Seit 20 Jahren feste Vereinsgröße

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Klaus Müller, seit 20 Jahren an der Spitze des Fan-Clubs Kerspe-Knappen, zeigt das neue Trikot, das auf dem Rücken nicht eine Nummer, sondern das Wappen des in Kierspe beheimateten Vereins trägt.

Kierspe - „Wir wollen Spaß haben. Mit Randale haben wir nichts zu tun!“, nennt Klaus Müller den wesentlichen Grund, warum vor zwei Jahrzehnten der Schalke-Fan-Club Kerspe Knappen gegründet wurde.

„Wir sind damals mit sieben Mann auf Schalke gefahren“, erinnert sich der Vorsitzende des Fan-Clubs. Das bedeutete, dass stets zwei fahren mussten, kein Bier trinken konnten. Das sollte sich ändern: Also gründete das Septett am 10. September 1999 den Fan-Club und fand an dem Gründungsabend gleich zwei weitere Mitglieder.

 „Und dann kamen sie auf uns zu gerannt“, verdeutlicht Müller, dass die Anhänger der Königsblauen „uns überrollt haben“. Mit ausschlaggebend war vor 20 Jahren auch die Aktionen des Fan-Club-Verbandes der Schalker, die bei der Gründung halfen und Unterstützung gewährten.

Mitgliederzahl kletterte auf 200

Innerhalb von zwei Jahren stieg die Mitgliederzahl auf 200, kletterte in der Folgezeit auf rund 250 – aktuell gibt es 253 Kerspe-Knappen. 50 bis 60 davon finden ihren Spaß bei den gemeinsamen Fahrten zu den Heimspielen des FC Schalke 04, die etwa acht bis neun Stunden dauern. Eben nicht mit Privatfahrzeugen, sondern mit einem Bus. Waren es anfangs noch kleine Busse mit acht und später 30 Sitzen, so reichten die Kapazitäten bald nicht mehr aus.

Heute sind es die normalen großen Busse, mit denen es nach Gelsenkirchen geht – und dabei haben die Kerspe-Knappen stets Spaß, auch wenn „ihre Mannschaft“ insbesondere in der jüngeren Vergangenheit nicht so spielt, wie sie es sich wünschen. Dass der Fan-Club so einen guten Zulauf hat, sieht Klaus Müller – seit der Gründung Vorsitzender des eingetragenen Vereins – darin, dass „wir uns immer gut benehmen“.

Sicherlich trägt sowohl die Kontaktfreudigkeit der Kerspe-Knappen, als auch eben die Liebe zum FC Schalke 04 – „Schalke ist für uns Religion!“ – dazu bei, dass die Mitglieder des Fan-Clubs nicht nur aus Kierspe, Meinerzhagen und Halver kommen, sondern ebenfalls aus Lüdenscheid, wo es auch einen Schalke-Fan-Club gibt, und anderen Orten des Märkischen und Oberbergischen Kreises (Wipperfürth).

Im Laufe der zwei Jahrzehnte sind sogar Fans aus Geldern, Eisenach, den Niederlanden, aus Österreich und Norwegen Mitglied bei den Kerspe-Knappen geworden. Letztere können zwar meist nur einmal pro Saison mit dem Flugzeug aus Norwegen und Österreich kommen, werden dann aber am Flughafen in Köln abgeholt und erleben mit den anderen die Fahrten zum Heimspiel „ihres“ Bundesligavereins. Ob sie aber auch zur Geburtstagsfeier kommen werden, steht noch nicht fest.

Der 20. Geburtstag wird aber auf jeden Fall gefeiert. Dafür hat man sich das spielfreie Wochenende in der zweiten Oktoberwoche ausgesucht: Am Samstag, 12. Oktober, steht ein Stadionfest ab 15.30 Uhr im eigenen Klubheim, über das die Kerspe-Knappen seit zehn Jahren verfügen können, auf dem Programm. „Nichts Großes“, winkt der Vorsitzende ab, dass es auch dabei gemütlich zugehen wird. Die Mitglieder und geladene Gäste sind aber nicht nur an diesem Samstag im Klubheim willkommen, sondern auch zu einem besonderen Festhochamt in der katholischen Kirche St. Josef.

Orchester gratuliert zum Geburtstag

Denn dort wird am Sonntag, 29. September, das 30-köpfige Orchester Fanfare St. Joseph Merkelbeek aus den Niederlanden zu Gast sein und – sehr zur Freude der Kerspe-Knappen – zum ersten Mal in der Kiersper Kirche das Steigerlied spielen. Bei der Fanfare St. Joseph handelt es sich um das Orchester, das André Rieu bei seinen Konzerten begleitet.

Die Plakate für das Festhochamt mit dem Orchester Fanfare St. Joseph Merkelbeek sind längst gedruckt.

Die Kerspe-Knappen hatten den musikalischen Leiter des Ensembles bei der Jahresfahrt nach Leipzig kennengelernt. Daraus entwickelte sich eine Freundschaft, die nun in den Auftritt des Orchesters in Kierspe mündet. Dies zeigt schon, dass bei den Mitgliedern des Fan-Clubs nicht nur die Fahrten zu den Heimspielen auf dem Programm stehen, sondern sie sich auch in vielfältiger Weise in Kierspe engagieren. So beteiligen sie sich am Kiersper Ferienspielprogramm ebenso wie am Stadtfest und anderen Aktionen wie dem Public Viewing im Innenhof des Rathauses bei der WM 2006 oder dem ersten Tanztee auf dem Forum der Gesamtschule.

Zu den aus Knappensicht herausragenden Ereignissen gehört natürlich, dass sie es schafften, im Jahr 2006 Rudi Assauer nach Kierspe zu holen – der sich auch ins Goldene Buch der Stadt eintrug. Aber auch die Verbindung zu Alexander Jokisch, dem Architekten der Kapelle in der Arena auf Schalke, genießt im Fan-Club einen hohen Stellenwert. Schließlich gebe es dadurch nicht nur gute Kontakte zur Stadt Linz, auch hat Jokisch dem Fan-Club das Modell der Arena-Kapelle geschenkt und darüber hinaus einige Kerspe-Knappen auf Kacheln verewigt.

Während dem Verein mittlerweile 38 Dauerkarten sowie weitere Sonderkarten – sodass ein Bus stets gefüllt werden kann – für die Heimspiele zur Verfügung stehen, sei es schwierig, bei Auswärtsspielen an Tickets zu kommen. Daher gibt es nur eine „Ausfahrtstour“ pro Jahr, die dann gleich die Jahresfahrt ist und mit anderen Dingen außerhalb des Fußballs verbunden wird.

Zuletzt ging es nach Leipzig, aber auch eine Legendenfahrt – wo man dann ehemalige Spieler wie Martin Max oder Ingo Anderbrügge treffen kann – und Stadiontour haben die Knappen natürlich schon mitgemacht. Auswärtsspiele können natürlich im Klubheim angeschaut werden. Dort findet auch jeden dritten Freitag im Monat ein Stammtisch für die Kerspe-Knappen statt.

Der Vorstand

Der Vorstand des Fan-Clubs Kerspe-Knappen setzt sich aus dem Vorsitzenden Klaus Müller, seiner Stellvertreterin Heike Deuschle, den Kassierern Manfred Scharpe und Peter Fiswick, den Schriftführern Marc Deuschle und Frank Baginski, dem Sport- und Jugendwart Dennios Breitung sowie fünf Beisitzern zusammen.

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