Heimische Motorradfahrer auf der Isle of Man zu Gast

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Auch auf der Isle of Man waren die acht Motorradfahrer aus dem Sauerland und dem Oberbergischen sehr wechselhaftem Wetter ausgesetzt.

Kierspe – Als Zuschauer bei einem der spektakulärsten Motorradrennen der Welt und „Versuchskaninchen“ für den Brexit waren vor Kurzem acht Motorradfahrer aus Kierspe und Umgebung sowie dem Oberbergischen Kreis auf den Britischen Inseln unterwegs.

Helmut Baumann, Oris Papini, Sven Ladwig, Detlef Funke, Gerd Wilfersegger, Rolf Müller, Ralf Gießelmann und Christoph Bach hatten sich auf den Weg nach Schottland gemacht, um auf der Isle of Man Gast bei der TT (Tourist Trophy) zu sein.

Für einige der Sauerländer war es bereits die dritte Fahrt nach Schottland, aber für alle die erste Fahrt zur Isle of Man, wo eines der berühmtesten und spektakulärsten Motorradrennen der Welt stattfindet. Die Erwartungen waren dementsprechend groß

An einem Donnerstag ging es los in Richtung Amsterdam, wo abends die Fähre nach Newcastle genommen wurde. Beim Verlassen des Hafens am nächsten Morgen waren starke Nerven gefragt. Die ganze Prozedur der Kontrolle von Fahrzeugen und Pässen dauerte länger als eineinhalb Stunden. Was Jahre zuvor völlig unproblematisch war, war nun eine Tortur in Leder. Auf Nachfrage wurde bestätigt, „This is a test run for the Brexit“ (Dies ist ein Testlauf für den Brexit).

Als die Motorradfahrer endlich den Hafen verlassen hatten, wurden sie mit schottischem Wetter und damit mit reichlich Regen begrüßt. Dieser begleitete die Fahrer letztlich während der gesamten Reise. „Wir hatten immer einen halben Tag Regen und einen halben Tag Sonne. Einmal darauf eingestellt, konnte man den Wechsel von Licht und Schatten der herrlichen grandiosen schottischen Landschaft genießen“, schildert Oris Papini.

In Stirling bezogen die Biker ihr erstes Hotel, dem Ausgangspunkt für die nächsten Touren in die nördlichen und westlichen Highlands. Eine Mischung aus hohen Bergen, dunklen Seen, grünen Hügeln und kargen Steinwüsten. Am Abend wurde dann die schottische „Pub-Kultur“ in Augenschein genommen. Es ergaben sich schnell Kontakte zu heimischen Bikern, die auf die Biker aus dem Oberbergischen und Sauerland aufmerksam wurden. Daraus ergab sich, dass ein einheimischer Motorradfahrer sich den Gästen am nächsten Tag als Tour-Guide anbot, ein Angebot, das die Besucher gerne annahmen. Neil führte die acht Biker über reizvolle Straßen und Landschaften zu schottischen Biker-Treffpunken. Papini: „Es war ein rundum gelungener Tag mit neuen Freunden.“

Ein weiteres unvergessliches Erlebnis war sicherlich das Endspiel der Champions-League zwischen Liverpool und Tottenham in einem völlig überfüllten Pub. Die Stimmung war unbeschreiblich, alle feierten und sangen friedlich mit leichtem Übergewicht für Liverpool, erinnern sich die Sauerländer.

Nach den drei Tagen in Stirling ging es mit einer Zwischenstation in den Midlands bei Cockermouth zum Hafen Heysham an die Westküste. Dort wurde die Fähre zur Isle of Man bestiegen. Schon am Hafen wurde klar, dass sich dort viele Menschen auf dem Weg machten zum größten Motorrad-Event im Jahr. Unzählige Motorräder warteten am Hafen. Die Fähre war völlig überfüllt, Biker saßen in den Gängen und in jeder freien Ecke. Die dreistündige Überfahrt wurde dadurch recht anstrengend.

In Douglas auf der Isle of Man bezogen die Biker ihr Haus, das sie von privat für zwei Tage zur Verfügung gestellt bekommen hatten. Die Bewohnerin übernachtete in dieser Zeit bei Verwandten. Dies ist auf der Insel üblich, auf der alles auf die Rennwochen ausgerichtet ist. Die Tourist-Trophy ist ein enormer Wirtschaftsfaktor für die Insel und Identifikation für die Einheimischen.

Am folgenden Tag sollte es dann soweit sein, die Sauerländer bezogen an unterschiedlichen Stellen an der Strecke Position, um das Rennen zu beobachten. „Mit der Zeit sickerten die ersten Informationen durch, dass das Rennen erst um eine Stunde, dann nochmals um zwei Stunden verschoben wurde. Grund war der starke Regen in den Bergen, der zu ungleichen Streckenverhältnissen auf dem 60-Kilometer-Rundkurs führte. Biker die schon über eine Woche auf der Insel waren berichteten, dass es bis zu diesem Tag ohnehin nur ein Rennen gab“, erzählt Papini. Das Rennen an diesem Tag war für sechs Runden angesetzt, wurde aufgrund des Wetters auf vier Runden gekürzt und dann nach zwei Runden wegen eines tödlichen Unfalls eines Rennfahrers abgebrochen – der 250. Todesfall seit Bestehen des Rennens. In der Konsequenz wurde die Strecke bis zum Abend nicht mehr freigegeben.

Alles was den Besuchern nun noch blieb, war die Strecke selbst einmal abzufahren. Papini: „Dies vermittelte einen bleibenden Eindruck der Gefahr in die sich die Fahrer begeben und den Mut den sie aufbringen, um mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde über schmale Straßen und durch Ortschaften zu rasen.“ Die Enttäuschung, kein Rennen gesehen zu haben war bei den deutschen Gästen natürlich groß, zumal es am kommenden Tag wieder Heim ging. Am Abend wurde nochmals die besondere Atmosphäre, der mit Bikern überfüllten Insel, aufgesaugt. Am folgenden Tag ging es für die Fahrer aus dem Sauerland und Oberbergischen erst wieder mit der Fähre nach England zurück, dann von Hull zurück nach Rotterdam sowie ins Oberbergische und Sauerland.

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