Schüler beschäftigen sich mit Wald und Natur

Axel Dohmen von der Waldschule MK gab zu Beginn Erläuterungen zum Ablauf und auch einige wichtige Hinweise zum Aufgabenkatalog. Außerdem stellte er den Kindern die SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Crone vor, die gestern Morgen gekommen war und auch eine Gruppe auf ihrer Tour begleitete. Sie arbeitet in Berlin in dem für den Forst zuständigen Bundestagsausschuss mit. - Fotos: Haase

KIERSPE - Das Alter einer Fichte kann auch bestimmt werden, so lange sie noch wächst und gedeiht, wie die Mädchen und Jungen lernten, die gestern an den Waldjugendspielen am Lauseberg teilnahmen. Sie mussten dazu nur die Zahl der Astquirle des Baumes zählen, wobei einzelne kleine Äste keine Rolle spielten.

Von Rolf Haase

Die richtige Lösung lautete 24 Jahre. Die Gruppe, die von der Bundestagsabgeordneten Petra Crone begleitet wurde, lag mit 23 Jahren nur knapp daneben. Aber in größere Höhe sind die Quirle wegen des dichten Bewuchses auch manchmal gar nicht so leicht auszumachen.

Dass man bei einem gefällten Baum anhand der Baumringe das Alter erkennt, wussten noch die meisten, dass das auch bei einem noch stehenden Nadelbaum möglich ist, aber die wenigsten. Sechs Klassen von allen vier Kiersper Grundschulstandorten nahmen gestern an der Aktion des Regionalforstamtes Märkisches Sauerland und der Waldschule MK teil. Unterstützt wurden Axel Dohmen von der Waldschule und die ehrenamtliche Mitarbeiterin Gaby Plate wie immer von den Revierförstern Uwe Treff und Klaus Pokrandt.

Nicht einfach war es ebenfalls, den Baumumfang einer dicken Eiche mittels der Fingerspanne zwischen Daumen und Zeigefinger zu bestimmen. Rechnen können war dabei natürlich auch gefragt. Aber die Mädchen und Jungen arbeiteten in Gruppen und gemeinsam war es gut zu schaffen, so dass einige schließlich auf die richtige Lösung von 2,30 bis 2,50 Meter kamen. Die vierten Jahrgänge der Pestalozzi-, Schanhollen-, Bismarck- und der Rönsahler Servatiusschule waren mit insgesamt 116 Schülern gekommen.

Die rund vier Kilometer lange Strecke hatte Axel Dohmen bereits am Morgen abgesteckt, präpariert und die Schilder sowie anderen Utensilien für die insgesamt 20 Aufgaben verteilt. Start war mit dem Zapfenzielwerfen, wobei jedes Kind zwei Würfe hatte. Einigermaßen Glück hatten die Forstbeamten, Lehrer und Schüler, dass es gestern nicht stärker regnete. Aber die Gummistiefel, die einige Schüler trugen, taten angesichts des nassen Bodens gute Dienste.

Auch Sturmschäden nahmen die Kleinen in Augenschein und mussten unterscheiden zwischen Windwurf, wenn eine Fichte entwurzelt wird, und Windbruch, wenn ihr Stamm oder ihre Krone abgebrochen ist. Die Grundschüler hörten zudem, dass Müll nicht in den Wald gehört, lernten diesen als Sauerstoffspender, Wasserspeicher und Holzlieferant sowie wichtig für die Erholung der Menschen kennen, lauschten dem Waldkonzert aus Autolärm, Vögelgezwitscher, Windrauschen, fallenden Regentropfen und anderen Geräuschen oder bestimmten anhand von Blättern und Zapfen Baumarten wie Ahorn, Erle, Fichte, Pappel, Lärche, Kiefer und Douglasie. Petra Crone hatte selbst Freunde an dem Spaziergang durch die frische Luft und besonders an der Begeisterung der Kinder. Der Wald ist, wie sie die Kinder informierte eines ihrer Themen in Berlin, denn sie ist unter anderem für die SPD Mitglied im Bundestagsausschuss für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Um einige der im Wald lebenden Tiere wie Waschbär, Igel, Fuchs, Hirsch und Wildschwein ging es sowie genauso um Erdbaubewohner wie Fuchs und Dachs oder um Baumkrankheiten: So gab es an einem Baum eine Wucherung, die die Mädchen und Jungen als Baumkrebs identifizieren mussten. Sie sahen eine Naturverjüngung, wenn aus den heruntergefallenen Samen der Mutterpflanzen neue Bäume keimen. Das war ein Beispiel dafür, wie ein junger Wald anders als durch gezielte Anpflanzung in Reih und Glied entsteht.

Aber das Schwierigste kam zum Schluss: Da musste nur mit Hilfe eines Stockes die Höhe einer Fichte im Wald bestimmt werden: Erst nahmen die Kinder genau eine Armlänge von den Augen entfernt Maß, streckten dann, den Stock an der ermittelten Stelle fest umgriffen, den Arm aus und visierten über dessen Spitze blickend den Baumwipfel an, was erst bei einer entsprechenden Entfernung gelang. Dann ermittelten sie mit Schritten die Entfernung zum Baum in Metern. Die richtige Antwort lautete nicht sechs oder 15 Meter, sondern über 22 Meter.

Nach diesem erlebnisreichen Tag wanderten die Gruppen dann wieder zurück in ihre Schulen.

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