Schützenswertes Gebiet im Blickpunkt der Wanderer

Lukas und Justus schauen sich durch eine starke Lupe Vergissmeinnicht-Blüten an.

KIERSPE ▪ Zu klein für ein Naturschutzgebiet und dennoch ein schützenwertes Quellgebiet, das ist Quellsiepen, direkt hinter dem Schleipehammer gelegen. „Hier singt die Mönchsgrasmücke und auch die Bachstelze habe ich hier schon gehört“, berichtete Vogelkundler Martin Lynker am Samstagmorgen gut 20 Frauen und Männern mit Kindern.

Eingeladen zu der naturkundlichen Wanderung entlang der Schleipe hatten die Grünen. Aber nicht nur interessante Vögel hat hier Martin Lynker gefunden, auch seltene Pflanzen hat er schon gesehen, so die Kuckuckslichtnelke. „Solche Gebiete sind Perlen in der Natur“, begeisterte er sich. „Auf sie müssen wir besonders acht geben.“

Köpfe der Kinder rauchen

Und schon rauchten die Köpfe der Kinder, die nach Möglichkeiten suchten, das Gebiet dennoch unter Naturschutz zu stellen. „Dann wird Quellsiepen einfach vergrößert“, schlug Lukas vor. Doch dieser Vorschlag dürfte den Bauern, dem die Wiesen ringsherum gehören, nicht begeistern.

Froh war Martin Lynker jedoch, dass schon dieses kleine Quellgebiet sich selbst überlassen wird und Pflanzen und Tiere sich so heimisch fühlen können. Ein weiterer Nutzen dieser Quelle ist die Speisung des Teiches am Schleipehammer. Mit dem Wasser dieses Teiches konnten die Schmiede früher gute vier Tage arbeiten, was enorm lange war.

Erfreut war Martin Lynker, dass nach dem Sturm Kyrill nicht mehr so viele Fichten in den hiesigen Wäldern gepflanzt worden sind, sondern eher Laubbäume. „Fichten müssen gekalkt werden und nach drei Generationen auch gedüngt. Der Boden ist dann ausgelaugt. Das ist bei Laubbäumen nicht der Fall.“ Zu den Vögeln konnte Martin Lynker erzählen, dass sie verschiedene Laute von sich geben. So den Reviergesang, mit dem sie ihr Revier verteidigen. Dann haben sie auch einen Balzruf, einen Schreckruf und einen Stimmungslaut, je nachdem, in welcher Stimmung sie gerade sind.

Tüpfelfarn und Gänseblümchen

Von Schleipe aus führte die Wanderung Richtung Sprottenhammer entlang der Schleipe. Dort steht der sehr seltene Tüpfelfarm. Inzwischen hatten die Kinder eine starke Lupe von Hermann Reyher bekommen, mit der sie die Blumen noch genauer sehen konnten. „Bei diesem Gänseblümchen sind in der Mitte viele gelbe Kugeln“, wunderte sich eines der Kinder bei seinen Betrachtungen.

Auch an einer „genfreien Freizone“ kam die kleine Gruppe vorbei: In Hinterste Vornberg hatte ein Gartenbesitzer an dem Zaun seines Gartens dieses Hinweisschild aufgehängt. „Ich kaufe meinen Samen bei einem kontrolliert ökologischen Händler“, erklärte der Gartenbesitzer. „Das Saatgut ist zwar etwas teurer, aber auf keinen Fall genverändert.“

Viel zu sehen und zu hören gab es an diesem Morgen. Unterwegs hörten die Wanderer einen Zilpzalp singen, ebenso einen Buchfinken. Von Hinterste Vornberg ging es dann auf dem direkten Weg wieder zum Schleipehammer, wo bereits ein Grill angeheizt worden war.

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