Gesamtschule: Schwerpunkte setzen

Europa wird in einer der Schwerpunktklassen Thema sein. Jedes Kind, das ab Sommer die Gesamtschule in der fünften Klasse besucht, kann dann nach eigenen Interessen aus sechs Bereichen auswählen. ▪ Archivfoto: Becker

KIERSPE ▪ Ursprünglich gab es an der Gesamtschule die Idee, nur Bläserklassen einzurichten und den Kindern in diesen Klassen ein Instrument nahezubringen. Doch gute Erfolge mit dieser Klasse ließen die Pädagogen umdenken.

Nun wird bereits seit Jahren das Konzept der Schwerpunktklassen auch auf die anderen Eingangsklassen übertragen. So erhalten nun alle Kinder zusätzlichen Unterricht und dies ganz ohne Leistungsdruck und gelöst vom Lehrplan.

Bei der Anmeldung der Kinder, die am 1. Februar startet, kann unter anderem aus drei „Forscherklassen“ gewählt werden. Die „Forscherklasse 1“ hat den Schwerpunkt „Geschichte und Geschichten erforschen“. Dort lernen die Kinder Sagen, Märchen und Erzählungen aus Afrika, Asien, Amerika, Australien und Europa kennen. Dazu werden auch Büchereien und Buchhandlungen besucht, geplant ist auch, Autoren in die Schule eingeladen. Aber auch Kierspe spielt in dieser Klasse eine wichtige Rolle. So sollen die Kinder in dieser Klasse erforschen, wie die Menschen in der Volmestadt gelebt haben. Dazu werden Spuren der Vergangenheit in Wäldern und Weilern gesucht, die Kinder lernen, wie früher gefeiert wurde und es werden Sehenswürdigkeiten der Region aufgesucht.

Kinder, die Interesse an Pflanzen und Tieren haben, wissen wollen, wie wissenschaftliche Experimente funktionieren und die Natur beobachten möchten, sind in der „Forscherklasse 2“ mit Schwerpunkt „Naturwissenschaften“ genau richtig. Biologie, Chemie und Physik sollen den Kindern auf anschauliche Weise nähergebracht werden. Kinder, die diesen Schwerpunkt wählen, sollten gerne zeichnen, basteln und bauen. Teamarbeit ist dort der Schlüssel zum Erfolg, gepaart mit der Bereitschaft, Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens einzuhalten.

„Europa“ ist das Thema der „Forscherklasse 3“ Dort sollen die Schüler andere europäische Länder kennenlernen, entdecken wie die Menschen dort leben und arbeiten. Dazu wird europäisch gebacken und gekocht – auch wird Musik aus den Nachbarländern gehört. Beim Lernen in dieser Schwerpunktklasse nimmt der Computer eine zentrale Stellung ein. So sollen sich die Kinder mit dessen Hilfe mit Partnerklassen auf Englisch austauschen. Regelmäßig sollen die Ergebnisse des eigenen Forschens auch den anderen Klassen vorgestellt werden.

Das Einordnen in eine Gemeinschaft, Zugewinn an Selbstvertrauen, gegenseitige Rücksichtnahme und das gemeinschaftliche Übernehmen von Verantwortung sind die pädagogischen Ziele, die mit der Bläserklasse verfolgt werden. Aber natürlich sollen die Schüler dort auch das Spielen auf einem Musikinstrument erlernen, ihr Gehör schulen und Musikverständnis entwickeln. Dazu erhalten die Kinder über einen Zeitraum von drei Jahren je drei Wochenstunden (à 60 Minuten) Unterricht im Klassenverband und 60 Minuten Instrumentalunterricht in Kleingruppen. Diese Stunden sollen möglichst so über die Woche verteilt werden, dass die Kleinen möglichst jeden Tag ihr Instrument in die Hand nehmen. Die Instrumente werden von der Schule ausgeliehen. Zur Verfügung stehen Querflöten, Klarinetten, Saxophone, Trompeten, Posaunen, Tenorhörner und auch eine Tuba. Natürlich üben die Schüler nicht nur, sie zeigen ihr Können auch bei Info-Tagen, dem Kennenlernfest, Weihnachtskonzerten und bei städtischen Veranstaltungen.

Später ist auch ein Wechsel ins Schulorchester oder die Big-Band der Gesamtschule möglich. Natürlich können die Musikbegeistertern auch in anderen Musikgemeinschaften oder Orchestern einen Platz finden.

Bei diesem Angebot entstehen allerdings zusätzliche Kosten in Höhe von 25 Euro im Monat, mit denen der Unterricht von externen Lehrern bezahlt wird und auch die Leihgebühr für das Instrument.

Sketche Rollenspiele und Theaterszenen stehen auf dem Programm der Schwerpunktklasse „Theater, Kunst und Sprache“. Bei diesem Schwerpunkt stehen die künstlerischen, handwerklichen und spielerischen Fähigkeiten der Schüler im Mittelpunkt. Es werden Comics geschrieben und gezeichnet, Theaterstücke erdacht und aufgeführt, Rollenspiele geprobt und Sketche dargeboten. Außerdem werden kleine Bühnenbilder gebaut und Requisiten hergestellt.

Kinder, die Spaß daran haben, neue Sportarten kennenzulernen, fair und hilfsbereit sind und im Team arbeiten möchten, sind in der Schwerpunktklasse „Sport – Gesundheit – Fitness“ richtig aufgehoben. Dabei geht es aber nicht nur um Sport, sondern auch um die richtige Ernährung und die Teilnahme an Wettkämpfen.

Die Anmeldung selbst kann am Freitag, 1. Februar, von 14 bis 17 Uhr, am Samstag, 2. Februar, von 11 bis 14 Uhr, Montag, 4. Februar, von 16 bis 18 Uhr, sowie am Dienstag und Mittwoch, 5. und 6. Februar, jeweils von 15 bis 17 Uhr in der Schule erfolgen.

Die Eltern können sich auf der Homepage der Schule (gski.de) freie Sprechzeiten ansehen und telefonisch einen Termin unter der Rufnummer (0 23 59) 66 12 07 mit der Schulsekretärin Karin Fetting vereinbaren.

Es ist auch möglich, ohne Anmeldung an den genannten Terminen in die Schule zu kommen, dann kann es aber zu Wartezeiten kommen. Neben dem Kind sollten die Eltern dann auch die Zeugniskopie des dritten Schuljahres und die Kopie des Zeugnis nach dem ersten Halbjahr des vierten Schuljahres, die Empfehlung der Grundschule, den Anmeldeschein der Grundschule und ein Passfoto des Kindes mitbringen. Ein zusätzliches Anmeldeformular der Gesamtschule kann bereits im Vorfeld von der Homepage geladen werden.

Bei der Anmeldung müssen Eltern und zukünftige Schüler auch angeben, für welche Schwerpunktklasse sie sich entscheiden – drei verschiedene Schwerpunkte müssen gewählt werden, von denen einer bei der Bildung der neuen sechs Eingangsklassen berücksichtigt wird. ▪ Johannes Becker

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