„Schanholly“ wird mit Bienenhonig hergestellt

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Gemeinsam präsentierten Peter Feltens, Stefan Petersen und Ernst-Willi Funke gestern am Hülloch den „Schanholly“. Eine neue Likörkreation, die das Zeug zu einem typischen Kiersper Werbeträger hat. ▪

KIERSPE ▪ Der „Schanholly“ könnte im buchstäblichen Sinne bald in aller Munde sein. Es handelt sich um einen neuen Kräuterlikör, der in seinem Namen nicht von ungefähr den Begriff Schanhollen aufgreift. Denn die Schanhollen entwickeln sich spätestens, seitdem nach einem Namen für das neue Kiersper Konfekt gesucht wurde, zum typischen Kiersper Werbeträger par excellence.

Die Pralinen, die von der Bäckerei Diwald entwickelt worden sind, sollen als „Schanhollenmützen“ zum Stadtfest im September auf den Markt kommen. Die kleinen Fläschchen mit dem Schanholly allerdings gibt es bereits früher, denn im Hotel-Restaurant Haus Berkenbaum werden sie beim ersten Schanhollen-Vesper, einer neuen Idee von Gastwirt Ernst-Willi Funke, am Sonntag, 23. Mai, um 17.30 Uhr als flüssige Beigabe offiziell Premiere feiern. Ideal eignen könnte sich das Getränk so zum Verteilen der angebotenen deftigen Kost, bestehend aus westfälischen Wurst- und Schinkenspezialitäten, hausgemachtem Kartoffelbrot, Potthucke, Bratkartoffeln und mehr.

Gestern aber bereits wurde der neue Kräuterlikör im trinkgerechten 20- Milliliter-Fläschchen gemeinsam von dem Berkenbaumer Gastwirt, dem geschäftsführenden Gesellschafter von Krugmann Spirituosen, Stefan Petersen, und Hülloch-Eigentümer Peter Feltens erstmalig vorgestellt.

Auf der Flasche befindet sich ein Schanholle, so, wie die Krugmann-Grafikerin ihn sich vorgestellt hat: mit roten Bäckchen, grünem Hemd und brauner Hose sowie ziemlich spitzen Ohren. Es ist halt sehr lange her, dass jemand die Schanhollen, die Kiersper Sagengestalten, gesehen haben will.

Der Legende nach sollen sie in früherer Zeit im Hülloch, der Höhle tief unten im Arney, gewohnt haben. Es handelt sich um kleine Elfen- oder Zwergenwesen, deren Bezeichnung sich von schöne Holde ableitet. Friedfertig seien die Höhlenbewohner gewesen, heißt es. Täglich hätten sie morgens in aller Frühe dem Bauern bei seiner Arbeit geholfen und das Vieh gehütet, so dass er unbekümmert faulenzen konnte. Er dankte ihnen das mit Brot, das er auf einem Zaunpfahl platzierte. Nur Kinder wie der Sohn des Landwirts konnten die kleinen Wichte, die der Sage nach nahezu nackt waren, sehen. Als der Bauer dann den Schanhollen stattdessen einmal Kleidung hinlegte, die sie auch mitnahmen, kamen sie nicht wieder und wurden auch nie mehr gesehen. Ob sie wohl seitdem in den Tiefen der Höhle leben, die inzwischen wieder geöffnet wurde und erforscht wird. Die Höhlenforscher indes sind sicher, dass das Hülloch tatsächlich noch so manches Geheimnis birgt, meinen damit aber vermutlich gewiss nicht ernsthaft die Schanhollen.

Höhle beflügelt

die Fantasie

Die Hülloch-Erforschung beflügelt die Fantasie. Auch die von Ernst-Willi Funke. Bereits vor rund einem Jahr kam ihm die Idee für den Schanholly, allerdings war zu dem Zeitpunkt der Name noch völlig unklar. Die Likörkreation sollte etwas mit der Kiersper Höhle und den Schanhollen zu tun haben. „Klaus Ross, ein guter Freund, kam dann auf Schanholly“, berichtet Funke. An den Krugmann-Chef wandte er sich dann erst um die Jahreswende.

Bei dem stieß er prompt auf offene Ohren: Stefan Petersen zeigte sich nicht zuletzt auch aufgrund der Heimatverbundenheit des Unternehmens sofort begeistert von dem Vorschlag, den Schanholly als Neuheit in der langen Reihe der Minispielflaschen herauszubringen. Diese waren, wie er erinnert, entworfen worden, als kleinstes Gebinde mit dem Inhalt eines Schnapsglases. Verbunden war damit zudem die Möglichkeit, sie für ein Geschicklichkeitsspiel zu nutzen. Anfangs war sogar eine Spielanleitung beigefügt. „Das ist heute nicht mehr nötig, weil die meisten wissen, wie’s geht“, merkt Petersen an.

Ein Renner seien derzeit die Versionen für verschiedene Vereine der Fußballbundesliga wie Schalke oder auch Köln. Insgesamt gebe es 50 verschiedene Ausführungen, zu denen sich jetzt noch der Kiersper Schanholly gesellt. „Stellen Sie sich vor, dass es an der Theke einfach heißt: Gib mal drei Schanholly rüber. Das passt doch. Oder?!“, meint der Krugmann-Chef.

Für den Schanholly wurde extra eine neue Likör-Rezeptur entwickelt: „In unserer Kräuterküche entstand eine Komposition, die einzigartig ist. Inhaltsstoffe sind 20 verschiedene Kräuter, wobei die besonders hervorstechenden Inhaltsstoffe Bienenhonig, Nelken und Tausendgüldenkraut sind“, so Stefan Petersen.

Zu erwarten ist, dass die erste Auflage von 2000 Fläschchen bald weg sein wird. Doch können problemlos ganz schnell weitere hergestellt werden. Wenn es sie zunächst auch nur zum neuen Schanhollen-Vesper gibt, das immer sonntags ab 17.30 Uhr in Haus Berkenbaum veranstaltet wird, soll der Schanholly natürlich dann auch davon losgelöst erhältlich sein, versichert Ernst-Willi Funke.

Ideen gibt’s noch mehr: „Ich könnte mir eine Geschenkpackung mit einer 0,7-Liter-Flasche Schanholly, Wurst eines heimischen Metzgers und Brot eines Bäckers vorstellen“, so Stefan Petersen. Selbstverständlich müsse der Schanholly aber auch bei einem für dieses Jahr geplanten Open-Air-Event in der Naturarena vor dem Hülloch angeboten werden, steht für Peter Feltens fest, der da einges vorhat. Und Funke ist bereits gefragt worden, ob der Schanholly denn auch beim Stadtfest verkauft werden kann. ▪ rh

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