Schein und Sein in „Was ihr wollt“ von Shakespeare

Das Shakespeare-Stück „Was ihr Wollt“ der VHS-Theatergruppe sorgte beim Publikum für Begeisterung. Auch Haushofmeister Malvolio (Diemut Barth, Mitte) ist in Olivia (Brigitte Péron, links) verliebt. Maria (Inge Lück) denkt sich ihr Teil.

KIERSPE ▪ Komödien von Shakespeare sind auch heute noch eine „sichere Bank“. Die Theatergruppe der Volkshochschule Zeus & Consorten zeigte „Was ihr wollt“ in leicht veränderter Form, „bearbeitet, modernisiert – sowie ein klein wenig ergänzt – von Martina Schneer-Bille“. So formulierte das Theaterprogramm.

Die junge Viola hat ein Schiffsunglück überlebt, bei dem ihr Zwillingsbruder Sebastian ums Leben gekommen zu sein scheint. Um in den Dienst des Herzogs Orsino von Illyrien treten zu können, verkleidet Viola sich als Mann und nennt sich von nun an Cesario. Orsino schickt seinen neuen Diener als Brautwerber zur Gräfin Olivia. Die findet allerdings Gefallen an dem gut aussehenden, jungen Mann. Viola (Cesario dagegen hat sich in Orsino) verliebt. Die Verwirrung wird vollends komplett, als Sebastian auftaucht.

Die VHS-Truppe ist geradezu prädestiniert für eine Komödie, die mit den Geschlechterrollen spielt. Bei Shakespeare waren es Männer, die die Frauenrollen spielten, bei der VHS Volmetal ist es genau andersherum. Mangels männlicher Schauspieler sind auch die meisten Männerrollen mit Frauen besetzt. Ute Gehres gab den Herzog Orsino, die als Mann verkleidete Viola wurde von Jutta Meyer gespielt, die Gräfin Olivia von Brigitte Péron.

Wie in vielen Stücken von Shakespeare steht den adeligen Liebesbeziehungen eine zweite Gruppe gegenüber, die aus ziemlich eigennützigen Gründen zusätzlich für Verwirrung sorgte: Die beiden Junker Sir Tobi und Sir Andrew zetteln gemeinsam mit dem Narren und der Dienerin Maria (Inge Lück) eine handfeste Intrige an, um dem eingebildeten Haushofmeister Malvolio eins auszuwischen. Die vier hatten die Lacher auf ihrer Seite, als etwa Malvolio, dargestellt von Diemut Barth, merkwürdig gekleidet und mit einem Dauergrinsen auftrat. Die anderen hatten ihn glauben gemacht, Olivia sei in ihn verliebt.

Wunderbar komisch waren auch Helmuth Fastenrath als trinkfester Intrigant und Martina Schneer-Bille als tölpelhafter Sir Andrew, der zu allem Unglück ebenfalls in Olivia verliebt war. Andrews Duell mit dem vermeintlichen Nebenbuhler Cesario war sicher einer der Höhepunkte des Abends.

Zeus und Consorten hatten bei ihrer Premiere im Pädagogischen Zentrum ein volles Haus, das begeisterte Publikum spendete langanhaltenden und wohlverdienten Beifall. Drei weitere Aufführungen stehen auf dem Programm: Jeweils um 19.30 Uhr ist die Truppe im Kulturbahnhof Halver am 20. März zu sehen, am 25. März in der Alten Drahtzieherei in Wipperfürth und am 29. März dann noch in der Stadthalle inMeinerzhagen. ▪ Birgitta Negel-Täuber

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