Leben retten auf dem Schützenfest

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Beim Schützenfest des KSV baut der KKSV Meinerzhagen eine Laserschießanlage auf , um im Rahmen einer Typisierungskation den Besuchern einen Anreiz zum Mitmachen zu bieten.

Kierspe - Jeder Schuss ein Treffer. So sollte das bei Schützen sein. Bei der Knochenmarkspende ist das leider nicht so. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Spender registriert sind, um einem Menschen, der an Blutkrebs erkrankt ist, helfen zu können. Um die Spenderzahl zu erhöhen, sind nun die Schützen aktiv geworden – auch in Kierspe.

Normalerweise soll nichts die Feierlaune trüben, wenn der KSV sein Schützenfest feiert. Das soll auch in diesem Jahr nicht anders sein, am Schützenfestsonntag, 25. August, wird aber das Programm erweitert – und das hat einen durchaus ernsten Hintergrund. Unter dem Motto „Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein!“ begibt sich der Westfälische Schützenbund an diesem Tag im Schützenzelt auf die Suche nach Knochenmarkspendern.

So kommt an diesem Tag der Meinerzhagener KKSV vorbei und bringt zwei sogenannte „RedDot-Anlagen“ des Westdeutschen Schützenbundes (WSB) mit, an denen die Schützenfestbesucher ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen können. Der Vorteil der Anlagen: dort können alle schießen, da es keine Altersbeschränkung gibt. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre zahlen für zehn Schuss 1 Euro, alle anderen 2 Euro. Alle Einnahmen gehen an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS).

Ein paar Meter weiter wird die Kiersper Künstlerin Sophia Beste einen Stand aufbauen und Porträts der Besucher malen, die für 15 Euro an diese verkauft werden. Auch dort gehen die gesamten Einnahmen an die DKMS, denn nach wie vor ist die Auswertung der Speichelproben recht teuer und spendenfinanziert. Um möglichst viele potenzielle Spender an diesem Tag zu finden, hat der Schützenkreis Lüdenscheid, der stellvertretend für den Westfälischen Schützenbund vor Ort ist, Spenderröhrchen bei der DKMS angefordert und auch erhalten.

Hintergrund der besonderen Aktion ist eine Absprache zwischen dem Präsidenten des WSB und der DKMS, dass der Schützenbund ein Jahr lang Typisierungen auf allen großen Veranstaltungen ermöglicht und unterstützt.

So hatte der KKSV bereits bei seinem Osterchießen die Besucher und Schützen aufgefordert, sich typisieren zu lassen. Für Ludger Rösges, Vorsitzender des Schützenkreises Lüdenscheid und des KKSV Meinerzhagen, war es nach eigenem Bekunden eine Selbstverständlichkeit, die Kiersper Schützen anzusprechen und um Unterstützung zu bitten. Diese sagten auch ohne Zögern zu – und stellen nun ihr Festzelt für die Aktion zur Verfügung.

Besucher, die weder schießen möchten, noch ein Porträt wünschen, können die Veranstaltung mit dem Kauf eines Loses (20 Euro) unterstützen. Auch dieser Erlös kommt der DKMS zugute. Insgesamt werden nur 1000 dieser Lose verkauft. Im Gegenzug für den hohen Einsatz gibt es die Chance auf Preise, bei denen die ersten drei bereits einen Gesamtwert von 6500 Euro haben.

Weitere Typisierung

Eine besondere Aktualität hat die Typisierung für die Region bekommen, weil mittlerweile ein Kind aus Meinerzhagen dringend auf eine Spende angewiesen ist (weitere Informationen folgen). Aus diesem Grund veranstaltet die DKMS am Sonntag, 8. September, im Pädagogischen Zentrum eine weitere Typisierungsaktion, um auch die Spender zu erreichen, die nicht zum Schützenfest kommen können (auch darüber wird noch berichtet).

RedDot-Anlage

„Durch Änderungen im deutschen Waffenrecht ist es für die Vereine immer schwieriger, Nachwuchsförderung zu betreiben“, schreibt der WSB. Mit dem Laserschießen haben die Vereine nun eine Möglichkeit, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Denn mit diesen Anlagen ist es möglich, dass Kinder und Jugendliche schießen können, ohne ein Projektil abzufeuern, da ein Lichtstrahl das Ziel trifft und das Ergebnis auf einem Monitor angezeigt wird. Zur Verfügung stehen dabei nicht nur Gewehre, sondern auch Laserpistolen, die gerade einmal 350 Gramm wiegen.

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