Stadt mit Investitionsstau an GSK konfrontiert

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Der Schul- und Kulturausschuss beschäftigte sich am Montag mit dem baulichen Zustand der Gesamtschule sowie notwendigen Investitionen auch in der Mensa undder Stadtbibliothek. Gabriele Mavany vom Mensaverein führte durch die Mensa. ▪

KIERSPE ▪ Teilweise große bauliche Mängel und notwendige Investitionen in dem mehr als 40 Jahre alten Gesamtschulgebäude, im Schulbereich wie der Stadtbibliothek und der Mensa, beschäftigten am Montag den Schul- und Kulturausschuss.

Klar war, dass nicht alle sofort in Angriff genommen werden können, sondern nach einer Prioritätenliste abgearbeitet werden müssen. Nachdem schon bei einem Rundgang durch die Bücherei vor der Sitzung der alte und marode Teppichboden registriert worden war und auch die nicht mehr zeitgemäße Beleuchtung, zeigte sich dann im weiteren Verlauf noch sehr viel mehr Handlungsbedarf: Erst einmal lobte Schulleiter Johannes Heintges aber die unkomplizierte Hilfe der Verwaltung dabei, die Flure im Gebäude zu streichen und vorher die Löcher in den Wänden zuzugipsen. „Wir hätten nun natürlich die Bitte, dass es auch mit dem Streichen der restlichen Wände vorwärts geht, wenn der Bauhof Kapazitäten frei hat“, kam der Wunsch von Heintges.

Aber er machte noch auf weiteren Handlungsbedarf aufmerksam: So würde die Schule gerne in den Räumen, die nach dem Umzug der Musikschule frei werden, Beratungsräume einrichten. „Wir haben hier zu wenig Kapazitäten“, so der GSK-Leiter im Ausschuss. Er setzte seine Liste dann mit den blinden Fenstern im Oberstufenbereich fort, woran sich seit Jahrzehnten nichts geändert habe, sowie dem fehlenden Sonnenschutz. Besonders in den oberen Etagen der Türme sei die Situation im Sommer unerträglich, so dass dort dann eigentlich kein Unterricht möglich sei.

Heintges verwies an dieser Stelle ebenfalls darauf, dass durch die veränderte Schullandschaft nach Einführung der Sekundarschule eine verschärfte Konkurrenzsituation entstanden sei und auch vor diesem Hintergrund etwas unternommen werden müsse, um die Gesamtschule nicht nur hinsichtlich ihrer Unterrichtsqualität, sondern auch des Gebäudes und der Ausstattung sowie den zur Verfügung stehenden Medien attraktiv zu machen. Das waren klare Worte an die Politik und die Verwaltung gerichtet, die auch ankamen.

Er führte weiter aus, dass beispielsweise die Oberstufe nur interessant bleibe für die Schüler, wenn weiterhin Schüler aus Halver und Meinerzhagen sie besuchen, denn nur dann könne ein so breites Kursangebot wie bisher garantiert werden. „Derzeit gehen an unsere Oberstufe 100 Schüler aus Meinerzhagen“, informierte er.

Ganz wichtig sei eine zeitgemäße mediale Ausstattung, hob Heintges hervor. So brauche die Schule im Grunde für einen modernen Unterricht Beamer in allen Räumen, denn heute würde mit Computer und Laptop gelernt. Laut Aussagen der Stadt sei die technische Infrastruktur teilweise sogar bereits vorhanden oder aber unproblematisch zu schaffen. Die mediale Ausstattung sei ein ganz wichtiger Aspekt für Eltern, wenn sie sich für eine Schule entschieden. „Wir möchten den Zug nicht verpassen“, stellte der GSK-Leiter fest und sprach von einem „überschaubarem Aufwand“.

Heintges setzte die Liste noch mit einer attraktiveren Schulhofgestaltung gerade für die Kinder fort und sprach zudem die Bodenbeläge in der Schule an: Ob Stein-, Teppich- oder PVC-Boden, alles stamme noch aus der Bauzeit der Schule. Besonders der PVC-Boden hinterlasse keinen guten Eindruck nach einer so langen Zeit. Zum Schluss betonte Heintges: „Jeder Euro, der in die Bildung investiert wird, ist ein guter Euro.“

Der städtische Beigeordnete Olaf Stelse berichtete, dass für den Sonnenschutz schon Finanzmittel im Haushalt eingestellt seien, wobei die Maßnahme gestreckt sei auf die Jahre 2013 bis 2016. Insgesamt würden 2013 im Bereich der Gesamtschule 183 000 Euro investiert, hinzu kämen noch die Gelder aus der Schulpauschale für die Unterhaltung. Unter anderem nannte er 60 000 Euro für den Brandschutz und 40 000 Euro für die Erneuerung der Bio- und Chemieräume. Was die Gesamtschule kostet, das führte er einmal am Beispiel des Jahres 2011 vor Augen: So habe der Schulbetrieb allein 1,1 Millionen Euro gekostet, insgesamt seien 2,25 Millionen Euro ausgegeben worden. Stelse versprach aber, dass die Maßnahmen „im Rahmen der Möglichkeiten der Stadt abgearbeitet“ würden.

Auch um die Mensa ging es in der Sitzung. Aus dem Grund war eine Delegation des Mensavereins zu Gast, die ihre speziellen Probleme vortrug: Unter anderem ging es letztlich auch um die Frage, ob Schülern und Lehrern weiterhin ein möglichst gesundes Essen angeboten werden soll, denn das koste auch etwas beziehungsweise ließe sich mit Fastfood der Absatz steigern und die Einnahmen erhöhen, machte die stellvertretende Vorsitzende Gabriele Mavany deutlich. Betriebswirtschaftlich wäre dies die bessere Alternative. Aus der Runde kam jedoch Stimmen, dass möglichst daran festgehalten werden solle.

Es bestehe die Gefahr, so Mavany weiter, da schon heute nicht mehr kostendeckend gearbeitet werde, dass in Zukunft das Angebot nicht mehr aufrechterhalten werden könne. Außerdem stünden dringend notwendige Neuanschaffungen, Reparaturkosten für Geräte und Umbaumaßnahmen an. So gehe es um eine neue Software für die ab 2014 kommende Kennzeichnungspflicht von Inhaltsstoffen. Erforderlich ist, wie Stadttechniker Hartwig Benne erläuterte, eine neue Lüfteranlage, das Vario-Cooking-Center steht auf der Liste, zudem ein Überdruckvorhang und ein aufwändiger Geräteumbau. Hintergrund ist zum Teil der Brandschutz. Hierfür stehen Kosten von insgesamt 95 000 Euro im Raum.

Gabriele Mavany betonte ebenfalls, dass der Mensaverein gegen die Konkurrenz benachbarter Fastfood-Anbieter und Kioske im Umfeld der Gesamtschule kämpfen müsse. Erwähnung fand zudem das hohe Maß an Bürokratismus beim Bildungs- und Teilhabegesetz, auf dessen Grundlage rund 100 Kinder Mittel auch für die Mittagsverpflegung bekommen. Hilfe wünscht sich der Mensaverein von der Stadt bei den anstehenden Investitionen sowie ebenfalls bei der Bewältigung der betriebswirtschaftlichen Aufgaben, worüber in nächster Zeit näher verhandelt werden muss – und auch soll.

Rolf Haase

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