Schwarzwild wird geimpft

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Der Impfstoff befindet sich in einer süßlich riechenden Teigtasche, wenn diese gefressen wird nehmen die Schweine ihn im Körper auf. ▪

RÖNSAHL ▪ Die Angst vor der Schweinepest bleibt groß. Um die Seuche auch wirklich auszurotten, wird seit einigen Jahren dagegen geimpft. Am Wochenende waren die Rönsahler Jäger damit beschäftigt die Impfköder im Wald zu platzieren.

„Es hat vor einigen Jahren einen Fall von Schweinepest in Rheinland-Pfalz gegeben, somit gehören wir auch zum gefährdeten Bezirk“, erklärt Matthias Heveling. Der Vorsitzende des Hegerings findet die Impfaktionen richtig und wichtig: „So eine Seuche verbreitet sich schnell und von uns aus wäre es nicht mehr weit bis ins Münsterland, wo die großen Schweinemastbetriebe sind, das wäre eine Katastrophe.“ Daher setzt er sich auch weiterhin für regelmäßige Impfaktionen ein. Bald wäre das jedoch nicht mehr nötig, da die Krankheit bislang nicht mehr aufgetaucht ist. „Das ist wie mit der Tollwut. Durch Impfen haben wir die Region quasi tollwutfrei bekommen“, erklärt Heveling.

1500 Impfköder pro Revier wurden verteilt. Das Medikament ist in eine süßlich riechende Teigtasche eingearbeitet, diese wurden nun an Stellen ausgelegt, die bevorzugt von Sauen angesteuert werden. Beißen die Tiere auf das Leckerchen öffnet sich die Kapsel und der flüssige Impfstoff gelangt ins Schwein.

Daher sollten Hunde in den kommenden Tagen unbedingt an der Leine geführt werden, damit sie nicht die Köder fressen.

Grundsätzlich bräuchten die Kiersper allerdings keine Angst vor der Krankheit zu haben. Der Verzehr von Wildschwein sei weiterhin absolut unbedenklich. „Jedem geschossenen Tier werden Proben entnommen, die im Arnsberger Veterinärinstitut auf Schweinepest und andere Krankheiten untersucht werden“, beruhigt der Hegeringsleiter.

Er gehe auch davon aus, dass die Impfpflicht im kommenden Jahr oder spätestens 2013 aufgehoben werde. „Bisher sind wir vom Land verpflichtet die Köder auszubringen, tut ein Revierinhaber das nicht, hat er harte Strafen zu erwarten“, klärt Matthias Heveling auf.

Lydia Machelett

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