Schwarz-Rot-Gold sind die beherrschenden Farben

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Trotz beider Staatsbürgerschaften schlägt das Herz von Marco Sordi für die italienische Mannschaft. Noch hat er die Hoffnung auf die Wiederholung des Erfolges von vor vier Jahren. ▪

KIERSPE ▪ Früher waren die Nationalfahnen am Fahrzeug ausschließlich Regierungsfahrzeugen vorbehalten. Doch seit die Fußballweltmeisterschaft vor vier Jahren im eigenen Land stattfand, haben viele Deutsche die Liebe zu Schwarz-Rot-Gold entdeckt und auch die Kunst einen Autokorso durch die Stadt zu fahren haben sie sich von den Menschen aus südlichen Nachbarländern abgeschaut.

So ist es auch in diesem Jahr für Klaus Müller, den Vorsitzenden des Schalke-Fanclubs „Kerspe Knappen“, nahezu eine patriotische Pflicht, die eigene Mannschaft auch zu Hause zu unterstützen – durch das Tragen des Deutschlandtrikots und das Beflaggen des Balkons und Gartens mit Deutschlandfahnen. Wobei der Fußballbegeisterte an den Abenden, an denen die Spiele der deutschen Mannschaft übertragen werden, gar nicht im national geschmückten Haus sein kann. Organisiert er doch mit seinen Knappen die öffentliche Übertragung in der Jahnhalle. Diese Verpflichtung war es auch, die den Fanclub-Vorsitzenden vor vier Jahren daran hinderte, sich ein Spiel der Nationalelf im Stadion anzuschauen.

Fußballbegeistert ist der fast 60-Jährige seit seinem siebten Lebensjahr, „und seit dieser Zeit auch Schalke-Fan – genau wie der Rest der Familie, bis auf meine Frau Beate.“

Ebenfalls in Nationalfarben hat sich Marco Sordi gehüllt, allerdings sind diese bei ihm Grün, Weiß und Rot. Denn trotz doppelter Staatsbürgerschaft und seines Jobs bei der Lüdenscheider Stadtverwaltung schlägt das Herz des Sohnes italienischer Einwanderer für den Weltmeister von 2006.

„Ich werde mir die Spiele gemeinsam mit italienischen und deutschen Freunden anschauen“, hat er sich vorgenommen, in der Hoffnung, dass sich der Erfolg von vor vier Jahren wiederholen lässt.

Grundsätzlich werden aber wohl die Farben der Minderheiten untergehen in einem Meer aus Schwarz-Rot-Gold. Bereits jetzt präsentieren sich viele Häuser und vor allem die Balkone in den Farben des Landes. Und auch an den Autos flattern die Fähnchen. „Wir hätten viel mehr Fanartikel verkaufen können, wenn wir mehr gehabt hätten“, erklärt Tedox-Filialleiter Alexander Fammang, der sagt, dass vor allem die Girlanden innerhalb weniger Tag ausverkauft gewesen seien.

Deutlich besser sieht es da noch im Rewe-Markt aus. Wobei die großen Fahnen und die sechs Meter hohen Masten bereits seit einiger Zeit nicht mehr vorrätig sind. „Vor allem die Auofahnen verkaufen sich derzeit besonders gut“, erklärt Filialleiter Uwe Schäfer, der sich auch über die Fanartikel in den verschiedensten Angeboten freut: „Da hat der Handel sehr gut reagiert. Überspitzt könnte man sagen, die Zugaben gibt es von A wie Apfel bis Z wie Zwiebel.“ Nach seiner Einschätzung wird es an den Abenden, an denen die Nationalmannschaft spielt, aber nicht nur bunt, sondern auch laut, da sich die Vuvuzela besonders gut verkauft habe. ▪ jobek

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