Feuerwehr informiert über Einsätze auf vielen Kanälen

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Christian Schwanke hat als Pressesprecher der Kiersper Feuerwehr die sozialen Medien immer im Blick. Der stellvertretende Wehrleiter Mike Budde (links) will über Einsätze auch zukünftig so schnell wie möglich berichten.

Kierspe - Schmal ist der Grad zwischen Empathie und Sensationsgier. Wenn das jemand weiß, dann sind es Wehrleute. Um nicht durch Gaffer behindert zu werden, geht die Kiersper Feuerwehr in die Offensive und informiert möglichst früh und umfassend über ihre Einsätze. Mittlerweile sogar mit einem eigenen Team

Mike Budde, stellvertretender Leiter der Kiersper Feuerwehr kann sich noch gut an Zeiten erinnern, in denen die Wehrleute regelrecht von Schaulustigen verfolgt wurden: „Wenn wir am Gerätehaus starteten, standen in den Bushaltestellen vor der Tür und auf den Bürgersteigen manchmal bis zu zehn Fahrzeuge, die uns zum Einsatzort folgten. Wir haben damals immer gesagt, wir sollten das erste Fahrzeug in eine Richtung fahren lassen, die weit von dem eigentlichen Einsatz entfernt liegt. Haben wir natürlich nie gemacht, weil wir jeden Helfer vor Ort brauchen.“

Mittlerweile spielen sich solche Szenen so gut wie nicht mehr ab. Zum einen sind aufgrund der Rufmeldeempfänger, die die Wehrleute individuell über einen Einsatz informieren, Sirenenalarme selten geworden, zum anderen wissen die Kiersper, dass sie online von Feuerwehr und Meinerzhagener Zeitung (come-on.de) sehr schnell über den Einsatz informiert werden.

Bereits seit Jahren sind nach einem Einsatz oder, bei größeren Bränden oder Unfällen, auch schon während die Wehrleute noch vor Ort sind, Informationen über die Homepage und auch über die Facebook-Seite der Kiersper Wehr verfügbar. Doch nun gibt es auch ein festes Team an Öffentlichkeitsarbeitern und Pressesprechern. Die Leitung des Teams haben Christian Schwanke und Michael Brück übernommen. Zusätzlich kommen aus allen Einheiten der Feuerwehr Mitarbeiter dazu, die dann aber in erster Linie über Vorkommnisse aus ihrem Bereich berichten – aber auch den Pressesprecher vertreten, wenn dieser nicht vor Ort sein kann.

Geplant ist, dass der neuen Gruppe zwei Wehrleuten aus dem neuen Zug Stadtmitte (der nach dem Einzug in das neue Gerätehaus aus den beiden Innenstadtzügen gebildet wird), zwei Mitglieder des Jugendfeuerwehrleitungsteams, und je ein Helfer aus den Zügen Volme-Neuenhaus und Rönsahl sowie je ein Verantwortlicher aus Kinderfeuerwehr und Spielmannszug angehören.

In einer Dienstanweisung ist genau geregelt, wer welche Aufgaben übernimmt. Generell steht aber die Facebook-Seite, die Pressearbeit bei Einsätzen und die Pflege der – neuen, noch zu gestalteten – Homepage an erster Stelle. Damit bei Einsätzen Vertreter der Medien gleich wissen, an wen sie sich wenden, tragen die Pressesprecher im Einsatz eine grüne Weste, auf deren Rückseite sich ein entsprechender Aufdruck befindet. „Die Züge vor Ort können aber – gerade bei größeren Einsätzen – jederzeit ein Mitglied des Leitungsteams anfordern“, erklärt Schwanke.

Bei eventuellen Katastrophen würde, so Schwanke, der Sprecher der Kiersper Wehr mit anderen Pressesprechern aus dem Kreis zusammenarbeiten – und bei einem Einsatz im eigenen Stadtgebiet dann auch die Leitung übernehmen und gegebenenfalls Pressekonferenzen einberufen.

Gefragt, warum es nun eine solche Struktur gibt, obwohl doch auch in der Vergangenheit schon schnell und zuverlässig berichtet wurde, sagt Schwanke: „In der Vergangenheit hatten vier Leute Zugriff auf die Facebook-Seite, da hat geschrieben, wer gerade Zeit hatte. Da die Seite auch noch privat von einem Wehrmann angelegt wurde, hatten wir keinen Zugriff mehr, als dieser austrat. Die neue Seite ist jetzt von der Stadtverwaltung angelegt worden – außerdem ist nun klar, wer dort was schreiben darf.“ Wichtig ist den Wehrleuten aber auch, die Seite im Blick zu behalten, wenn der Einsatz bereits längst beendet ist. „Niemand kann sagen, welches Echo ein Post bei Facebook hat“, so Schwanke, der als Beispiel einen Vorfall nennt, bei dem ein Kiersper sich über den „Lärm“ der Martinshörner auf Facebook beschwert hatte.

In der Folge gab es eine Flut von Posts, die sich in erster Linie gegen den ursprünglichen Autoren richteten. „Da gab es bei uns sogar Anrufe vom Elbe-Radio“, erinnert sich Schwanke. Letztlich freuten sich die Wehrleute der Volmestadt über den starken Zuspruch, den sie von allen Seiten bekamen – und auch darüber, dass der Initiator sich letztlich für seine unbedachten Zeilen entschuldigte.

Die schnelle Information soll aber auch verhindern, dass Spekulationen in Form sogenannter Fake-News verbreitet werden – und natürlich auch Gaffer stoppen, die nicht mehr einfach nur neugierig sind, sondern mit ihrem Verhalten Einsatzkräfte behindern oder eigene Fotos und Filme ins Netz stellen, die dann die Rechte von Opfern und Wehrleuten gefährden können.

Schnelle Informationen 

In erster Linie informiert die Feuerwehr möglichst schnell über ihre Facebook-Seite unter „www.facebook.com/feuerwehrkierspe.de/“. Schnell informiert wird aber auch auf der Homepage der MZ unter „www.come-on.de“. In Zukunft gibt es auch auf einer neuen Homepage der Feuerwehr Informationen zur Wehr und ihren Abteilungen.

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