In Gesellschaft schmeckt es einfach viel besser

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eweils zwanzig bis dreißig Gäste finden sich einmal im Monat in der Regel zu einem gemütlichen„Essen in Gemeinschaft“ im Bürgerzentrum Felderhof ein. ▪

KIERSPE ▪ Die Tische sind sorgfältig gedeckt und dekoriert, aus dem großen Suppentopf dampft es verlockend und der Nachtisch steht auch schon bereit. An jedem ersten Samstag im Monat bietet ein Team ehrenamtlicher Mitarbeiter ein „Essen in Gemeinschaft“ an – und das seit inzwischen fünf Jahren, wenn auch nicht auf den Tag genau.

Im April 2008 fand sich im damaligen Familienzentrum der evangelischen Kirchengemeinde eine Gruppe Ehrenamtlicher zusammen, die etwas gegen die Isolation vieler Alleinstehender tun wollten. Und da zu einer gelungenen Mahlzeit immer auch die Gesellschaft anderer gehört, lag die Idee eines „Essen in Gemeinschaft“ gewissermaßen auf der Hand. In der ersten Zeit aß man gemeinsam im Kirchencafé Da Capo. Seit dem Übergang des früheren Gemeindezentrums Felderhof in das Eigentum der Stadt Kierspe findet das „Essen in Gemeinschaft“ unter dem Dach von „Hand in Hand“ im kleinen Saal im Bürgerzentrum statt.

„Anfangs waren wir nur zu sechst,“ erzählt Team-Mitglied Ulrike Decker. Inzwischen kümmern sich doppelt so viele feste Mitarbeiterinnen und Springer um die gemeinsame Mahlzeit, legen den Speiseplan fest, kaufen ein, kochen, und waschen hinterher auch wieder ab. Die Helfer essen natürlich auch mit, und im Laufe der Jahre hat sich ein kleines Stammpublikum herausgebildet. Rund zwanzig bis dreißig Personen seien jedes Mal da, erzählt Ulrike Decker. „Einige mehr dürften es schon sein,“ ergänzt ihre Kollegin Gerlinde Stahl. Sie vermutet Schwellenängste bei vielen Menschen, manche verwechselten das gemeinsame Essen auch mit einer Suppenküche. Genau das sei es aber nicht, betont sie. „Essen und Gemeinschaft stehen gleichberechtigt nebeneinander. Es gibt ja Leute, die sitzen immer nur alleine vor ihrem Teller.“ Wer das nicht will, der ist bei „Essen in Gemeinschaft“ richtig. Gäste wissen das Angebot zu schätzen: Sie unterhalten sich beim Essen, der ein oder andere trinkt anschließend noch eine Tasse Kaffee, die Atmosphäre ist entspannt. Als alle fertig sind, werden Liederzettel ausgeteilt. Auch das gehört zum Programm: Von Herbert Knabe auf der Mundharmonika begleitet, singen alle gemeinsam zwei Volkslieder. „Nun will der Lenz uns grüßen“ passt zwar nicht unbedingt zum Wetter, aber immerhin zur Jahreszeit.

Damit das Helferteam planen kann, sind Voranmeldungen unbedingt notwendig, Termine und Speiseplan werden vorab bekannt gegeben. An den Kosten soll sich jeder nach seinen Möglichkeiten beteiligen, mindestens aber mit ein bis zwei Euro.

Die Frauen kochen überwiegend deftig, den Jahreszeiten entsprechend. So gibt es im Winter Grünkohl oder auch einmal Sauerkraut; beim nächsten Essen am 4. Mai steht Falscher Hase mit Salzkartoffeln und Kohlrabi auf dem Plan, mit Vanilleeis mit roter Grütze als Dessert.

Dazu nutzen sie die Küche von „Hand in Hand“, und während die Gäste es sich noch gemütlich machen, wird dort schon wieder abgewaschen.

Im August macht das Team jeweils Sommerpause. Davon abgesehen sei das Essen kaum jemals ausgefallen, meint Ulrike Decker. „Es müsste schon sehr heftig kommen, bevor wir absagen.“ ▪ bnt

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