Wie geht's weiter?

Abriss letzte Chance für Haus in der Schnörrenbach

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Der Schick vergangener Tage ist schon längst verflogen: Das Gebäude in der Schnörrenbach ist total heruntergekommen, gleicht einer Ruine. Der an die Straße grenzende Altbau war mal ein beliebtes Ausflugs- und Tanzlokal. Der Anbau wurde im Jahr 1997 errichtet

Kierspe - Die besten Zeiten hat das Haus in der Schnörrenbach schon lange hinter sich. Zu Anfangszeiten ein beliebtes Tanzlokal, später Restaurant und Disco, schaut das Gebäude heute eher wie ein Endlager für Altreifen, Elektro-Großgeräte und Altkleider aus.

Wie geht es mit dem Haus weiter? Eine sichere Antwort darauf hat wahrscheinlich nur der Eigentümer, ein türkischer Mann, der in Siegen wohnt. Er hatte das Haus auf Bitten der damaligen Betreiber des türkischen Restaurants und der Disko gekauft, nachdem diese insolvent gegangen waren. Ihnen vermietete der Siegener sodann wieder die Räume, einige Zeit betrieb die Familie dort noch einen Imbiss. „Und dann fingen diese ganzen Zerstörungen an“, sagt Rainer Schürmann, städtischer Sachgebietsleiter Bauen und Planen, auf Anfrage unserer Zeitung.

Zunächst sei ständig eingebrochen worden. „Das Haus wurde kurz und klein geschlagen, Leitungen und Mobiliar herausgerissen“, berichtet Schürmann. Später wurden Lkw-weise Müll und Altkleider nicht nur vor, sondern auch in dem zerstörten Gebäude verteilt. Massenweise türmen sich heute im Eingangsbereich der ehemaligen Diskothek Schuhe.

Wer die Zerstörung und Vermüllung angerichtet habe, wisse weder die Stadt, noch der Eigentümer, sagt Schürmann. Fest steht aber, dass für die entstehenden Kosten der Entrümpelung der Siegener selbst aufkommen muss. Mittlerweile scheint das Gelände vor dem Gebäude als „Endstation“ für Altreifen, Elektrogeräte oder auch Farbeimer von so manchen Menschen genutzt zu werden. Der verkommene Zustand des Gebäudes wird bereits auf den ersten Blick deutlich. „Wir sind in diesem Jahr auf den Eigentümer zugegangen, haben ihn darauf hingewiesen, dass er das Gebäude sichern muss und entrümpeln sollte“, sagt Schürmann und betonte, man habe ihm zudem Angebote gemacht.

Die aber lehnte der Mann ab, sagte, er wolle sich selbst darum kümmern. „Seitdem passiert nichts mehr.“ Eine Zukunft sieht Schürmann für das einstige Tanzlokal in der Schnörrenbach nicht mehr. „Wenn das Haus entrümpelt ist, kann man den Zustand nur noch als schlechten Rohbau bezeichnen.“ Ein Abriss würde den Eigentümer aber auch noch rund 100 000 Euro kosten.

Derzeit laufen zudem noch die Ermittlungen im Brandfall vergangene Woche. Wie Polizeisprecher Dietmar Boronowski auf Anfrage mitteilte, gehe man von einer fahrlässigen oder vorsätzlichen „Inbrandsetzung“ aus. „Irgendwer hat irgendwas in Brand gesetzt“, formuliert Boronowski vorsichtig. Zur Aufklärung erbittet die Polizei Hinweise aus der Bevölkerung. Wer etwas beobachtet hat, sollte sich mit der Wache in Meinerzhagen unter Telefon 0 23 54/9 19 90 in Verbindung setzen.

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