durch Christian Reppel, links) und UWG (Clemens Wieland), die einen entsprechenden Antrag formuliert haben.

Kierspe - Hänsel und Gretel verirrten sich im Wald – geht es nach dem Seniorenbeirat, SPD und UWG, dann soll das zukünftig im Kiersper Wald nicht mehr möglich sein.

UWG und SPD möchten gerne ein Rettungspunkte-System im Kiersper Wald installieren lassen, damit Menschen, die sich verletzt oder verlaufen haben, schnellstmöglich gefunden werden können – und stellen in der nächsten Ratssitzung einen entsprechenden Antrag. Ein solches System gibt es bereits im Volmetal. Und dort hat es bereits seine Berechtigung unter Beweis gestellt. 

Als im März des vergangenen Jahres eine Schalksmühlerin bei einem Waldspaziergang einen 17-Jährigen fand, der sich bei einem Fahrradunfall verletzt hatte, konnte sie die Nummer des Rettungspunktes durchgeben, der sich in der Nähe befand. Da die Koordinaten der Rettungspunkte bei der Leiststelle hinterlegt sind, konnten Feuerwehr und Rettungsdienst ohne Probleme zu dem Verletzten gelangen. Und da auch für die Leitstelle klar ersichtlich ist, in der Nähe welches Rettungspunktes ein Hubschrauber landen kann, konnte der verletzte Jugendliche ausgeflogen und in kurzer Zeit in ein Krankenhaus gebracht werden. 

So soll das auch in Kierspe bald möglich sein, wenn der Antrag von SPD und UWG Gehör findet. In der Begründung des Antrags heißt es: „Diese Punkte sind in Notfällen Treffpunkte für Betroffene und Hilfeleistende, wenn zum Beispiel ärztliche Unterstützung oder die Feuerwehr angefordert werden müssen. Diese werden über entsprechende GPS-Daten, hinterlegt bei der Kreisleitstelle, direkt zur angegebenen Stelle geführt. Dabei geht es darum, die Sicherheit bei Arbeits- (Forstbetriebe) und Erholungsunfällen (Wanderer, Waldbesucher und Sportler) zu verbessern, bei einer Vermisstensuche erfolgreicher operieren zu können sowie die Waldbrandbekämpfung zu optimieren.“ 

Die Antragsteller schlagen vor, zu prüfen, ob es für ein solches Projekt Fördermittel vom Land, dem Landesbetrieb Wald und Holz, dem „Naturpark Sauerland Rothaargebirge“, dem Leader-Programm oder der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft gibt.

Im Siegerland, hier in Kreuztal, sind alle Ruhebänke mit Ziffern versehen, hinter denen sich die Rettungspunkte verbergen.

Angeregt wurde ein Notfallpunkt-System bereits 2006 durch die Björn-Steiger-Stiftung. Dort wird allerdings die Kennzeichnung von Ruhebänken empfohlen. Ein solches System wird beispielsweise in Teilen des Kreises Siegen-Wittgenstein genutzt. Das hält Manuela Lellwitz vom Seniorenbeirat allerdings für wenig sinnvoll: „Es gibt immer weniger Ruhebänke im Kiersper Wald, weil die Waldbesitzer die Sicherungspflicht nicht übernehmen möchten. Außerdem sind in der Vergangenheit zahlreiche Bänke zerstört worden.“ „Die Schilder sollen dort angebracht werden, wo sie auch leicht gefunden werden können, beispielsweise an Weggabelungen und -kreuzungen“, ergänzt Clemens Wieland von der UWG. 

Christian Reppel (SPD) setzt bei der Suche nach geeigneten Standorten auf die Hilfe des SGV und der Förster: „Natürlich muss bei der Auswahl der Punkte auch sichergestellt sein, dass die Wanderer dort Mobilfunkempfang haben.“ Von Vorteil ist dabei, dass das Mobiltelefon immer das am besten verfügbare Netz nutzt, wenn der Notruf gewählt wird, unabhängig vom Vertrag des Nutzers.

Das System in Schalksmühle

In Schalksmühle hat das Rettungspunkte-System seinen Ursprung im Sturm Kyrill im Januar 2007. Im Zuge der danach erforderlichen Arbeiten waren viel mehr Forstarbeiter im Sauerland aktiv. Um diesen bei ihrer gefährlichen Arbeit die Sicherheit zu geben, dass im Falle eines Unfalls schnell Hilfe vor Ort ist, wurden damals mehr als ein Dutzend Rettungspunkte von dem zuständigen Revierförster eingerichtet. In den Folgejahren wurde das System mit Hilfe des SGV und der Feuerwehr auf mehr als 100 Rettungspunkte ausgebaut. Die Rettungspunkte mit den dazugehörigen Koordinaten sorgen aber nicht nur dafür, dass die Rettungskräfte sofort den richtigen Weg finden, hinterlegt sind für jede Stelle, an denen sich ein solcher Punkt befindet, auch noch weitere Informationen. Damit werden zum Beispiel Fragen beantwortet wie: „Ist aufgrund der Örtlichkeiten eine Tragehilfe durch die Feuerwehr möglich?“, „Können dort Rettungsfahrzeuge überhaupt fahren?“ oder auch „Kann ein Hubschrauber in der Nähe des Punktes landen?“ Allerdings gibt es auch Schattenseiten, so wurden in Schalksmühle innerhalb von sechs Jahren rund 15 Schilder beschädigt oder komplett entfernt.

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