Malerwerkstatt Schuster verbindet seit 25 Jahren Tradition und Fortschritt

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Die Malerwerkstatt Schuster beschäftigt im Jubiläumsjahr fünf Mitarbeiter, nämlich (von links) Maximilian Herrmann (Geselle), Ayline Bußmann (Auszubildende) Firmenchef Axel Schuster, Mitinhaberin Gaby Hagen, geb. Vormann und Sascha Hagemeister (Geselle).

Rönsahl – Nicht ohne ein gewisses Maß an Stolz blicken Malermeister Axel Schuster (53) und seine Geschäftspartnerin Gaby Hagen, geb. Vormann, auf ihr formell am 1. Januar dieses Jahres gefeiertes 25-jähriges Geschäftsjubiläum zurück.

So weit sicher nichts Besonderes, wäre da nicht die Tatsache, dass die Malerwerkstatt Schuster, unter diesem Namen firmiert der Betrieb seit dem 1. Januar 1995, der damals von Malermeister Karl-Otto Vormann formell auf seinen Schwiegersohn überging, wohl für sich in Anspruch nehmen kann, als einer der ältesten, wenn nicht gar als der älteste von Anfang an ununterbrochen im Familienbesitz geführte Handwerksbetrieb im gesamten Märkischen Kreis zu gelten.

Rund 175 Jahre Handwerkstradition in einer Familie waren für die MZ Anlass, ein wenig in den Annalen zu blättern, ist damit doch gleichzeitig ein Stück Dorfgeschichte verbunden. Man schrieb das Jahr 1848 – ein bedeutendes Jahr in der Geschichte. Napoleon III, wird Präsident der Französischen Republik. In der Frankfurter Paulskirche findet die Eröffnung der Deutschen Nationalversammlung statt, im Sacramentofluss gibt es größere Goldfunde. Mit alldem hatte jedoch Carl Vormann aus Rönsahl, der am 15. Juli 1823 in Dörscheln das Licht der Welt erblickt hatte, nur wenig „am Hut“. Er wagte nämlich im gleichen Jahr als Maler und Anstreicher den Sprung in die Selbstständigkeit im damals noch recht kleinen Dorf. Und siehe da – getreu dem Motto, dass, wer wagt, zumeist auch gewinnt, konnte sich der Betrieb über alle Wirren der Zeit hinaus behaupten.

Wie es damals Usus war, so trat der Sohn Carl Vormann in die Fußstapfen des Vaters, erlernte ebenfalls dessen Beruf und führte das Geschäft fort, sicher auch in dem Bestreben, einem seiner fünf Söhne das Geschäft zu erhalten. Louis Carl Vormann, der nach der Jahrhundertwende in die Firma eintrat und das Geschäft auch unter schwierigsten Bedingungen in der Kriegs- und Nachkriegszeit aufrecht erhielt, blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1967 dem Beruf treu. Auch er hatte – wie könnte es anders sein – rechtzeitig für Kontinuität gesorgt. Am 1. April 1948 wurde sein Sohn Karl-Otto Vormann in die Lehre genommen, der später den Staffelstab übernahm und das Geschäft mit Umsicht führte und schließlich dann 1995 weitergab.

Zwar blieb dem Ehepaar Vormann männlicher Nachwuchs versagt, aber dafür stand für die beiden Töchter Heidi und Gaby der Berufswunsch von vornherein fest. Sie entschieden sich für den Beruf des Malers, der damit bereits in der fünften Generation in Ehren gehalten wird, und schon steht mit Vormanns Enkel Sascha Hagemeister ein weiteres Familienmitglied für die Nachfolge in einigen Jahren bereit. Ein dicker Wälzer aus dem Jahre 1903 ist so etwas wie ein Spiegelbild der Zeit. In dem alten Aufzeichnungsbuch, das Vormann senior führte, steht beispielsweise in säuberlicher Handschrift zu lesen, dass die Firma Vormann im Jahre 1904 den Auftrag hatte, Verschönerungsarbeiten an der Rönsahler Kirche durchzuführen. 30 Pfennige betrug damals der Stundenlohn für den Meister. Für den „Gehülfen“ wurden 10 Pfennige in Ansatz gebracht. 655 Mark kostete das Anstreichen des Gotteshauses insgesamt.

Von Fußmärschen nach Meinerzhagen, die durchaus keine Seltenheit waren, von vielen Aufträgen auf den Bauernhöfen, die es in jenen Jahren rund um Rönsahl noch in großer Zahl gab, kann man in dem Buch lesen. Auftraggeber von besonderer Bedeutung für das Malergeschäft Vormann war damals die Firma Cramer & Buchholz, auch die Schule in Marienheide gehörte zu den größeren Projekten. Und natürlich wurde es als besondere Ehre angesehen, für Frau Kommerzienrat Buchholz Leiter und Pinsel zu schwingen.

Der Volksmund hat sicher ein wenig mitgespielt, als die jetzige Stadestraße damals lange Zeit den Namen „Karl-Straße“ trug. Das lag daran, dass alle Familienoberhäupter in dieser Straße den Vornamen „Karl“ hatten. Auch Carl Vormann wohnte lange Zeit dort, und zwar im Haus neben der damaligen Dörschelschen Schmiede.

Doch zurück zum „Hier und Heute“: Malermeister Axel Schuster, der derzeitige „Chef“ im insgesamt aus fünf Mitarbeitern bestehenden Handwerksbetrieb, war von Anfang an darum bemüht, traditionelle Werte mit neuen Techniken und der ständigen Weiterentwicklung des traditionsreichen Malergeschäfts zu verbinden.

25 Jahre, dessen ist man sich durchaus bewusst, füllen zwar kaum eine Seite im Buch der Dorfgeschichte, wenngleich es auch zum Silberjubiläum bereits einiges zu berichten gibt. So blieb man der Firmentradition treu, legte stets Wert auf gewissenhafte und innovative Arbeit und daraus resultierende hohe Kundenzufriedenheit. Die Malerwerkstatt Schuster kann zudem mit Stolz darauf verweisen, inzwischen bereits 13 „Lehrlinge“ ausgebildet und acht Mitarbeiter zur erfolgreichen Gesellenprüfung geführt zu haben, und blickt demzufolge positiv nach vorn.

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