Cantamus führt Oratorium Paulus von Mendelssohn auf

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Gemeinsam präsentieren von Cantamus Frank Bisterfeld, Ralf Nebel und Christoph Gebauer sowie von der Sparkasse Vorstandsvorsitzender Wolfgang Opitz das neue Chorprojekt. Auch bei Mendelssohns „Paulus“ tritt das Kreditinstitut mit seiner Stiftung wieder als Hauptsponsor auf. ▪

KIERSPE ▪ Für das nächste große Chorprojekt des Chores Cantamus wird bereits seit Anfang des Jahres intensiv geübt. Zum zweiten Mal seit Bestehen der Gruppe wird das erste von Felix Mendelssohn Bartholdy komponierte Oratorium, der „Paulus“, aufgeführt. 

In den vergangenen Jahren ist der Chor auf rund 70 Sänger angewachsen, so dass das Werk für die Hälfte von ihnen neu ist. Die Aufführung ist am Sonntag, 28. April, in der katholischen St. Josef-Kirche, die Chorleiter Frank Bisterfeld und der Cantamus-Vorsitzende Ralf Nebel wegen der hervorragenden Akustik immer bevorzugt auswählen.

Das Werk „Paulus“ stellt hohe Ansprüche an die Interpreten und erfordert einerseits einen stimmsicheren, gewaltigen Chor, um den Ausrufen wie „Steinigt ihn!“ und „Mache dich auf, werde Licht!“ oder auch dem voluminösen Schlusschor „Nicht aber ihm allein“ Nachdruck verleihen zu können.

Andererseits muss der Chor in den vielen Piano-Passagen gefühlvoll und inniglich sein wie bei dem Chor „Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater gezeigt“. Cantamus hat bei seinen letzten Aufführungen wie Brahms „Deutsches Requiem“ oder Händels „Messias“ bewiesen, dass er diesen Anforderungen gerecht wird.
Unterstützt wird der Chor durch ein erstklassiges Solistenquartett, bestehend aus Cornelia Samuelis (Sopran), die als einzige zum ersten Mal in Kierspe gastiert, sowie darüber hinaus Elvira Bill (Alt), Marcus Ullmann (Tenor) und Thomas Laske (Bariton), der dann gerade von einer Konzertreise nach Spanien zurückkommt und nach seinem Auftritt in Kierspe zu einer weiteren Tour nach Japan startet. Aus dem Quartett soll jedoch noch ein Quintett werden, denn derzeit wird ein zweiter Bass gesucht.

Die bekannten Solisten sind sonst üblicherweise in großen Opernhäusern und Liederhallen zu erleben und treten dort unter namhaften Dirigenten auf. Aber alle kommen gerne nach Kierspe und freuen sich schon auf das Konzertereignis mit Cantamus.

Bereits seit 1995 begeistern die Mitglieder des Chores das Publikum in der Region mit ihrem leidenschaftlich intonierten Gesang. „Zuerst war es nur ein kleiner Kreis von 15 Aktiven, der sich im Haus der Freien evangelischen Gemeinde zusammenfand, sich aber von Anfang an konfessionsübergreifend zusammensetzte“, erinnert Frank Bisterfeld an die Anfangszeit. Es wurden Bachkantaten und Motetten zu Gehör gebracht. Seit 1998 wechseln sich dann immer neue teilweise hochanspruchsvolle musikalische Projekte miteinander ab: Das erste war Händels „Messias“. Es folgten im Jahr 2000 Teile aus dem Weihnachtsoratorium von Bach, 2002 dann zum ersten Mal der „Paulus“ und 2003 die Uraufführung der Komposition „Missa Lucis“ des heimischen Organisten Christian Domke, der bei Cantamus lange Zeit auch selbst mitwirkte. Bachs „Johannespassion“ war 2004 das nächste große Werk, eine weitere sinfonische Domke-Dichtung hieß 2005 „An die Stille“ und 2006 kam dann Mendelssohns „Elias“. Bachs „Magnificat“ und seine „Matthäuspassion“ sowie das Requiem von Brahms und nochmals der „Messias“ waren dieProjekte in den letzten Jahren.

Wenn auch schon vieles gesungen wurde, gibt es auf der Wunschliste doch immer noch etwas Neues: Frank Bisterfeld nennt Dvorak und Bruckner oder auch Mozart mit seinem Requiem und der Krönungsmesse. Jedes Werk stellt eine Herausforderung dar. „Letztlich aber rechtfertigt der Applaus alle Mühen“, zieht Ralf Nebel sein persönliches Fazit.

Von Jahr zu Jahr ist der Chor immer weiter angewachsen, in diesem kamen insbesondere einige junge Sänger unter 20 Jahren dazu, was den Dirigenten besonders freut. Als eine Stärke von Cantamus wertet er, dass es immer prima gelingt, diese in die Gemeinschaft zu integrieren. Dass der Chor auf den Nachwuchs durchaus seinen Reiz ausübt, sieht Frank Bisterfeld zum einen darin begründet, dass überwiegend große geistliche Werke eingeübt werden, und zum anderen beim Gesang eine Stimmung rüberkommt, die die Menschen erreicht und gefangennimmt. Auch die Begleitung durch ein großes Orchester habe seinen Charme, wie Christoph Gebauer ergänzt. In den vergangenen Jahren war es meist das Kourion-Orchester aus Münster, das auch beim „Paulus“ im April 2013 wieder dabei sein wird.

Unterstützt wird der Chor bei seinem Engagement seit 1998 als Hauptsponsor jedes Jahr von der Sparkasse mit ihrer Stiftung. „Dass dies auch in Zukunft geplant ist, daran lässt Sparkassendirektor Wolfgang Opitz keinerlei Zweifel: „Cantamus ist aus der heimischen Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken. Die Projekte, die auf die Beine gestellt werden, suchen ihresgleichen. Wir sind froh, dass wir unseren Beitrag leisten können, um die fruchtbare Arbeit des Chores nachhaltig zu sichern.“ Bisterfeld unterstreicht, dass das Kreditinstitut der wichtigste Sponsor sei und der Chor sich seit Jahren darauf verlassen könne. Deutlich macht er aber auch, dass die Arbeit von Cantamus aufgrund der Beteiligung der Profiorchestern und Solisten, die finanziert werden müssten, ohne dieses Sponsoring sonst nicht denkbar wäre oder die Eintrittspreise so hoch werden müssten, dass niemand sie bezahlen wolle. ▪ Rolf Haase

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