Sky: Teuer aber auch in Kierspe ohne Alternative

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Fußball gehört zur Gaststätte „Zur Post“ wie die Kegelbahn, meint Betreiber Nikolaos Kalpakis – obwohl Sky mehrere Hundert Euro im Monat kostet.

Kierspe   Wenn am Samstagnachmittag um 15.30 Uhr die Fußballbundesliga-Partien Bayern München gegen den VfB Stuttgart und Borussia Dortmund gegen SC Freiburg angepfiffen werden, wird auch in der Gaststätte „Zur Post“ gepfiffen, gebrüllt und gejubelt. Fußball gehört zu dem Wirtshaus wie die Kegelbahn.

Doch Fußball ist für den Kneipier Nikolaos Kalpakis ein teures Vergnügen. Mehrere Hundert Euro muss er monatlich für den Bezahlsender Sky auf den Tisch legen. Allerdings muss er anders als viele seiner Kollegen seit dem 1. September nicht mehr bezahlen. Der Pay-TV-Sender hatte die Gebühren für die gewerbliche Nutzung – je nach Sportsbar – teilweise extrem erhöht.

„Vor allem Bayern- und Dortmundspiele sind immer sehr gut besucht“, sagt Kneipier Nikolaos Kalpakis. Je brisanter die Spiele und je spannender es in der Tabelle aussieht, desto mehr ist in seiner Gaststätte los. „Ich hoffe daher, dass bis zum letzten Spieltag offen ist, wer Meister wird.“

Kalpakis muss das gesamte Sportpaket buchen – neben Fußball ist darin unter anderem Formel-1, Golf, Handball, Tennis und Eishockey enthalten. Doch anders als in der Werbung des Münchner Bezahlsenders locken diese sportlichen Veranstaltungen in Kierspe kaum jemanden an den Tresen. Nur Fußball sorgt für Besucherströme und laufende Zapfhähne und damit für Geld in der Kasse. Daher fände Nikolaos Kalpakis ein System besser, indem er einzelne Sportarten und -veranstaltungen buchen könnte. Dann wäre die Entscheidung klar: Bundesliga, UEFA-Pokal und Champions League. Das zieht. „Wir schauen bei der Bundesliga meist die Konferenz. Bei den anderen Spielen lassen wir die deutschen Mannschaften laufen.“

In den Sommer- und Wintermonaten, der spielfreien Zeit, macht er durch Sky keinen Umsatz – die Kosten bleiben aber dennoch. Monat für Monat viele Hundert Euro. Dazu kommen Kosten für Gema, Miete und die gesamten Nebenkosten. „Das haut wirklich rein. Aber auf Sky kann ich nicht verzichten – Alternativen gibt es ja nicht.“

Seit 20 Jahren betreibt er nun sein griechisches Restaurant im Gebäude „Zur Post“. Alle zwei bis drei Jahre muss er seine Preise leicht anheben. „Ich passe aber natürlich die Preise nur an, wenn die Kosten wieder gestiegen sind.“

Während die meisten seiner Gäste Samstag ab 15.30 Uhr in Wallung sind, beginnt für Nikolaos Kalpakis erst um 18.30 Uhr die wichtigste Partie des Tages. „Da drücke ich für die richtige Borussia die Daumen – nämlich für Borussia-Mönchengladbach. Samstag spielen die Fohlen gegen den Erzrivalen der anderen Borussia – gegen Schalke 04. - mc

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