Wie geht es weiter mit Mensaverein?

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Stefan Wilczewski, Vorsitzender des Mensavereins, schilderte eindrücklich, wie es um die Finanzen des Mensavereins aussieht. In seinen Ausführungen erinnerte er ebenso an die Investition im vergangenen Jahr – unter anderem wurde die Wand (hinter ihm) neu gestaltet.

Kierspe - Schwierig stellt sich die Situation derzeit beim Mensaverein der Gesamtschule dar. Es sind kaum Schüler im Haus und gegessen werden darf in der Mensa auch nicht. Daher nahm die Frage, wie es weitergehen soll, auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Mensavereins einen breiten Raum ein.

Wenn es im nächsten Schuljahr keinen Ganztagsunterricht geben sollte, dann müssen wir die Mensa schließen“, begann Vorsitzender Stefan Wilczewski seinen Bericht aus dem Vorstand. „Bei einer Insolvenz wäre die Einrichtung von einem Anschaffungswert von 170 000 Euro weg. Als weitere Möglichkeit bietet sich an, den Betrieb weiter laufen zu lassen, aber nichts mehr anzubieten.“

In diesem Fall würden die Angestellten nur noch Kurzarbeitergeld bekommen. Der Mensaverein müsste aber weiterhin Kosten wie Versicherung und Steuern tragen. Das sind die Varianten, die Stefan Wilczewski für den Mensaverein sieht. Dabei war der Mensaverein bislang gut aufgestellt. Bis zur Schließung der Schulen verkaufte er täglich 120 Essen an Grundschulen und Kindertagesstätten in Kierspe sowie weitere Essen an die Schüler der Gesamtschule. Es wurde viel investiert und sogar eine „Ganztagsköchin“ eingestellt. Dann war alles dicht, bis nach den Osterferien. Es kamen jetzt nur noch die Abiturienten und der 10. Jahrgang. Der Ganztagsunterricht findet bislang nicht mehr statt und so blieben die Schüler aus, die in der Mensa zu Mittag gegessen haben. Zwar hat die Mensa geöffnet, quasi um zu zeigen „wir sind noch da“. Doch derzeit werden an die Grundschulen und Kindertagesstätten gerade einmal 20 Essen ausgeliefert. „Wir mussten fünf Mitarbeitern kündigen“, bedauert Vorsitzender Wilczewski. Derzeit beschäftigt der Mensaverein noch vier Angestellte, einschließlich des Kochs. Über die Soforthilfe des Landes NRW erhielt der Mensaverein 9000 Euro, doch weit komme er damit nicht. Die monatlichen Personalkosten würden 16 000 Euro betragen. „Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein“, meint Wilczewski. Die Hoffnung des Mensavereins ist nun die Bewilligung eines Kredits von der Stadt Kierspe.

„Was ich nicht verstehe, ist, dass wir unsere Mensa nicht unter den gleichen Bedingungen wie die Restaurants öffnen können“, so der Vorsitzende. „Die Hygienekonzepte können wir alle umsetzen.“ Seinen Unmut brachte er in einem Schreiben an die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey auf den Weg und er bittet darin um Verständnis.

Im Kassenbericht informierte Stefan Wilczewski für die erkrankte Kassiererin Ulrike Loskand, dass im vergangenen Jahr hohe Investitionen getätigt worden sind. Der Vorsitzende erinnerte an den Kauf einer Eismaschine und die Ausstattung für das Catering sowie die Gestaltung der Wand in der Mensa. „Der Wareneinsatz ist in 2019 gleich geblieben“, erklärte Wilczewski.

Die Versammlung endete mit einem Beschluss: Die Schulkonferenz sollte als Beitrag zur wirtschaftlichen Sanierung des Mensavereins das Verbot des Außer-Haus-Verkaufs aussetzen. Darüber hinaus hoffen alle vom Mensaverein, dass die Situation ab der kommenden Woche, wenn die Grundschulen wieder öffnen, besser wird. Im Übrigen können auch die Kiersper dem Mensaverein der Gesamtschule helfen, indem sie sich dort ihr Mittagessen abholen.

Außer-Haus-Verkauf

Die Angebote der Mensa in der Gesamtschule sind für jeden Bürger nutzbar. Es gibt wöchentlich einen Menüplan, aus dem sich jeder ein Gericht aussuchen kann. Der Menüplan ist auf der Homepage des Mensavereins zu finden: www.mensaverein-kierspe.de/speisekarte. Dort kann sich auch jeder die Speisekarte als pdf-Datei herunterladen. Die Essensausgabe ist von 12.30 bis 14.30 Uhr, bezahlt wird in bar.

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