Sanktionen gegen Putin treffen Kierspe Landwirte

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Am Ende eines jeden Jahres halten (von links) Peter Frettlöh, Michael Kremer, Reiner Grafe, Peter Dick und Heinz Wennekamp vom Vorstand des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes einen Rückblick auf das ablaufende Jahr.

Kierspe - „Wie war die Marktlage?“, „Hat das Wetter mitgespielt?“, „Was erhoffen wir uns von 2015?“, diese Fragen stellt sich der Vorstand des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Kierspe am Ende eines Jahres. Peter Frettlöh, Michael Kremer, Reiner Grafe, Peter Dick und Heinz Wennekamp saßen zusammen und hielten einen Rückblick auf das landwirtschaftliche Jahr.

Von Gertrud Goldbach

Auch bei den Landwirten war der vergangene Winter ein entspannter Winter. „Wir hatten wenige eingefrorene Wasserleitungen“, erinnerte Peter Frettlöh. „Und dadurch, dass wir keinen Schnee hatten, brauchten wir das Futter nicht freizuschaufeln, welches im Freien in den Gras- und Maissilagen lagerte.“ Kurz war der Winter, denn bereits Anfang April begann die Wachstumsperiode.

Den ersten Grünlandschnitt machten die Landwirte Ende April oder Anfang Mai. „Wir mähten in diesem Jahr fünf Mal das Gras“, berichtete Heinz Wennekamp. „So häufig mähen wir selten.“ Was so gut begann, blieb jedoch nicht so. Der Mai wurde richtig nass. Lange sah der Mais schlecht aus, weil es ihm zu nass und zu kalt war. Dafür wuchs das Gras um so prächtiger. „So hohe Graserträge haben wir selten“, waren sich alle fünf Landwirte einig. Das Gras wurde Silage, denn um aus ihm Heu zu machen, dafür war es zu feucht. Drei Tage konstantes Schönwetter ist für Heu nötig und das gab es in diesem Jahr selten. Auch wenn der Mais anfangs nicht viel Hoffnung machte, er entwickelte sich im Sommer und Herbst dann doch noch. Über den Herbst konnten die fünf Landwirte nichts Negatives sagen.

„Wir hatten unsere Tiere bis Anfang November noch draußen“, warf Michael Kremer ein. „Auch die Maisernte im Herbst war ziemlich entspannt. Wir hatten mehr als drei Wochen Zeit, die Ernte einzubringen.“ Fazit der Landwirte: Die Erträge bei Gras und Mais waren gut bis zufriedenstellend.

„Aus Talsohle herauskommen“

Weniger zufrieden waren alle Fünf mit der Marktlage. „Bis August war alles so wie immer“, so Heinz Wennekamp. „Doch dann kamen die Sanktionen gegen Russland und Putin verhängte einen Einfuhrstopp für Obst, Fleisch und Milch.“ Auf dem Weltmarkt führte das zu einem Preisverfall. Der Erzeugerpreis für Milch fiel beispielsweise von 40 auf 30 Cent. Ähnlich war es bei Obst und Fleisch. Auch wenn die Chinesen viele dieser Produkte kaufen, sie ordern derzeit eher kleinere Mengen, immer in der Hoffnung, die Preise fallen weiter.

Zehn Euro für ein zweiwochen altes Kalb

„Für uns ist das nicht erfreulich“, erklärte Heinz Wennekamp. „Wir bekommen für unsere Produkte jetzt weniger Geld, die Gesamtkosten, wie zum Beispiel Futtermittel, sinken nicht.“ Zehn Euro bekommen die Landwirte derzeit für ein zwei Wochen altes weibliches Kalb, doch schon die diese ersten beiden Wochen kosten dem Landwirt 30 Euro an Milch. Die Arbeit ist da noch nicht eingerechnet. „Für 2015 hoffen wir, dass die derzeitige Entwicklung nicht anhält und wir aus der Talsohle herauskommen“, so Peter Frettlöh, Michael Kremer, Reiner Grafe, Peter Dick und Heinz Wennekamp. Was das Wetter angeht, da sind die Fünf guter Dinge. „Wir werden mit jeder Wetterlage schon irgendwie fertig“, waren sie sich einig.

Ein erster Termin steht für den Landwirtschaftlichen Ortsverband Kierspe im neuen Jahr auch schon an. Es ist die Ortsverbandsversammlung am 13. Januar um 10.30 Uhr im Funkenhof. Wichtigste Tagesordnungspunkte sind die Wahlen für den Ortsverband und die Kammerwahlen. Über eine zahlreiche Teilnahme würde sich der Vorstand des Ortsverbandes freuen.

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