Kirchentour des Stadtmarketingvereins Kierspe am Sonntag

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Die Kirche von St. Josef ist ein junger Sakralbau, dennoch steht er unter Denkmalschutz und ist Bestandteil der Tour.

Kierspe - Drei Gotteshäuser an einem Tag – das Jubiläum „500 Jahre Reformation“ haben die Verantwortlichen des Stadtmarketingvereins Kierspe zum Anlass genommen, eine spezielle Stadtrundfahrt anzubieten.

Besucht werden sollen dabei drei unter Denkmalschutz stehende Kirchen; zwei in Kierspe und eine in Rönsahl. Stattfinden soll die Kirchentour bereits am kommenden Sonntag, 17. September. Geführt werden die Teilnehmer dabei vom ehemaligen Ortsheimatpfleger Hans-Ludwig Knau, der zu jedem der drei Sakralbauten eine eigene Geschichte erzählen kann. 

Das Dorf Kierspe und seine Margarethenkirche bilden eine Einheit, erklärt der Heimatkundler. „Der Häuserring um die Kirche verdeutlicht noch heute, dass sie für die Bewohner von Kierspe sowohl im Dorf, als auch im Kirchspiel im Mittelpunkt stand und eine enorme Wichtigkeit hatte. Hier erlebte man die Taufe, hier wurde geheiratet und hier wurde man beerdigt.“ Der Name erinnere an die heilige Margarethe, eine der 14 Schutzheiligen, die Kirchenpatronin war. 

„Das genaue Alter von Dorf und Kirche in Kierspe ist unbekannt. Die älteste gesicherte Erwähnung stammt aus dem Jahr 1147 in einer von Papst Eugen III ausgestellten Urkunde, in welcher der Abtei Deutz ihre Besitztümer unter namentlicher Aufzählung bestätigt werden“, erklärt Knau, der weitere Details, etwa zu den beiden Neubauten der Kirche im 14. und 19. Jahrhundert, während der Tour erzählen möchte. 

Ausgezeichneter Erbauer

Zu der St.-Josef-Kirche weiß der Stadtführer ebenso viel zu erzählen. Knau: „Obwohl erst 1961 erbaut, ist die katholische Kirche ein besonderes Kleinod unserer Stadt. Ihr Architekt Gottfried Böhm wurde als einziger Deutsche mit dem Pritzker-Preis, sozusagen dem Nobelpreis für Architektur, ausgezeichnet.“

Dass es sich bei dem Bauwerk um eine „besondere Kirche“ handelt, zeige, dass sie trotz ihres jungen Alters in die Denkmalliste der Stadt Kierspe aufgenommen wurde; so auch die anderen beiden Bauwerke. Welchen Reiz die Kirche ausmacht, das sehe der Betrachter bereits auf den ersten Blick, so Knau. Zwar wolle er nicht zu viel verraten, aber der „Beton, das Glas, das Licht und die christliche Symbolik, die an dem Gebäude zu einem wunderbaren Kunstwerk verschmelzen, seien mehrere Blicke wert. „Diese Form und Schönheit ist in unserer kleinen Stadt so nicht zu erwarten“, sagt Knau. 

Wie Rönsahl zu Kierspe, so gehört auch die Servatius-Kirche in eine Kirchentour. Wie in Kierspe-Dorf, so sei auch in Rönsahl die Kirche der Mittelpunkt des Dorfes, erklärt der Geschichts-Experte. „Sie ist dem heiligen Servatius gewidmet, der 384 nach Christus starb. Von dem alten Kirchengebäude ist heute nur noch der massive Turm mit der barockisierenden Haube zu sehen. Das Kirchenhaus wurde 1768 als chorloser rechteckiger Saalbau nach einem Brand neu errichtet.“ Besonders zu erwähnen sei die erst kürzlich erfolgte Restaurierung der historischen Pfeifenorgel. Welche Bedeutung die Kirche gerade unter dem Zeichen des Reformationsjubiläums hat, dass wolle Knau ebenfalls erst während der Tour verraten. 

Bauwerke und ihre Geschichten 

„Die Kirchenführung zu diesen drei Kirchen ist gedacht für alle Kiersper Bürger, die sich für diese Bauwerke und ihre Geschichte interessieren. Kirchen sind gebaute Glaubenszeugnisse und bedürfen der Interpretation als Relikte unterschiedlicher Glaubensaussagen. Sie sind daher besonders wichtig für die Geschichte unserer Stadt“, so der Heimatkundler.

Die Tour beginnt am Sonntag um 14 Uhr am Rathaus und dauert rund drei Stunden. Die Kosten betragen, wie auch bei den anderen Stadtrundfahrten 7,50 Euro pro Person und Kinder bis 12 Jahre fahren kostenlos mit. Aktuell sind noch einige Plätze frei. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es beim Stadtmarketingverein unter der Rufnummer 0 23 59/66 11 

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