Heiratswäldchen in Kierspe wächst

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Zum Erinnerungsfoto an die gemeinsame Baumpflanzaktion im Kiersper Heiratswäldchen stellten sich alle Beteiligten dem Fotografen der MZ.

Kierspe - Wie das mittlerweile seit einer Reihe von Jahren und jeweils zur richtigen Pflanzzeit im Frühjahr Brauch ist, so fanden sich auch am vergangenen Samstag insgesamt sechs Hochzeitspaare auf der Wiesenfläche im Quellgebiet des Kerspebaches zur Baumpflanzaktion ein. Denn diese Fläche zwischen den Sportanlagen am Felderhof und der Osemundstraße, die sich im Besitz der Stadt befindet, wurde für das Heiratswäldchen reserviert.

Der bei vielen lieb gewordenen Tradition entsprechend, hatten die Verantwortlichen vom Kiersper Heimatverein in Zusammenarbeit mit der Stadt im Vorfeld wieder alle Brautpaare, die sich im vergangenen Jahr im hiesigen Standesamt das Ja-Wort gegeben haben und auch solche, deren Hochzeitstag bereits 25 oder gar 50 Jahre zurückliegt - sodass für diese die Feier der Silber- beziehungsweise Goldhochzeit anstand - zum Pflanzen eines Baums eingeladen. Damit wird ein sichtbares Zeichen zur bleibenden Erinnerung an diesen wichtigen Tag im Leben gesetzt.

In diesem Jahr folgten vier junge Ehepaare und zwei Silberhochzeitspaare der Einladung und freuten sich über sachkundige Begleitung beim Pflanzen durch Silvia Baukloh, Vorsitzende des Heimatvereins, und den Naturschutzbeauftragten Hermann Reyher. Diese Baumpflanzaktion wurde vor mehr als einem Vierteljahrhundert ins Leben gerufen, denn die ersten Bäume begründeten bereits im Jahr 1987 das nun stetig wachsende Heiratswäldchen.

Der Heimatverein hatte seinerzeit auf einen Brauch aus alter Zeit zurückgegriffen. Denn das Pflanzen eines Baumes gehörte vor Zeiten zu den wichtigen Aufgaben, die ein Mann zu Beginn seines Ehelebens zu erfüllen hatte. Seit nunmehr 20 Jahren sind so in diesem Bereich insgesamt mehr als 200 für das oftmals doch raue Sauerländer Klima geeignete Laubbäume gesetzt worden. Dabei handelt es sich vornehmlich um Eichen, Buchen, Eschen, Erlen, Ulmen und Kastanien. Es gibt aber auch Wildobstgehölze. Auch diesbezüglich folgten Heimatverein und Stadt am Samstag dem Konzept, auf die große Vielfalt heimischer Laubbäume hinzuweisen. Diesmal entschieden sich die Paare für Stieleiche, Blutbuche, Birke, Winterlinde - Baum des Jahres - und Wildkirsche.

In dem inzwischen fast drei Hektar großen Heiratswäldchen - lange Zeit unter der besonderen Obhut des inzwischen verstorbenen Naturfreunds Willi Hoffmann - ist auf diese Weise fast ein richtiger Wald und gleichzeitig eine kleine ökologische Oase für verschiedene Tierarten, vor allem selten gewordene Vögel, entstanden. Die Tiere finden unweit der nahen Wohn- und Industriebebauung seit zwei Jahrzehnten ein neues Rückzugs- und Brutgebiet.

Zur Zeit weniger gefragt sind bei den Jungvermählten und Jubiläumshochzeitspaaren Ulme und Kastanie, die leicht einem Schädlingsbefall ausgesetzt sind. Schon jetzt gilt aber als beschlossene Sache, dass die Pflanzaktionen im Heiratswäldchen auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Entsprechende Informationen für junge und Jubelpaare gibt es beim Kiersper Heimatverein und auch beim Standesamt im Rathaus.

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