Schanhollenfest komplett verregnet

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Der Heimatverein hatte am frühen Morgen für das Volksfest extra ein neues Schanhollenbrot backen lassen. ▪

KIERSPE ▪ Es war einfach nur nass. Vom Anfang bis zum Ende des ersten Schanhollenfestes regnete es in Strömen. Dennoch, auch wenn die Besucherzahl übersichtlich blieb, die Stimmung in der Sparkassen-Naturarena war gut.

„Ich erinnere mich noch an meine Schulzeit“, erzählte die stellvertretende Bürgermeisterin Marie-Luise Linde bei ihrer Begrüßungsansprache. „Unser Lehrer Kuhbier erzählte uns damals viel von den Schanhollen, ihren Taten und Untaten.“ Dank sprach sie aus an den Stadtmarketingverein, die Eigentümern des Grundstückes, Peter und Christa Feltens, und wünschte dem Fest einen guten Verlauf.

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen, Wolfgang Opitz, bezeichnete Kierspe als eine liebenswerte Stadt. „Es ist nicht weit nach Köln“, rief er in Erinnerung. „Wir müssen aber dafür sorgen, dass unsere Stadt sich zum attraktiven verändert. Hier am Hülloch können viele Events stattfinden“, stellte er in Aussicht.

Zur Erinnerung an die Eröffnung der Sparkassen-Naturarena pflanzten die drei Hauptakteure des Tages, Marie-Luise Linde, Wolfgang Opitz und Peter Feltens, eine Linde.

Nach dem offiziellen Teil begann das Unterhaltungsprogramm des Tages. Clemens Wieland kündigte anstehende Aktionen und auch Attraktionen an. Wer wollte, konnte in die Tiefen des Hüllochs hinabsteigen. Höhlenforscher Wolfgang Hänisch begleitete die kleinen Gruppen, wies auf den Bach hin, der durch die Höhe führte, erzählte von Fledermäusen, Höhlenasseln und Höhlenkrebsen. Eine ganz saubere Angelegenheit war das nicht. Nach dem Verlassen des Hüllochs kam manch ein Höhlenbesucher mit brauner Erde verschmiert ans Tageslicht zurück. Ein Erlebnis war es dennoch.

Margarete Noll vom Plattdeutschen Kreis las auf Platt eine Geschichte vor und wer gut aufpasste, konnte die Antworten für das Plattdeutsche Quiz erraten, richtig ankreuzen und am Ende bei der Auslosung einen Preis gewinnen.

Einmal hoch in die Luft, den Blick über ganz Kierspe riskieren, auch das war Sonntag möglich. Ein Kran zog eine überdachte Gondel 50 Meter in die Höhe und gab den Blick frei über einen Teil des Schanhollenfestes und Kierspe-Bahnhof.

Der Heimatverein hatte für das Fest am frühen Morgen extra ein Schanhollenbrot backen lassen. Das Hotel Berkenbaum kreierte eine (Höhlen-)Krebssuppe – aber auch eine Schanhollenbratwurst. Die Forellen aus dem Wehetal gab es frisch oder geräuchert ein paar Stände weiter.

Unterhaltungswert hatte der Auftritt der Senior-Ritas, die mit ihrem beliebten Kierspe-Rap auftraten und sogar noch eine aktuelle Strophe über das Hülloch und die Schanhollen hinzu gedichtet hatten. Die Theatergruppe der Volkshochschule „Zeus und Consorten“ stellte spielerisch Variationen der Gründe vor, warum die Schanhollen Kierspe verlassen haben.

Ein besonderer Hingucker war die Party-Band Blue-Brassers aus Ravensburg. Angezogen mit Schanhollenmützen sorgten sie mit Stimmungsmusik für gute Laune auf dem Platz.

Mit einer ganz neuen Nachricht trat Ortsheimatpfleger Ulrich Finke Sonntag an die Öffentlichkeit. In der Oxford-Universität steht seit 1935 das Buch „Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen“ von Adalbert Kuhn, erschienen im Verlag Brockhaus, Leipzig 1859. Dieses Buch ist als E-Book von Google digitalisiert und kann online gelesen werden. Zu finden ist es unter dem Suchbegriff „Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen“. Dort findet der Leser auf Seite 159 Geschichten über die Kiersper Schanhollen, im Buch leider als Schahollen bezeichnet, was wohl ein Druckfehler sei.

Das erste Schanhollenfest war eine gelungene Veranstaltung. Es war von den Organisatoren liebevoll vorbereitet und mit Höhepunkten versehen. Lediglich die Besucherzahlen seien verbesserungswürdig. Es werde auch in Zukunft weitere Schanhollenfeste geben, die dann hoffentlich besseres Wetter haben würden. Das nächste wird in zwei Jahren gefeiert. Es wird zukünftig im Wechsel mit dem Stadtfest stattfinden. ▪ GeG

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