Seniorenbeauftragte Silvia Sgobio zieht erste Bilanz 

+

Kierspe –Seit dem Sommer 2019 ist Silvia Sgobio Seniorenbeauftragte der Stadt Kierspe und zieht nun eine erste Bilanz. Die fällt vorläufig noch gemischt aus, denn die Aufgabenbeschreibung, die sie seinerzeit im Rathaus erhielt, ist ebenso umfassend wie vage

Silvia Sgobio arbeitet ehrenamtlich, aber „im Dienst der Stadt“, wie Sachgebietsleiter Oliver Knuf formuliert. Dabei soll sie vor allem über vorhandene Angebote und Hilfsmöglichkeiten informieren, so steht es auch im Seniorenratgeber. Diese Broschüre umfasst sämtliche Adressen und Termine, die für Menschen in fortgeschrittenem Alter von Interesse sein könnten. Die sind zahlreich, Silvia Sgobio muss sich deshalb erst einmal selber informieren. 

In ihrem Fall heißt das: Sie muss Kontakte knüpfen und sich bekannt machen. Letzteres fällt ihr nicht schwer, die 60-Jährige ist ohnehin bekannt in Kierspe. Sie arbeite gerne mit anderen Menschen, sagt sie, und benennt damit eine wesentliche Voraussetzung für ihr Ehrenamt. „Hauptamtlich“ arbeitet sie als Betreuerin im Heimathaus, einer Senioren-Wohngruppe am Hammerkamp. 

Zur Arbeit im Seniorenbereich kam sie vor einigen Jahren durch eine Einrichtung, bei der die Meisten an junge Menschen denken: Silvia Sgobio war „Bufdi“ im Gemeindebüro an der Christuskirche und damit auch zuständig für die Verteilung von Essen auf Rädern. „Das machen nicht viele Ältere, war aber eine tolle Erfahrung.“ Ihren ohnehin schon vorhandenen Kontakten fügt sie jetzt gezielt solche hinzu, die Hilfe anbieten und vermitteln: Seniorenbeirat, Hand in Hand, Selbsthilfegruppen. 

Dabei beschränkt sich ihr Arbeitsgebiet aber keineswegs auf die Weitergabe von Adressen, die Anfragen sind wesentlich vielfältiger. Silvia Sgobio nennt einige Beispiele: Eine Frau will einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Ein älteres Ehepaar hat Schwierigkeiten mit der Müllabfuhr, weiß aber nicht, an wen es sich wenden soll. Der Bewohner eines Seniorenwohnheims fühlt sich vernachlässigt vom Pflegepersonal. Und viele würden gerne einfach einen Nachmittag mit anderen Menschen verbringen, statt alleine im eigenen Wohnzimmer zu sitzen. 

Manchmal ist Silvia Sgobio mehrfach bei einem Ratsuchenden, andere Fälle lassen sich am Telefon erledigen. In jedem Fall muss sie sich selber erst einmal kundig machen und dabei immer die nüchterne Erkenntnis im Kopf behalten: „Ich kann nicht alles ändern.“ Dass sie sich selbst Grenzen setzen muss, hat sie schnell gemerkt und das ist auch durchaus im Sinne der Verwaltung, die dieses Ehrenamt aus der Taufe gehoben hat. Sie solle nicht selber Hand anlegen, sondern Kontakte herstellen zwischen den Senioren und den jeweils zuständigen Stellen, erläutert Oliver Knuf. Dazu gehöre auch, die Stadt auf Bedarfe hinzuweisen, die dort bisher noch nicht angekommen sind. „Es ist schwierig für uns, an die Senioren heranzukommen“, sagt der Sachgebietsleiter. „Viele können oder wollen nicht ins Rathaus kommen.“ 

Das Problem entfällt bei Silvia Sgobio. Sie selbst geht dorthin, wo sie auf ältere Menschen trifft. Zum Beispiel bei der Essensausgabe von Hand in Hand, die auch von Senioren verstärkt in Anspruch genommen wird. Dort ist Silvia Sgobio zu den Ausgabeterminen jetzt im Sozialen Bürgerzentrum anzutreffen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare