Keine weitere Bewährung

Kierspe/Meinerzhagen - Ein Kiersper fährt mit einem Porsche und einem Handy am Ohr durch Meinerzhagen. Als die Polizei ihn anhält stellen die Beamten fest, dass der Führerschein des Mannes türkisch und in Deutschland nicht mehr gültig ist, da der Fahrer bereits länger als sechs Monate in der Bundesrepublik gemeldet ist und den Führerschein längst hätte umschreiben lassen müssen. Das war am 4. November vergangenen Jahres.

Mit diesem Wissen fährt der Mann zwei weitere Male - und zwar durch Kierspe. Auch diese Spritztouren bleiben nicht unbemerkt. Und so muss sich der 28-Jährige schließlich wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis in drei Fällen im Amtsgericht Meinerzhagen verantworten. Der Verteidiger des Mannes erklärte, sein Mandant habe nie sechs Monate am Stück in Deutschland gelebt. Damit habe er mit seinem türkischen Führerschein fahren dürfen.

Dem hielt der Richter allerdings entgegen, dass der Angeklagte freiwillig darauf verzichtet hatte, in Deutschland zu fahren. Das sei richtig, stimmte der Angeklagte dem Vorsitzenden zu. Er habe darauf verzichtet, weil er bereits so viele Punkte gesammelt hatte. Als der 28-Jährige später keine MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung) vorweisen konnte, war ein Verfahren zur Versagung der Fahrerlaubnis eingeleitet worden. Bevor es zur Versagung kam, hatte der Kiersper schnell eine Fahrerlaubnis in der Türkei erworben, mit der er dann ja auch erwischt worden war.

In der Türkei sei ihm versichert worden, dass der Führerschein auch in Deutschland gültig sei, erklärte der 28-Jährige. Er hätte sich in Deutschland erkundigen müssen, ob das stimmte, so der Richter. Immer wieder war der Angeklagte in der Vergangenheit wegen Straftaten in Verbindung mit Autos verurteilt worden. Mal hatte er falsche Kennzeichen benutzt, mal einen Tacho manipuliert, mal war er ohne Führerschein erwischt worden. Insgesamt acht Vorstrafen dieser Art hatte der Kiersper gesammelt.

Die aktuelle Tat hatte er unter laufender Bewährung begangen. „Ein Jahr und vier Monate sind offen“, führte der Richter dem Angeklagten vor Augen. Für eine weitere Bewährung sah er keinen Raum mehr. Und so lautete das Urteil schließlich: sechs Monate Haft und eine Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis von einem Jahr.

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