Von Tierwohl kann oft keine Rede sein

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Im größten Raum der freien Schule waren alle Schüler zusammengekommen, um sich die Ergebnisse der Thementage anzuschauen.

Kierspe – Es waren klare Gegensätze, die die Schüler der Freien Schule beim Umgang mit Tieren in Deutschland vor Augen führten.

Als die Kinder der Klasse 1-2 von ihren Haustieren berichteten, war die Welt noch in Ordnung. Da gab es Geschichten von kleinen Hunden und großen Pferden, Chinchillas und Hamstern. „Lucky ist mein allerbester Freund“, bekannte eines der Mädchen bei der Geschichte über ihr Pferd.

Als dann aber über Zirkustiere, Hühnerhaltung und Massentierhaltung berichtet wurde, war es mit der freudigen Stimmung vorbei. Drei Tage hatten sich alle Jahrgänge der Freien Schule mit dem Tierwohl beschäftigt – und dabei einiges zutage gefördert.

Beim „Schweigen der Zirkustiere“ gab es ein kleines Theaterstück, das einen wenig tiergerechten Umgang mit den vierbeinigen Hauptdarstellern zeigte und auch viel zu kleine Käfige. Doch die Schüler der Klasse 3-4 wählten zumindest einen versöhnlichen Ausgang ihres Stückes. Gemeinsam mit Tierschützern wurden die Bedingungen verbessert.

„Rund ums Huhn“ war das Thema der Klasse 5-6. Sie führte ihren Mitschülern vor Augen, welche Unterschiede es zwischen Hühnern und Eiern aus Käfig-, Boden-, Freiland- und Biohaltung gibt. Verbunden war diese Präsentation mit einer klaren Kaufempfehlung für die Bioeier, „auch wenn diese ein paar Cent teurer sind“.

Haben Zirkustiere genügend Platz, geht es ihnen gut und dann mischen sich an der Freien Schule die Löwen sogar unter die Zuschauer.

Verschwiegen wurde auch nicht, dass in den meisten Haltungsformen die Tötung der männlichen Tiere vorgesehen ist und diese alles andere als human geschieht. Da ging es auf dem Hof der Familie Grafe doch etwas anders zu. Diesen hatten die Schüler des Jahrgangs 7-8 besucht und über ihre Erlebnisse einen Film gedreht. Danach gab es noch eine Präsentation ihrer Nachforschungen zu den verschiedenen Aspekten der Tierhaltung.

Bei der Massentierhaltung – insbesondere der von Schweinen – wurden die Schüler der Klasse 9-10 wieder sehr deutlich. Sie kastrierten im großen Veranstaltungsraum der Freien Schule sogar ein Schwein – zum Glück war dieses aus Stoff. Es war dann Aufgabe der Schüler aus Klasse 11 zu erklären, dass all das, was vorher gezeigt wurde, auf den Tellern der Verbraucher landet.

„Das Thema Tierwohl wurde von den Schülern selbst gewählt und schließt an die letzten Thementage zum fairen Handel gut an. Man merkt, dass nachhaltiges Leben ein Thema ist, das die Schüler stark beschäftigt – und das nicht nur in der Schule, sondern auch in ihrer Freizeit“, erzählt Lehrerin Stefanie Lambert.

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