Schulgarten in Rönsahl: Die Natur wartet nicht 

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In Reih und Glied stehen die Hochbeete im Schulgarten der Rönsahler Servatiusschule.

Kierspe - Die Natur wartet nicht. Wer im Herbst Kartoffeln ernten will, der muss sie jetzt pflanzen. Diese schlichte Regel gilt auch für den Schulgarten der Servatiusschule in Rönsahl.

Normalerweise hätte Lehrerin Bärbel Weber sich, je nach Temperaturen, kurz vor oder nach den Osterferien mit kleinen Schülergruppen an die Arbeit gemacht. Aber in diesem Jahr ist auch an der Servatiusschule alles anders. Ob nach den Osterferien die Schulen öffnen werden, steht in den Sternen. So machte sie sich in dieser Woche allein ans Werk, hackte Unkraut und setzte Frühkartoffeln und Zwiebeln. 

Ihre Schüler sind deswegen aber nicht untätig. Über Facebook und telefonisch hatte Weber sich mit interessierten Eltern und Kindern verständigt und die sorgen jetzt zu Hause für pflanzlichen Nachschub. Die achtjährige Paula Themel und ihre Mutter ziehen auf der Terrasse aus Samen Tomaten, Zucchini, Kürbis und Kohlrabi vor. Fürs Freiland ist es ohnehin noch ein bisschen früh, „Heimarbeit“ bietet sich also schon deshalb an. Auch bei anderen Mitschülerinnen von Paula stehen Pflanztöpfchen am Fenster und werden regelmäßig gegossen. Auch darum muss die Lehrerin sich im Schulgarten zurzeit allein kümmern. Eine Regentonne würde ihr die Arbeit erleichtern, meint sie und würde sich auch in diesem Punkt über eine Spende freuen.

Seit vier Jahren betreuen Servatiusschüler die Hochbeete in dem Kleingarten nahe der Schule und ziehen dort allerlei essbare, gut riechende und schön anzusehende Pflanzen. „Die Gartenarbeit ist in den Sachkundeunterricht integriert“, erklärt Bärbel Weber, die während des Sabbatjahrs ihrer Kollegin Jutta Gillmann die Verantwortung für den Garten übernommen hat. „Die Kinder können unglaublich viel dabei lernen.“ Denn auch auf dem Land wissen längst nicht alle Schüler, wo Kohlrabi und Tomaten herkommen. Und bevor die Kartoffeln in den Kochtopf wandern, muss ausgewogen werden, wie schwer eine Kartoffel ist und wie viele Knollen fürs Essen benötigt werden – praktisch angewandte Mathematik sozusagen. Denn alles, was die Kinder im Schulgarten ernten, wird anschließend in der Schule zubereitet und gemeinsam verzehrt – vorausgesetzt, die kleinen und großen Gärtner haben sich zur rechten Zeit und ausdauernd gekümmert.

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