Schwierige Entscheidung: Sechs oder neun Monate?

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Zu den Aufgaben von Niklas Jung (li.) und Sebastian Eichhoff zählt auch das Liefern von „Essen auf Rädern“. ▪

KIERSPE ▪ „Essen auf Rädern“ liefern, Seniorenbetreuung und manchmal auch im Jugendcafé „Da Capo“ oder im Kindergarten helfen. Auf Niklas Jung und Sebastian Eichhoff warten jeden Tag vielfältige Aufgaben. Nach dem erfolgreich bestandenen Abitur absolvieren die beiden Kiersper nun seit Anfang Juli ihren Zivildienst bei der evangelischen Kirchengemeinde Kierspe.

Gemeinsam mit vier weiteren Zivildienstleistenden müssen die beiden 19-Jährigen dabei täglich viele wichtige Dinge beachten. So muss um 9.45 Uhr das „Essen auf Rädern“ in der Waldheimat Rönsahl abgeholt und danach in zwei Touren in Kierspe und Rönsahl ausgeliefert werden. Dabei muss ein zeitlicher Rahmen eingehalten werden. „Wir beliefern zum Beispiel auch Diabetiker, die ihr Essen zu einer bestimmten Zeit haben müssen“, betont Ralf Schustek, Betreuer und Ansprechpartner der „Zivis“. Auch beim sogenannten Mobilen Sozialen Hilfsdienst (MSHD) sind Niklas Jung und Sebastian Eichhoff fleißig. Sie helfen Senioren, die nicht mobil sind, bei ihren alltäglichen Besorgungen. „Wir fahren sie zum Einkaufen, aber auch zur Kirche oder zum Rathaus“, erzählen die beiden Volmestädter, die zudem an einigen Tagen in der Woche eine blinde Frau sowie ein Kind mit Behinderung betreuen. Regelmäßig helfen sie auch bei Gemeindeveranstaltungen wie dem Waldgottesdienst oder dem Kindertag.

Entscheidung muss bis Dezember fallen

Bis Dezember haben Niklas Jung und Sebastian Eichhoff nun Zeit, um sich zu entscheiden, ob sie ihren Zivildienst nach sechs Monaten beenden oder ob einen neunmonatigen Wehrersatzdienst absolvieren wollen – oder ob sie danach vielleicht sogar noch drei weitere Monate freiwillig „dranhängen“.

Der Anreiz für einen neunmonatigen Zivildienst seien 20 Tage Urlaub, erklärt Ralf Schustek. „Bei sechs Monaten Zivildienst gibt es hingegen nur sechs Tage Urlaub.“ Zudem werde das Weihnachtsgeld und das Entlassungsgeld anteilig gezahlt. Dennoch sind sich die beiden 19-Jährigen noch unschlüssig. „Meine Entscheidung wird davon abhängen wie die nächsten Monate verlaufen“, meint Sebastian Eichhoff. Niklas Jung sieht es ähnlich: „Ich lasse das erst einmal auf mich zukommen.“

Da die Evangelische Kirchengemeinde auf die Unterstützung von Zivildienstleistenden angewiesen ist, hofft Ralf Schustek freilich, dass sich die „Zivis“ die längere Variante wählen. „Es wird den jungen Leuten zu einfach gemacht“, kritisiert er. „Wenn ich an meine Vergangenheit zurückdenke – da wurden die Leute noch mit 27 gezogen.“ Schustek zeigt allerdings auch Verständnis für die Situation von Sebastian Eichhoff und Niklas Jung: „Zum einen wäre ein längerer Zivildienst für sie eine gute Möglichkeit, drei Monate länger Geld zu verdienen. Aber wenn ihnen andererseits nach sechs Monaten eine gute Arbeitsstelle winken sollte, dann ist doch völlig klar, dass sie die annehmen.“

Gleichwohl sind Zivildienstleistende für die Evangelische Kirchengemeinde auch in Zukunft unerlässlich. „Und wir haben attraktive ‚Zivi‘-Stellen zu bieten“, betont Schustek, der auch weiterhin auf genügend Bewerber hofft. „Allerdings wird oft zu kurzfristig nach Stellen gefragt“, weiß Schustek und empfiehlt Interessenten: „Sie sollten besser schon ein halbes Jahr vorher anrufen.“

Darüber hinaus gebe es Überlegungen, künftig auch auf Jugendliche und junge Erwachsene zurückzugreifen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren wollen. Dann hätten auch Mädchen und junge Frauen die Chancen, der evangelischen Kirchengemeinde zu helfen, so Schustek. Zudem könnten dadurch Kosten eingespart werden.

Wer sich über die Möglichkeiten eines Zivildienstes oder eines Freiwilligen Sozialen Jahres bei der Evangelischen Kirchengemeinde Kierspe informieren möchte, kann sich an Ralf Schustek wenden – per E-Mail an ev_gemeindebuero_kierspe@freenet.de oder telefonisch unter der Handynummer 01 60 / 1 82 63 90. ▪ dr

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