Stadt stellt sich dem demografischen Wandel

Der demografische Wandel beschäftigt die Kommune, die aus dem Grund einen Runden Tisch zum Thema Mitte März plant. Die Moderation hat dabei die Bertelsmannstiftung, von der auch die alarmierenden Zahlen für die Bevölkerungsentwicklung stammen.

KIERSPE ▪  Konkrete Maßnahmen gegen den demografischen Wandel:  Darum geht es bei der Veransstaltung am 13. März, um 17 Uhr im Ratssaal.  Einladungen sollen in Kürze ausgegeben werden, kündigte jetzt Sozialamtsleiterin Rita Kattwinkel an.

Die Politik begrüßt die geplante Auftaktveranstaltung zum demografischen Wandel unter der Moderation der Bertelsmannstiftung. Denn dieses Thema stellt eine der größten Herausforderungen der heutigen Zeit dar. Beteiligt sein werden neben der Verwaltung die Politik mit allen Fraktionen, insbesondere auch der Vorsitzenden der mit dem Thema befassten Fachausschüsse und des Seniorenbeirates, die Seniorenbeauftragte, die Volkshochschule, die sich schon sehr intensiv mit dem Thema befasst hat, die Kirchen und andere. „Der Prozess ist ergebnisoffen. Es sollen Handlungsfelder benannt und vielleicht auch bereits erste Schwerpunkte für Kierspe erarbeitet werden. Ziel ist die Beratung der weiteren Vorgehensweise“, erläutert Kattwinkel, die der aus ihrer Sicht wichtigen Veranstaltung schon ganz gespannt entgegenblickt.

Der demografische Wandel beschäftigt zunehmend Land, Kreis und Kommunen, auch Kierspe. Um den gesellschaftlichen Veränderungen zu begegnen, hatte die SPD bereits vor gut einem Jahr die Bildung eines Gremiums beantragt, das sich mit diesem Thema beschäftigt. Außerdem ist Kierspe noch an einer Studie der Universität Siegen beteiligt gewesen, die inzwischen abgeschlossen ist.

In der Prognose des Demografieberichtes der Bertelsmannstiftung geht diese davon aus, dass die Bevölkerung von 2009 bis 2030 in der Volmestadt um rund 16,9 Prozent abnehmen wird, so dass dann nur noch knapp 15.000 Menschen hier leben werden.

Dabei wird sich parallel die Altersstruktur genauso dramatisch verändern: Das Durchschnittsalter lag zum Erhebungszeitpunkt bei 41,9 Jahren, 2030 sollen es 46,4 Jahre sein. Der Anteil der unter 18-Jährigen lag bei 19,7 Prozent und soll dann 17,1 Prozent betragen. Umgekehrt steigt der Anteil der 65- bis 79-Jährigen von 13,9 auf 20,4 Prozent und der Anteil der über 80-Jährigen von 4,6 Prozent auf 7,7 Prozent.

Dabei macht die Studie deutlich, dass der Rückgang der Bevölkerung zu rund 75 Prozent aus Wanderungen resultiert, also Wegzügen aus Kierspe. Faktoren können unter anderem die Wohn-, Arbeits- und Freizeitmöglichkeiten in der Kommune sein. Die Alterswanderung wird mit einem Rückgang von 7,6 Prozent angegeben, die Bildungswanderung sogar mit einem Rückgang von 27,4 Prozent und die Familienwanderung von 8,4 Prozent.

Untersucht wurde auch die soziale Lage und Einkommenssituation als Indikator für die Situation in Kierspe: So liegt der Anteil der Einpersonenhaushalte bei 32,5 Prozent, der der Haushalte mit Kindern bei 38,8 Prozent und der der Ausländerhaushalte bei 9,7 Prozent. Die durchschnittliche Kaufkraft wurde mit 46 067,90 Euro ermittelt. Ein geringes Einkommen erzielen 11,2 Prozent der Haushalte, ein hohes 19,7 Prozent. Die Kinderarmut wird mit 15 Prozent ausgewiesen, wobei diese unter den Kindern ausländischer Herkunft mit 35,1 Prozent besonders hoch ist. Die Jugendarmut liegt bei 2,2 Prozent und die Altersarmut bei 2,2 Prozent. Die Hartz IV-Empfängerquote lag zum Erhebungszeitpunkt bei 9,5 Prozent.

Zum Thema Integration wird von der Bertelsmannstiftung auf einen Bevölkerungsanteil von 1909 Ausländern (11,1 Prozent) hingewiesen sowie bei Kindern mit Migrationshintergrund in Tageseinrichtungen von 40,4 Prozent und bei ausländischen Schulabgängern ohne Abschluss von 11,1 Prozent. Unter den Hartz IV-Empfängern befinden sich 14,7 Prozent Ausländer. Im Ergebnis bedeutet das, dass die Menschen älter und vielfältiger werden.

Rolf Haase

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