Neue Stromverteilung entspricht Gesetzeslage

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In der Gesamtschule wird derzeit eine neue Stromverteilung installiert. ▪

KIERSPE ▪ Gesetzliche Vorgaben und die Alterung der bisherigen Anlage machten den Einbau einer neuen Stromverteilung in der Gesamtschule notwendig. 45000 Euro investiert die Stadt, um die Verteilung zukunftssicher zu machen. Die Arbeiten werden noch bis kurz vor Schulbeginn andauern.

Wer derzeit die Kiersper Gesamtschule betritt, betätigt die Lichtschalter vergeblich. Keine Lampe geht in diesen Wochen an. Der Grund wird bereits wenige Meter hinter dem Eingang zum Pädagogischen Zentrum deutlich. Armdicke Kupferkabel warten dort auf ihre Abholung durch einen Verwerter. Mit einer Notstromversorgung werden derzeit Alarm- und Brandmeldeanlage betrieben und auch die Kühlschränke in der naturwissenschaftlichen Abteilung laufen nur, weil sie an der vorübergehenden Versorgungsleitung hängen, genau wie die Lampen, die die Arbeitsplätze bei der Stromverteilung beleuchten. Natürlich wurde auch die Wohnung des Hausmeisters auf dem Gesamtschulgelände nicht vergessen und an das provisorische Netz gehängt.

Mehr als 40 Jahre hat die alte Verteilung brav ihren Dienst getan. Doch den Anforderungen der Zukunft sind die Bauteile aus den 1960er Jahren nicht mehr gewachsen.

Außerdem zwingt eine Gesetzesänderung zu einem massiven Umbau. Bislang waren die Photovoltaikanlagen, die auf den Dächern des Schul- und Sportzentrums installiert sind, an die alte Verteilung angeschlossen. Ablesbar war aber nur die gesamte Einspeisemenge. Das lässt ein neues Gesetz nicht zu. Demnach müssen alle Anlagen, die gefördert werden, auch einzeln auslesbar sein. Im Bereich der Gesamtschule betrifft das die 120-KW-Anlage auf dem Dach der Sporthalle, die 80- und 50-KW-Anlagen auf den Dächern der Schule und die 70-KW-Anlage auf dem Hallenbaddach. Lediglich die 30-KW-Anlage auf dem Dach des C-Turmes ist nicht betroffen, da von dieser Anlage direkt ins Stromnetz eingespeist wird.

In Zukunft werden Stadt und Stadtwerke als Anlagenbetreiber genau wissen, welche Anlage mit welcher Leistung arbeitet.

Die Schule selbst wird aber vor allem mit Strom aus dem Netz versorgt. Zweimal 10 000 Volt kommen an den beiden Transformatoren an. Diese Spannung wird auf 400 Volt heruntergeregelt, die dann in der Verteilung ankommen, um die Gesamtschule mit allen ihren Gebäuden zu versorgen.

„Wir reduzieren seit Jahren zwar kontinuierlich in allen Bereichen den Stromverbrauch, doch weil ständig neue Verbraucher dazukommen, bleibt der Verbrauch im Grund konstant“, erklärt Hartwig Benne vom Gebäudemanagement der Stadt.

Damit ist dann auch erklärt, warum die neue Anlage über die gleiche Leistungsfähigkeit verfügen muss, wie die alte. Lediglich die Baugröße hat in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich abgenommen, so dass in Zukunft deutlich mehr Platz in dem Raum, in dem die Stromverteilung untergebracht ist, zur Verfügung steht.

Eingebaut und verkabelt wird die neue Anlage von der Firma Lemmer aus Kierspe. Um die Kosten, die bei rund 45 000 Euro liegen, nicht noch weiter steigen zu lassen, helfen städtische Mitarbeiter des Gebäudemanagements beim Ausbau der alten Anlage mit. Auch wird die Stadt die mehr als zehn Zentimeter dicken Kupferleitungen selbst verwerten. Allerdings kommt auch die neue Anlage nicht ohne neue Kabel aus, so dass sich der Gewinn in Grenzen halten dürfte. „Wir gehen davon aus, mit den Arbeiten vor dem Schulbeginn fertig zu sein“, so Benne. In seinem jetzigen Zustand wäre das Gebäude auch nicht nutzbar. Denn neben dem Strom fehlt auch das warme Wasser und somit die Heizung. Denn nur wenige Meter von der Schule entfernt wird unter der neuen Vierfachturnhalle an der Heißwasserverteilung gearbeitet (die MZ berichtete). Aufgrund einer provisorischen Anbindung wird derzeitig lediglich das Hallenbad mit warmem Wasser versorgt. ▪ jobek

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