ASV-Schützenverein klagt über hohen Kostendruck

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Die Zeiten, an denen Schützen über die Kiersper Straßen ( wie hier im Jahr 2016) zogen, ist vorbei – zumindest beim ASV, der auch in zwei Jahren keinen Umzug veranstalten wird. Zu geringes öffentliches Interesse, hohe Kosten und immense Sicherheitsauflagen sind die wesentlichen Gründe dafür.

Kierspe - Es seien nicht die Gebühren, die einen Schützenverein bei der Planung und Umsetzung eines Festumzugs stark belasten würden, sagt der Vorsitzende des Allgemeinen Schützenvereins (ASV) Kierspe 1924, Peter Schrade – im Gegensatz zu Vereinen in anderen Kommunen, wo darüber diskutiert wird, das Weltkulturerbe Schützenwesen von Gebühren zu entlasten.

Vielmehr sei es seit Menden durch die Sicherheitsauflagen „extrem schwierig geworden“, ein Umzug zu organisieren. In Menden hatte es zwei Tote und viele Verletzte gegeben, als ein Autofahrer in das Ende des Schützenfestumzugs gefahren war. Jede Straßeneinmündung müsse für einen Umzug abgesperrt werden.

Dabei könne man zwar auf die Unterstützung und Hilfe der Feuerwehr und anderer Organisationen wie das Technische Hilfswerk zurückgreifen – die mit großen Lastwagen Sperren errichteten – , der Aufwand sei jedoch viel größer als die Gebühr, die vielleicht gerade einmal zwischen 100 und 150 Euro liege. Der eigentliche Grund, warum der ASV in diesem Jahr erstmalig auf einen Schützenumzug verzichtet hat, sind die Kosten, die für Musikkapellen aufgebracht werden müsse. Bei 500 bis 600 Euro pro Musikzug kämen schnell 2000 bis 3000 Euro zusammen – eine Ausgabe, die sich angesichts sinkenden Interesses an Umzügen nicht lohne.

Hohe Kosten für Hallen- oder Zeltmiete

Zudem müssten für die Hallen- oder Zeltmiete große Kosten veranschlagt werden, sodass ein Schützenfest in traditioneller Weise Gelder im fünfstelligen Bereich verschlingt. Hinzu komme, dass man keine Genehmigung für die Nutzung von Hauptstraßen mehr erhalten und es die Polizeibegleitung nicht mehr, wie früher, geben würde.

Das Interesse an den Schützenumzügen ist nach den Worten des ASV-Vorsitzenden Peter Schrade in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.

Zudem sieht der ASV-Vorsitzender ein großes Problem in der negativen Behaftung des Wortes Schützen. Angesichts von Amokläufen könne er verstehen, dass es eine gewisse Angst bei den Menschen geben würde. Doch sei das Schießen auch ein Sport, der eine hohe Disziplin erfordere und die Konzentrationsfähigkeit fördere. Aus diesem Grund gibt es im ASV Überlegungen, die sportliche Seite mehr in den Vordergrund zu rücken, beispielsweise in Verbindung mit Biathlon-Wettbewerben.

Auf der anderen Seite habe man in diesem Jahr ein Konzept – Königsschießen auf der eigenen Anlage und eine Woche später die Feier im PZ – umgesetzt, „das gar nicht so schlecht ist“, weiter verbessert werden kann und bei dem der Verein mit einer schwarzen Null aus der Veranstaltung herausgegangen sei.

Neues Konzept gar nicht so schlecht

Das heißt also auch, so erklärt Vorsitzender Schrade, dass es in zwei Jahren wieder ein Schützenfest in der neuen Form geben wird. Ende August wird erst das Königs- und Prinzenschießen auf der eigenen Anlage durchgeführt und eine Woche später findet dann die Krönung statt, also ohne Umzug. Dabei hofft der ASV Kierspe natürlich wieder auf eine gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr (Brandwache), dem Deutschen Roten Kreuz (Sanitätsdienst) und die Unterstützung der Stadt (Vermietung PZ et cetera).

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