Schleiper Hammer wird zum außerschulischen Lernort

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Peter Heins (rechts) hält das unbearbeitete Stück Eisen in der Hand, in der Hand von Karl-Heinz Kraus (links) ist der fertige Kleiderhaken zu sehen. Silvia Baukloh und ihre Heimatvereins-Kollegen dankten dem Stiftungsvorstand um Rolf Bonsack (2. von links) und Olaf Stelse (2. von rechts) für die Unterstützung bei der Qualifizierung des Schleiper Hammers zum außerschulischen Lernort.

Kierspe - An einem vermeintlich abgelegenen Ort, weit hinten im Schleipetal, findet sich ein hervorragend erhaltenes Hammerwerk, das seit 1989 vom Heimatverein Kierspe betreut wird: der Schleiper Hammer.

Nun soll das kleine Industriemuseum über die Stadtgrenzen hinaus bekannt werden. Für dieses Vorhaben gelang nun die Qualifizierung zum „außerschulischen Lernort“.

„Qualifizierung ist heutzutage alles“, weiß Peter Heins, stellvertretender Vorsitzender des Kiersper Heimatvereins. Er fügt hinzu: „Wenn man vorweisen kann, dass die Sache die man anbietet, qualifiziert ist, löst man bei den Interessenten ein Gefühl von Sicherheit aus. Die Leute wissen dann im vornherein, dass sie es mit etwas Seriösem zu tun haben.“

Seriös und vor allem lehrreich soll es sein, das Angebot für Schulen, das der Heimatverein nun über das Projekt „Südwestfalen macht Schule“ bewerben darf: „Im Schleiper Hammer können die Schüler erlebnisorientiert lernen, wie eine Hammerschmiede funktioniert und welche Produkte aus dem Schleipetal damals schon für den Weltmarkt hergestellt wurden. Zudem können sie selbst einmal schmieden, hämmern, bohren und drehen“, berichten Peter Heins und die Vorsitzende des Heimatvereins Silvia Baukloh. Bei Workshops wurden für das pädagogische Angebot zwei Lernprogramme ausgearbeitet: Zum Thema Eisenverarbeitung lautet die Aufgabe „Wir schmieden einen Kleiderhaken“, für das Thema Kunststoffverarbeitung heißt es „Wir pressen einen Eierbecher“. Die ausgearbeiteten Lernprogramme wurden im Rahmen der Bewerbung, die im vergangenen Jahr eingereicht wurde, von der entsprechenden Zielgruppe getestet. So waren unter anderem Schüler der Kiersper Gesamtschule zu Gast im Schleiper Hammer, die das Programm getestet haben: „Die Schüler haben Kleiderhaken geschmiedet und Eierbecher gepresst. Anschließend haben sie uns eine Rückmeldung gegeben, was gut war und was anders gemacht werden sollte“, schildert Peter Heins.

Für die Finanzierung der Workshops konnte der Heimatverein die „Jugendaufbauwerk-Kierspe Manfred-Fischer-Stiftung“ gewinnen. Rolf Bonsack und Olaf Stelse, Mitglieder des Stiftungsvorstands, waren am Donnerstagnachmittag zu Gast im Bakelitmuseum, wo ihnen die Heimatvereinsvertreter Silvia Baukloh, Peter Heins und Karl-Heinz Kraus die Zukunftspläne für den außerschulischen Lernort erläuterten. „Die Jugendförderung ist ein großes Ziel der Stiftung. Wir wollen etwas für Kierspe tun“, erklärte Rolf Bonsack vor Ort die Beweggründe zur Unterstützung des Projektes.

Durch die Aufnahme in den „Kreis der außerschulischen Lernorte“ soll in erster Linie der Bekanntheitsgrad des Schleiper Hammers vorangetrieben werden: „Ziel ist es, dass Schülergruppen aus ganz Südwestfalen zu uns kommen und die theoretischen Unterrichtsinhalte hier praktisch erfahren können“, hofft der Heimatverein auf eine starke Frequentierung des eigenen Angebots.

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