Schanhollentag mit Live-Schaltungen aus Hülloch

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Rund 30 Meter lang ist mittlerweile der Weg von der Grabungsstelle – wo nach dem Durchbruch zur großen Halle gesucht wird – bis zu den Loren, mit denen der Abraum aus der Höhle geschafft wird.

Kierspe - Die leichte Nervosität ist bei Peter Feltens sowie Wolfgang Hänisch und Björn Wegen von der Speläogruppe Sauerland spürbar. Denn voraussichtlich erst am Freitag werden sie wissen, ob „ihre Deutschland-Premiere“ funktionieren wird: Am Schanhollentag soll es dreimal eine Live-Schaltung ins Hülloch geben.

„Es wird eine Kombination aus Funk und Kabel sein“, erklärt der zweite Vorsitzende Björn Wegen der Speläogruppe, dass die Höhlenforscher einmal auf einer großen Leinwand in einem Zelt zeigen werden, unter welchen Bedingungen und Gegebenheiten sie im Hülloch arbeiten. Dafür bauen sie für den kommenden Samstag, 28. Oktober, ein rund 50 Quadratmeter großes Zelt auf dem Gelände der Sparkassen-Natur-Arena – das heimische Geldinstitut ist Hauptsponsor der Aktivitäten im Hülloch – auf. 

In diesem Zelt soll es nicht nur die geplanten Live-Übertragungen aus der etwa 150 Meter langen Höhle geben – diese sollen um 12, 14 und 16 Uhr stattfinden – , sondern auch musikalische Unterhaltung von der Band „Splendid Faces“, Kaffee, Waffeln, Würstchen und verschiedene Kaltgetränke. Kinder sind ebenfalls am Samstag am Hülloch willkommen. Es können Fledermäuse gebastelt werden und es gibt eine große Krabbelkiste. 

Björn Wegen und Wolfgang Hänisch (von rechts) sowie Peter Feltens (links) stellten Wolfgang Opitz vom Hauptsponsor Sparkasse das Programm für den Schanhollentag vor.

„Vielleicht kann man noch einen Kindergarten ansprechen und einladen“, meinte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Opitz von der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen mit Blick auf die gerade laufenden Herbstferien – Schulklassen werden also eher nicht kommen können. Opitz ließ sich jetzt über den Schanhollentag informieren, bei dem die Höhlenforschung, insbesondere die des Kiersper Hüllochs, im Mittelpunkt steht. 

Es soll gezeigt werden, dass die Arbeit in der Höhle eine wie im Steinbruch oder in der Grube ist, welche die Mitglieder der Speläogruppe im Wesentlichen mit eigenen Mitteln durchführen. Fördergelder gab es lediglich für die Freilegung des Hülloch-Eingangs, der im Oktober 2009 erfolgte. Nach wie vor suchen die Forscher nach dem Durchbruch zur großen Halle, die laut Aufzeichnungen aus dem Jahr 1840 etwa 100 mal 30 Meter groß sein soll. 

„Wenn wir die Halle finden, werden Biologen und Archäologen das Hülloch untersuchen können“, sagt Hänisch. Zuvor müsse dann aber erst einmal geklärt werden, ob es Pilze im Hülloch gibt, die ein Betreten nur nach geeigneten Maßnahmen möglich machen. Die Spannung bei den Höhlenforschern steigt natürlich, je näher man glaubt, diesem Durchbruch zu kommen. 

Teilweise sehr eng, schmutzig und nass ist der Weg durch das Kiersper Hülloch.

Allerdings müssen jetzt im Herbst und Winter die Arbeiten im Hülloch ruhen. Denn die Höhle, die zwischen 10 und 15 Meter tief (vom Eingang aus gesehen) ist, „säuft“ zweimal im Jahr komplett ab. Aber auch in der anderen Zeit behindert das Wasser in der Höhle die Arbeiten. Die Forscher sind mit Tauchanzügen ausgerüstet, zudem kommt eine Pumpe zum Einsatz, sodass der Abraum den derzeit etwa 30 Meter langen Weg bis zur Lore gebracht werden kann. 

Unter diesen Bedingungen ist natürlich klar, dass Führungen im Hülloch nicht möglich und auch nicht erlaubt sind. Daher möchte man den Besuchern des Schanhollentags mit der Live-Übertragung zeigen, wie es im Hülloch aussieht und was dort passiert. Sollte die Technik diese Übrtragung verhindern, kann die Speläogruppe einen Film zeigen, der mit einer Helmkamera gemacht wurde.

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