„Null Transparenz“ bei Wegsanierung

Fast zwei Wochen war der Wanderweg Richtung Woeste wegen der Aufschüttungen nicht benutzbar. - Archivfoto: Wilczek

Kierspe - Die Sanierung des öffentlichen Wanderweges von der Straße Padberg nach Woeste und weiter zum Wienhagener Turm durch einen Landwirt mit Einverständnis der Stadt sorgt weiter für Ärger.

Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Kierspe will die Maßnahme nicht einfach hinnehmen und übt massive Kritik an der Verwaltung. Ein Landwirt hatte dort tonnenweise Geröll- und Gesteinsbrocken vermischt mit Mutterboden, Aushub aus einer Baugrube in Meinerzhagen, abkippen lassen, die den stark frequentierten Weg zunächst für fast zwei Wochen komplett unbenutzbar machten, ehe das Material mittlerweile verteilt worden ist (MZ berichtete).

Die Freien Wähler hatten das Material als „völlig ungeeignet“ bezeichnet und befürchten, die verteilte Erde mit den Gesteinsbrocken könne aufgrund des starken Gefälles des Weges abrutschen und erst Hunderte Meter tiefer auf der Straße zum Liegen kommen. Erst Auswaschungen gebe es bereits.

„Fachlich wollen wir dazu zunächst aber keinen weiteren Kommentar abgeben. Das soll zunächst einmal die Verwaltung tun, wenn die Baumaßnahme offiziell als abgeschlossen gilt, wir fragen uns jetzt vielmehr, warum das Material dort überhaupt abgekippt wurde“, sagt Fraktionsvorsitzender Peter Christian Schröder.

Der Weg, den der Landwirt zum Erreichen seiner Felder nutzt, sei nicht in einem so schlechten Zustand gewesen, wie es jetzt von der Stadt dargestellt werde. „Dort gab es mehrere Rinnen, die bei Regenfällen das Wasser abgeleitet und so Auswaschungen verhindert haben. Das hat gut funktioniert, bis die Stadt die Pflege dieser Rinnen eingestellt hat“, sagt Schröder.

FWG-Kollege Torsten Götze, sachkundiger Bürger im Ausschuss für Bauen und Umwelt, spricht ein aus seiner Sicht weiteres Problem an: „Die zuständigen politischen Gremien und auch die Öffentlichkeit hätten im Vorfeld mindestens informiert werden müssen, wenn Arbeiten an solch einen häufig benutzten Weg anstehen. Aber selbst im Rathaus wussten nur ganz wenige Personen Bescheid. Unserer Meinung nach herrscht dort ein Kommunikationsproblem.“

„Kann jetzt künftig jeder Landwirt mit öffentlichen Wegen machen, was ihm gefällt?“, fragt Götze und spricht von „null Transparenz“ in dieser Sache.

Weil die Freien Wähler von vielen Kierspern angesprochen worden seien, die überhaupt nicht einverstanden mit der Sanierungsweise des Weges sind, werde man die Angelegenheit weiter verfolgen. Die FWG kündigte an, nochmals schriftlich Kontakt mit den Verantwortlichen im Rathaus aufnehmen zu wollen. „Die Antwort auf unser erstes Schreiben sehen wir nämlich als unzureichend an. Für uns bleibt der Weg ein Endlager für Bodenaushub, der sonst teuer auf einer Deponie hätte entsorgt werden müssen“, sagt Schröder. Götze versprach die Sanierung des Weges im ersten Ausschuss für Bauen und Umwelt nach der Sommerpause zum Thema machen zu wollen.

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