Sechs Lehrer der Gesamtschule gehen in den Ruhestand

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Wurden verabschiedet: Rolf Muck, Hildegard Jambor, Ursula Buchwald-Hermann, Bernd Fischer sowie die auf unserem Bild fehlenden Michael Langenohl und Winfried Tenhumberg.

Kierspe - Zusammen waren sie fast 190 Jahre an der Gesamtschule Kierspe (GSK) und unterrichteten in dieser Zeit Tausende Schüler. Am Freitag war für Michael Langenohl, Winfried Tenhumberg, Hildegard Jambor, Ursula Buchwald-Hermann, Bernd Fischer und Oberstufenleiter Rolf Muck Schluss. An ihren letzten Schultag vor dem Eintritt in den Ruhestand wurden die sechs GSK-Urgesteine verabschiedet.

„Ich gehe mit ambivalenten Gefühlen. Natürlich freue ich mich auf die freie Zeit, aber ich habe mich hier an der Gesamtschule immer sehr wohlgefühlt“, sagte Muck und sprach damit auch für die übrigen „Abgänger“, die allesamt das gute Arbeitsklima an der GSK, das freundschaftliche Verhältnis innerhalb des Kollegiums und das gute Verhältnis zu den Schülern lobten.

Muck hatte bereits seine Lehrerausbildung 1977 an der Kiersper Schule begonnen und blieb ihr mit einem halben Jahr Unterbrechung immer treu. Ab 2001 war der Lehrer für Geschichte und Sozialwissenschaften Stufenleiter der Jahrgänge sieben und acht, 2008 übernahm er die Oberstufenleitung. „Ich hatte hier traumhaft schöne Erlebnisse. Einige Kinder kamen zu uns und sprachen fast kein Wort Deutsch, neun Jahre später haben sie ein blendendes Abitur gemacht“, erzählt der 65-Jährige, der noch keine großartigen Pläne für den Ruhestand gemacht hat. „Zunächst einmal werde ich den ganzen Schulalltag mal ein halbes Jahr sacken lassen.“

Erstmal ein wenig Abstand gewinnen möchte auch Ursula Buchwald-Hermann, die als Lehrerin für Deutsch und Gesellschaftslehre seit 1981 an der GSK war. „In der Zeit hier habe ich einen anderen Herzschlag entwickelt. Oft haben wir bis in die Nacht hinein zusammengesessen und beratschlagt. Deshalb muss ich mich zunächst ein wenig rausnehmen, bis ich fähig bin zu überblicken, was in der Zukunft kommen könnte“, sagt die 63-Jährige, die sich darauf freut, „nie mehr korrigieren zu müssen“. Denn Schüler zu benoten, ihnen quasi ein Etikett aufzukleben, sei immer schwierig gewesen. Ihr Arbeitszimmer wird Buchwald-Hermann dennoch weiterhin benötigen: „Da hänge ich einen Zettel auf, den ich stückweise mit Plänen, die ich für den Ruhestand jetzt entwickeln werde, füllen möchte.“

Ebenfalls seit 1981 als Englisch- und Französischlehrer in Kierspe tätig war Bernd Fischer. Der 63-Jährige werde vor allem das Teamwork im Kollegium vermissen. „Hier wird immer versucht, die Stärken zusammenzulegen, so dass das Arbeiten für alle leichter wird. Ich konnte während meiner ganzen Zeit viel von meinen Kollegen lernen“, sagt Fischer, der auch nach seiner Pensionierung verspricht, der Schule nicht ganz verloren zu gehen: „Vielleicht biete ich ehrenamtlich Nachhilfe an. Vorstellen kann ich mir zudem ein Engagement im Arbeitskreis Flüchtlinge.“

Ihren letzten Arbeitstag hatten am Freitag auch Winfried Tenhumberg und Michael Langenohl. Beide kamen ebenfalls 1981 an die GSK. Langenohl als Deutsch- und Geschichtslehrer, Tenhumberg als Lehrer für Sport und Musik. Später betreute er auch die Arbeitsbibliothek.

Das „Küken“ unter den Abgängern ist mit elf Jahren an der Gesamtschule Hildegard Jambor, Lehrerin für Gesellschaftslehre, Mathematik und Religion. „2004 wollte ich eigentlich an ein Gymnasium, das es dann aber die GSK geworden ist, war rückblickend der Glücksgriff meines Lebens“, erzählt die 65-Jährige, die von der schülerorientierten und individuellen Förderung an der GSK begeistert ist. Ihren Ruhestand wird Jambor mit einer Vulkanexpedition nach Sizilien beginnen und hat auch für die Zeit nach der Rückkehr schon genaue Vorstellungen: „Ich möchte nochmal studieren, vielleicht Geschichte oder Psychologie.“

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