Nicht nur Europa, sondern die Welt im Mittelpunkt

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In den vergangenen Wochen wurden Trommeln aus Tontöpfen gebastelt, die beim Kennenlernfest in der kommenden Woche zum Einsatz kommen.

Kierspe - „Die Welt ist nicht genug“, stellte James Bond 1999 fest. Die Schüler der Klasse 5.2 können das sicher nachempfinden, denn ihnen ist zumindest Europa nicht genug. Dabei waren die 24 Kinder angetreten, diesen Kontinent genauer kennenzulernen – ist, oder besser gesagt, war er doch Namensgeber ihrer Schwerpunktklasse. Doch jetzt ist aus der Europa- die Weltklasse geworden.

Begonnen hatte alles vor einigen Monaten im Rahmen der Projektwoche. Damals hatten sich die Schüler mit Peru beschäftigt. Die Lebensverhältnisse der Gleichaltrigen auf einem anderen Kontinent hatte die Schüler derart beschäftigt, dass der Wunsch wuchs, mehr über die Menschen jenseits der Grenzen Europas zu erfahren, so erzählt es Claudia Koll, die die Klasse gemeinsam mit Jasmin Bölling leitet. „Dazu kommt, dass viele Schüler der Klasse ihre Herkunft in anderen Ländern haben. Das wurde im März im Rahmen eines Schwerpunktabends der Schule noch einmal sehr deutlich“, erzählt Koll. So habe die Klasse 5.2 damals für internationale Spezialitäten aus den Herkunftsländern der Schüler gesorgt.

420 Euro hatten die Schüler mit dem Verkauf des Essens eingenommen. Die Hälfte davon wurde an Misereor gespendet, um damit den Menschen zu helfen, die in Ostafrika von einer Hungerkatastrophe betroffen sind. Stolz präsentieren die Schüler seitdem das Dankes-Schreiben des Hilfswerks. Koll: „Danach wollten die Kinder mehr über Afrika erfahren.“ So wurde der Lebensalltag der Kinder in Afrika zum Thema der zwei Stunden, die der Klasse für den Schwerpunktunterricht pro Woche zur Verfügung stehen. Danach bauten die Gesamtschüler Trommeln aus Tontöpfen, die im Rahmen des Kennenlernfestes am 12. Juli zum Einsatz kommen.

In der vergangenen Woche besuchten die Schüler dann den Weltladen, um ihr Wissen über fairen Handel und Arbeitsbedingungen zu vertiefen. Der Besuch beeindruckte die Kinder derart, dass für alle feststand, den beschädigten „Klassen-Fußball“ durch einen fair gehandelten Ball zu ersetzen.

„Wichtig ist bei dem Unterricht, dass die Kinder zwar empathisch gegenüber den Menschen auf anderen Kontinenten werden, aber diese nicht nur mitleidig betrachten. Sie sollen vielmehr die Vielfalt der Welt kennenlernen und begreifen, dass es auch dort Glück gibt, wo die Menschen nicht im Reichtum schwimmen“, sagt Koll. Wichtig sei dieses Lernen auch im Hinblick darauf, dass in den vergangenen Jahren viele Menschen neu nach Deutschland gekommen seien.

Für die Zukunft hat sich die Welt-Klasse viel vorgenommen. So sollen Mitarbeiter von Hilfsorganisationen eingeladen werden, um den Schülern von ihrer Arbeit zu berichten. Man möchte den Weg eines T-Shirts nachzeichnen, vom Bauwollanbau über die Fertigung bis zum Verkauf und eventuell an Wettbewerben zu Themen, die zum Unterricht passen, teilnehmen oder auch Handys sammeln, damit wertvolle Rohstoffe nicht verloren gehen. Aber auch der Klimawandel mit seinen Ursachen und Auswirkungen kann in Zukunft in der Klasse noch Unterrichtsthema werden.

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