Hochbehälter im Arney ist wieder fit für die Zukunft

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Nach der Sanierung der beiden Kammern können die Baustellencontainer, die vor dem Hochbehälter aufgebaut wurden, wieder abgefahren werden.

KIERSPE - Damit die Kiersper im Nordosten der Stadt auch weiterhin ihr Wasser aus einer der bekanntesten Talsperren Deutschlands beziehen können, wurde der Hochbehälter im Arney aufwendig saniert. Ab der kommenden Woche stehen dann wieder beide Kammern des Bauwerkes zur Verfügung.

Von Johannes Becker

Wie eine militärische Anlage wirkt der Hochbehälter im Arney. Ganz oben auf dem Berg in der Nähe des Funkmastes befindet sich das unauffällige Bauwerk, das zum größten Teil im Erdreich verschwindet. Umgeben von einem massiven Zaun, dessen Überklettern durch Stacheldraht erschwert wird, bietet das Reservoir Platz für insgesamt 2000 Kubikmeter Wasser. Mit Trinkwasser versorgt wird von dort vor allem der nordöstliche Teil Kierspes.

30 Jahre ist das Gebäude inzwischen alt und die Jahre haben ihre Spuren hinterlassen. Bei einer der regelmäßigen Kontrollen wurde festgestellt, dass die Chlor-Kautschuk-Beschichtung im Inneren erste Anzeichen von Auflösung zeigte.

Da die Mitarbeiter der Stadtwerke mit solchen Schäden wenig Erfahrung haben, holten sie sich Rat von Fachleuten der Universität Koblenz. Nach der Auswertung von Betonproben kam von dort die Empfehlung, fünf Millimeter der Betonoberfläche abzustrahlen und eine zwei Zentimeter starke Schicht Spezialbeton aufzutragen und auf weitere Beschichtungen zu verzichten.

Bereits im vergangenen Jahr wurde auf diese Weise eine Kammer des Hochbehälters saniert und danach wieder in Betrieb genommen. In diesem Winter erfolgte die Sanierung der zweiten Kammer, die in dieser Woche abgeschlossen wird. Wenn alles wie vorgesehen funktioniert, kann die Kammer dann in der kommenden Woche wieder befüllt werden, erklärt Rolf-Stiebing, Stadtwerke-Betriebsleiter.

Dann kann auch die Baustelle, die neben dem Gebäude eingerichtet wurde, wieder abgebaut werden. Dazu müssen etliche Container abgefahren werden.

Insgesamt kosten die Arbeiten an dem Gebäude, das sich im Eigentum der Kiersper Stadtwerke befindet, rund 500 000 Euro.

Das Wasser, das von dem Hochbehälter aus an die Kiersper verteilt wird, stammt ursprünglich aus einer der bekanntesten Talsperren Deutschlands – der Wiehltalsperre. Diese dürfte zumindest allen Fernsehzuschauern bestens bekannt sein, ist doch die Insel inmitten der Sperre jahrelang fester Bestandteil des Krombacher-Pils-Werbespots, wenn auch ein zusätzliches Waldstück digital eingefügt werden musste, um während des Überflugs ein stimmiges Bild zu präsentieren.

Die Talsperre befindet sich fünf Kilometer östlich von der namensgebenden Stadt auf dem Gebiet der Gemeinde Reichshof. Peter Franke und Wolfgang Frey teilen in ihrem Buch „Talsperren in der Bundesrepublik Deutschland“ mit, dass die Sperre zwischen 1967 und 1973 errichtet wurde und 31,5 Millionen Kubikmeter Wasser fasst.

Von dem künstlichen See, der sich im Besitz des Aggerverbandes befindet, wird das Wasser für Kierspe zuerst auf den Volmekopf in Meinerzhagen gepumpt, wo es in dem dort befindlichen Hochbehälter zwischengelagert wird. Da der Volmekopf höher als der Bergrücken des Arneys liegt, fließt das Wasser ohne den Einsatz weiterer Pumpen in den Hochbehälter auf Kiersper Stadtgebiet.

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