Kiersper Schulen machen ganz unterschiedliche Erfahrungen

Schule vor den Ferien: Jeden Tage werden die Klassen leerer

Ein großer Teil der Klassenräume in der Gesamtschule wird nicht genutzt, da die Schüler der Jahrgänge 8 bis 13 auf Distanz unterrichtet werden. Doch auch die anderen Klassenräume leeren sich von Tag zu Tag.
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Ein großer Teil der Klassenräume in der Gesamtschule wird nicht genutzt, da die Schüler der Jahrgänge 8 bis 13 auf Distanz unterrichtet werden. Doch auch die anderen Klassenräume leeren sich von Tag zu Tag.

Kierspe – Während in den meisten Bundesländern die Schulen bereits seit gestern geschlossen sind, geht Nordrhein-Westfalen einen anderen Weg. Dort bieten die Schulen für Schüler der ersten sieben Jahrgänge weiter Präsenzunterricht an, stellen es den Eltern allerdings frei, ob sie ihre Kinder in die Schulen schicken.

Pestalozzi- und Schanholenschule

„Es werden von Tag zu Tag weniger Schüler, die in die Schule kommen. Am Montag hat man allerdings kaum gemerkt, dass Kinder fehlen. Da kamen rund 90 Prozent der Schüler“, sagt Thomas Block, Rektor des Pestalozzi-Schanhollen-Schulverbunds. Deutlich macht er das an Zahlen einer ersten Klasse der Pestalozzischule: „Normalerweise finden sich 28 Kinder in der Klasse ein, am Montag waren es noch 23, am Dienstag 17 und am Mittwoch 12. Ich nehme an, dass es in den Tagen bis Freitag noch weniger werden.“

Videounterricht wie in der Gesamtschule wird nicht angeboten, dafür würden noch die Geräte – die mittlerweile von der Kommune bestellt wurden – fehlen, „und mit eigenen Geräten sollen wir keinen Unterricht machen.“ Deshalb habe man am Montag an die Schüler Arbeitsblätter ausgeteilt, die Aufgaben für die gesamte Woche enthalten würden. „Außerdem können wir mit den Eltern über die App Schoolfox kommunizieren. Mit dieser Applikation ist es auch möglich, Videosprechstunden anzubieten. Außerdem bietet wir Telefonsprechstunden an, wenn die Eltern nicht über die App verfügen“, so Block. Die App fände sich letztlich auch auf den privaten Endgeräten der Eltern, sei aber datenschutzkonform.

Die Lehrer selbst haben Schul- und Präsenzpflicht, auch am Montag und Dienstag der kommenden Woche, die ja für die Schüler frei sind, da man mit dem früheren Ferienstart eine sogenannte Vorquarantäne ermöglichen wollte.

Es gibt aber eine Notbetreuung, auch am Schulverbund von Block. „Da haben sich aber insgesamt nur 10 Schüler angemeldet.“

Für einige Lehrer ist die Anwesenheit an den beiden ersten Tagen der kommenden Woche unverzichtbar, da dann auch Vorstellungsgespräche stattfinden.

Bismarck- und Servatiusschule

„Die E-Mails kamen im Minutentakt rein“, verdeutlichte Stefanie Fischer, Leiterin der Verbundschule Bismarck und Servatius, bereits am Dienstag, dass viele Eltern sich verantwortungsvoll verhalten und ihre Kinder zuhause behalten. Ein Unterricht war, so musste die Schulleiterin am Mittwochmorgen feststellen, nicht mehr durchführbar. Von den rund 250 Mädchen und Jungen der Bismarckschule waren 16 Schüler gekommen, davon noch zehn der OGS (Offene Ganztagsschule). Und für den kommenden Montag und Dienstag, wenn eigentlich schon vorgezogene Ferien sind, sind zwei Kinder für die Notbetreuung angemeldet. „Das werde ich übernehmen, weil ich sowieso hier bin“, erklärt Fischer. Die Kolleginnen und Kollegen könnten besser Homeoffice machen.

In Rönsahl sah es ähnlich aus: 6 von normalerweise 100 Kindern waren in die Servatiusschule gekommen, davon gehört ein Kind zur Betreuungsgruppe. Ob es am 11. Januar in der Bismarck- und der Servatiusschule normal weitergehen wird, will Stefanie Fischer erst einmal abwarten. Zumindest erwartet sie dann einige Schüler mehr, die betreut werden müssen – was jetzt über Weihnachten und Silvester/Neujahr in den Familien offensichtlich nicht das Problem sei. Bislang gebe es acht Anmeldungen für eine Betreuung von Mädchen und Jungen am 7. und 8. Januar, wenn normalerweise die Schule wieder begonnen hätte. Sechs Schüler seien es in der Bismarckschule und zwei in der Servatiusschule, führt die Schulleiterin weiter aus. Ob es dabei bleibt und ob nicht doch noch neue Corona-Schutzverordnungen einen normalen Präsenzunterricht ab der zweiten Januarwoche verbieten, bleibe natürlich abzuwarten.

Gesamtschule

Ein gemischtes Bild zeichnet Gesamtschulleiter Johannes Heintges. Von den rund 480 Schülern, die die Jahrgänge 5 bis 7 besuchen, waren gestern 236 abgemeldet. Dazu kommen noch 28 Schüler, die aufgrund von Quarantäneregelungen die Schule nicht besuchten. Wobei nur ein Teil dieser Schüler aufgrund von Infektionen in der Schule zuhause bleibt, etliche haben Infektionsfälle im privaten Umfeld und besuchen aus diesem Grund derzeit nicht die Gesamtschule.

Bei der Entwicklung der Schulzahlen aufgrund des Erlasses des Ministeriums konnte Heintges eine ähnliche Entwicklung verfolgen, wie sie an der Pestalozzischule stattfand. „Am Montag und Dienstag waren in den meisten Klassen noch viele Schüler anzutreffen. Das hat am Mittwoch dann aber stark nachgelassen“, so der Schulleiter.

Bei der Notbetreuung, die am Montag und Dienstag der kommenden Woche auch an der Gesamtschule angeboten wird, wenn auch nur für Schüler des 5. und 6. Jahrgangs, gab es bis Mittwoch nur drei Anmeldungen, wobei die Anmeldefrist erst am Donnerstag endet. „Ich rechne aber nicht damit, dass in der kommenden Woche noch viele Schüler aufgrund des Betreuungsangebots im Gebäude sind“, so Heintges.

Dafür sind Schüler der Oberstufe an diesem Tag auf jeden Fall in der Schule, denn diese müssen Klausuren schreiben, da das Halbjahr für den Jahrgang 13 am Tag vor Heiligabend endet. Allein dadurch müssen zahlreiche Lehrer an diesen Tagen noch in die Schule.

In dieser Woche sind die Lehrer sowieso an Bord, da der Distanzunterricht von dort gesteuert wird. Dieser Unterricht erfolgt üblicherweise über das Programm Teams, das einen Videounterricht ermöglicht. Erteilt wird der Unterricht in allen Fächern und nach Stundenplan. Das heißt, es gibt auch bei Sport, Technik oder Hauwirtschaft keinen Ausfall.

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