Maria Hartel und Frank Düppenbecker gestalten Konzert in der Kirche

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Sie hatten beim Konzert ihren Einsatz, das Flügelhorn, die B-Trompete, die Piccolo- oder Bachtrompete und die C-Trompete.

Kierspe – „Lassen Sie bei Musik ihre Seele zur Ruhe kommen“, lud Pastor Gregor Myrda die rund 120 Zuhörer des Konzertes zum Jahresausklang in der Kirche St. Josef ein.

Es war das dritte Mal, dass die Kirchenmusikerin Maria Hartel und ihr langjähriger Musikgefährte Frank Düppenbecker ein solches Konzert gestalteten. Weil Maria Hartel am Tag vor dem Konzert eine unschöne Begegnung mit einem Hund hatte, saß sie mit einer verbundenen Hand an der Orgel – ihrem exzellenten Spiel tat das aber keinen Abbruch.

Gleich das erste Stück berührte die zur Ruhe kommende Seele. Fröhlich „hüpften“ die Töne der Piccolotrompete durch die Kirche, als das Präludium des Te Deums von Marc-Antoine Charpentier erklang, allen bekannt als die Eurovisionsmelodie. Ruhiger wurde es im Anschluss. Maria Hartel spielte auf der Orgel „Vom Himmel hoch“ in drei Variationen. Die erste stammte von Max Reger, der auch die bekannteste geschrieben hatte – die heute in vielen Kirchen gesungen wird. Johann Pachelbel hatte die zweite Variation komponiert und Johann Sebastian Bach die dritte, wobei diese die Bandbreite der Orgel ausschöpft. Das ungewöhnlichste Stück in diesem Konzert war jedoch eines von Philip Telemann. Geschrieben hatte dieser es in C-Moll, einer Tonart, die nicht nur für Trompeten ungewöhnlich, sondern zudem sehr schwer zu spielen ist. „Diese Tonart zu spielen fühlt sich an, wie gegen den Strich gebürstet“, versuchte Frank Düppenbecker das komplizierte Handling zu erklären. Mit dem Flügelhorn nahm Düppenbecker die Herausforderung an, um die vier Sätze des Werkes in unterschiedlichen Tempi zu spielen.

Trotz ihres Handicaps meisterte Maria Hartel alle Koloraturen und Läufe mit Bravour.


Doch nicht nur Komponisten aus dem Mittelalter oder Barock waren zu hören. Mit Leonard Bernstein, einem amerikanischen Komponisten, bekam das Publikum die musikalische Bandbreite eines Mannes unserer Zeit zu hören. So spielten Maria Hartel und Frank Düppenbecker zuerst einen Ausschnitt aus einem Musiktheaterstück, das eine katholische Messe zum Inhalt hat, bei der einiges außer Kontrolle gerät. Unterbrochen wird diese Messe durch tiefe Lebens- und Glaubenskrisen des Priesters und seiner Gemeindemitglieder. Jaqueline Kennedy hatte die Messe bei Bernstein in Auftrag gegeben. Mit der wunderschönen Komposition Cantabile des Belgiers Jacques-Nicolas Lemmens entführte Maria Hartel an der Orgel in das Sekundenglück des vorletzten Tages des alten Jahres. Wer bis jetzt nicht in die gefühlten Höhen der Musik angekommen war, der schaffte es mit dieser lebensfrohen Weise. Mit „Tonight“ von Bernstein endete das Programm. Groß war der Beifall des Publikums. Zwei Zugaben spielten die Musiker dann noch. „Joy to the world“ und „Festive Trumpet Tune“ von David German.

Es war ein beindruckender und emotionaler Abend in einer akustisch wunderbaren Kirche. Der Termin für das nächste Jahresausklangskonzert steht bereits fest. Es ist der 30. Dezember 2019.

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