Schmutzige Fracht landet beim Putz im Container

Ein kaputtes Bobbycar, ein Schirm, ein Koffer und vieles mehr wurde von den 350 Helfern am Straßenrand gefunden.

KIERSPE ▪ In der Natur findet man Ruhe, Erholung und leider oft auch jede Menge Müll. Was da so alles zwischen Gras und Blumen versteckt ist und sich erfolgreich allen natürlichen Zersetzungsprozessen widersetzt, füllt alljährlich ganz locker einen großen Container. Seit mehr als 20 Jahren ruft die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) daher zum großen Frühjahrsputz auf.

So war es auch am Freitag, als eine besonders große Zahl an Helfern mit mehreren Fahrzeugen in alle Himmelsrichtungen ausschwärmte, nachdem sich alle am frühen Abend am Bauhof hinter dem Rathaus getroffen hatten. „Ich glaube, so viele Helfer hatten wir noch nie,” freute sich der UWG-Vorsitzende Clemens Wieland und überschlug die Zahl der Teilnehmer. „Das müssten dieses Mal so an die 350 Leute sein,” schätze er. Denn auch die Schulen schickten viele emsige Sammler.

„Diesmal sind Schüler der Gesamtschule, der Bismarckschule, der Schanhollen- und der Pestalozzischule dabei,” so Wieland. Das stellte die Organisatoren allerdings zunächst vor ein unerwartetes Problem: Dank der Unterstützung heimischer Unternehmen standen zwar Fahrzeuge für den Mülltransport bereit, allerdings mangelte es an Autos, um die Kinder zu transportieren. Doch auch das gelang durch mehrmaliges Fahren und den einen oder anderen Fußmarsch der Beteiligten.

Nach eineinhalb Stunden trafen alle wieder am Bauhof ein und türmten ihre schmutzige Ladung zu einem großen Müllberg auf. „Das sind etwa fünfzehn Kubikmeter Müll,” konstatierte UWG-Mitglied Karsten Schröder, der die Sammlung in diesem Jahr zusammen mit Friedhelm Fernholz organisierte. Was da alles im Container landete, erstaunte auch die Kinder. „Wir haben sogar einen leeren Feuerlöscher und ein kaputtes Bobbycar im Wald gefunden“, wunderte sich die kleine Corinna, die zusammen mit ihren Freunden von den „Löschzwergen”, also der Kinderfeuerwehr, mithalf.

Auch die Jugendgruppe der Baptistengemeinde, die Jugendfeuerwehr, Mitglieder des BUND, einige Motoballer und – in besonderem Maße – Familie Nordmeier aus Neuenhaus halfen tatkräftig bei der Aktion. So landeten rund 30 alte Autoreifen, Fässer, Baumaterialien, ein Schirm, ein Koffer und säckeweise anderer Müll im Container.

„Wir haben uns vor allem auf die Ausfallstraßen konzentriert,” berichtete Schröder. So wurde die Straße nach Halver bis Neuenhaus gesäubert, die Volmestraße Richtung Meinerzhagen bis zum Abzweig nach Wiebelsaat, die Schnörrenbach bis zum Wanderparkplatz und die Straße Richtung Rönsahl bis Varmerter Holz.

Auch das Kerspetal wurde über Padberg bis Mühlenschmidthausen vom Müll befreit. Im innerstädtischen Bereich sammelten die Helfer im Waldgebiet Auf dem Busch und im Neubaugebiet Östlich Rathaus bis zum Fritz-Linde-Stein. Die Firmen Vonnahme, Latifi und Schmiedel, sowie die Feuerwehr und die Motoballer stellten Fahrzeuge zur Verfügung.

Einen Wermutstropfen gebe es aber doch, bedauerte Clemens Wieland: „Mit Ausnahme der Grünen, die sich entschuldigt haben, hat sich kein Vertreter der Kiersper Parteien gemeldet. Da hätte ich gerade von denen, die besonders laut einen Umweltbeauftragten gefordert haben, mehr Einsatz erwartet.” Dies sei schließlich praktizierter Umweltschutz. Wie gewohnt konnten sich die Helfer abschließend bei Grillwürstchen und Getränken stärken und saßen noch eine Weile in geselliger Runde einige Zeit gemütlich zusammen.

Petra Schüller

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