Ein Drittel weniger Futter durch die Trockenheit

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Zogen aus landwirtschaftlicher Sicht eine Bilanz für das Jahr 2018 mit dem „Jahrhundertsommer“: Reiner Grafe, Michael Kremer, Björn Hettesheimer, Fabian Hedfeld, Ralf Crummenerl, Marc Feltens und Peter Frettlöh.

Kierspe - „Wir haben ein Drittel weniger Futter durch die Trockenheit“, lautet eine der wesentlichen Aussagen der Bilanz, welche die heimischen Landwirte über das zu Ende gehende Jahr treffen. Und ebenso: „Wir haben die beste Wasserqualität weit und breit!“

Traditionell zieht der Landwirtschaftliche Ortsverein kurz vor dem Jahreswechsel Bilanz. Diesmal waren es neben dem Vorsitzenden Reiner Grafe Michael Kremer, Björn Hettesheimer, Fabian Hedfeld, Ralf Crummenerl, Marc Feltens und Peter Frettlöh, die noch einmal das Jahr 2018 aus landwirtschaftlicher Sicht Revue passieren ließen.

Während Sturm Friederike den Landwirten kaum zu schaffen machte, sorgte das kalte Frühjahr, bis Ende März, schon eher für Probleme. Denn die Gülle konnte erst vier Wochen später als gewohnt ausgefahren werden. Gleichzeitig betonen die Landwirte aber auch, dass „wir das beste Wasser weit und breit haben“. Der Nitratgehalt liege gerade einmal bei 8 Milligramm, 50 seien erlaubt.

„Wir können uns nichts erlauben, so oft werden wir kontrolliert“, wies Reiner Grafe auf die regelmäßigen Bodenkontrollen hin. Das gute Ergebnis führen er und seine Kollegen insbesondere auf die Wasser-Kooperation mit dem Wupperverband zurück und den daraus resultieren Programmen. Durch die lange Kälteperiode sei aber zumindest die erste Ernte gesichert gewesen, da die Bodenfeuchte noch groß war.

Das sollte sich aber ab April drastisch ändern: Die Dürre sorgte dafür, dass die Brunnen, die auf den meisten Höfen vorhanden sind, versiegten. Wenn das städtische Wassernetz auf dem Hof vorhanden war, konnte darauf umgestellt werden, was wiederum mit höheren Kosten verbunden war. Dies galt auch für solche landwirtschaftlichen Betriebe mit versiegtem Brunnen und ohne städtische Wasserleitung.

„Dann musste ein neuer Brunnen bis zu einer Tiefe von 100 Metern gebohrt werden“, lautete die Konsequenz. Schließlich sei ein Wasserverbrauch von 20 Kubikmetern pro Tag normal. Und eine Kuh trinke in einem heißen Sommer wie dem vergangenen bis zu 140 Liter pro Tag. Die Hitze bedeutete Stress für die Kühe, die sich morgens auf der Weide aufhielten und mittags in den Stall kamen, weil dort der Ventilator lief. Für die Landwirte bedeutete dies auch recht schnell, Wintervorräte zum Füttern zu nutzen.

Einerseits, weil sich die Kühe im Stall aufhielten, auf der anderen Seite waren die Weiden nicht ergiebig. Wurde früher viermal gemäht und Silage gefahren, so waren es in diesem Sommer zwei Silagen, vielleicht drei, „dann aber mit dem Rasenmäher“, verdeutlichen die Landwirte das geringe Wachstum. Während die Futtermais-Ernte noch eingermaßen in Ordnung war, stiegen nicht nur die Futterpreise insgesamt deutlich an, bedingt durch die Knappheit.

Auch, wenn der eine oder andere Landwirt auch Silomais dazu kaufen musste, so blieben die Erlöse doch stabil, weil die Milchpreise ebenfalls auf dem bisherigen Niveau blieben. Absehbar sei allerdings nicht, wie weit die Dürre das Grünland geschädigt hat. Man müsse damit rechnen, dass es im kommenden Jahr nicht so üppig wachsen wird.

„Wenn es noch einmal solch einen Sommer gibt, dann wird es kritisch“, wissen die heimischen Landwirte. Darüber werden sie auch am 15. Januar (10.30 Uhr, Haus Berkenbaum) auf ihrer Winterversammlung sprechen. Das Winterfest auf Gut Haarbecke findet am 9. März statt und das gemeinsame Grillen mit den Halveraner Landwirten Anfang September.

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