Runder Tisch sucht männliche Paten

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Karin Schmid-Essing und Heinz-Georg Ackermeier führten durch den Abend.

KIERSPE - Karin Schmid-Essing war überwältigt, als sie feststellen konnte, dass auch zum zweiten Runden Tisch in Sachen Flüchtlinge mehr als 40 Kiersper gekommen waren, um die Situation der Neubürger zu verbessern. „Wir haben seit unserem Treffen am 9. Dezember viel geschafft", sagte die engagierte Kiersperin.

Von Johannes Becker

"Es konnte eine große Wohnung für neun junge Männer eingerichtet werden, wir haben ein Lager bezogen, vieles an der Situation der Menschen am Herlinghauser Weg verbessert und stehen in einem guten Austausch mit der Stadtverwaltung. Doch auch in den kommenden Monaten wird noch viel Arbeit auf uns zukommen“, erklärte Schmid-Essing.

Die Anwesenden unterbreiteten eine große Anzahl an Vorschlägen, mit denen die Flüchtlinge Beschäftigung finden und gegen die große Langeweile vorgehen können, denn die Aufnahme von Arbeit bleibt ihnen verwehrt und der Besuch von Integrationskursen erst möglich, wenn ihr Status geklärt ist. Eine Teilnehmerin des Runden Tisches schlug vor, Schwimmunterricht anzubieten. Es soll Freizeitangebote im Bürgerzentrum Hand in Hand geben, in der Einrichtung sollen auch Beschäftigungsmöglichkeiten gesucht werden.

Eine Besucherin schlug vor, im Gemeindehaus Vollme eine wöchentliche Teestube einzurichten, vorausgesetzt, die Gemeinde erklärt sich damit einverstanden. Im Awo-Seniorenzentrum könnten zwei oder drei der jungen Männer ein Praktikum absolvieren. „Wir würden sie auch gerne bezahlen, dürfen es aber nicht“, erklärte Friedhelm Werner, der Vorsitze der Kiersper Arbeiterwohlfahrt. Eine Kiersper Firma hat ebenfalls „Praktikumstellen“ angeboten, um einem Teil der Flüchtlinge sinnvolle Beschäftigung zu bieten. Darüber hinaus will man noch einmal bei den Sportvereinen, dem DRK und der Feuerwehr nachfragen, ob auch dort etwas angeboten werden kann. Carsten Möller schlug vor, dass die jungen Männer ab Mai das Sportabzeichen ablegen könnten. Außerdem will er sich dafür einsetzen, dass sie bei der Abnahme der Abzeichen behilflich sein könnten. Um all diese Aufgaben sinnvoll zu koordinieren, hat sich eine Gruppe gebildet, die sich darum kümmern will.

Möglichst schnell soll nun auch eine zweite Gruppe die Begrüßungsbriefe fertig stellen, damit diese übersetzt und den Flüchtlingen bei ihrem ersten Kontakt mit der Verwaltung ausgehändigt werden können. Darin sollen sie dann einfache praktische Hinweise zum Leben in der Volmestadt bekommen, aber auch Tipps, wie mit behördlichen Schreiben umzugehen sei. So habe es in der Vergangenheit Schwarzfahrer aus Unwissenheit gegeben und einige Bewohner der Unterkünfte hätten bereits Post mit hohen Forderungen der GEZ-Nachfolgeorganisation bekommen, obwohl sie keinen Fernseher besitzen würden.

Gesucht werden nach wie vor Kiersper, die den Neuankömmlingen Deutschunterricht erteilen oder ihnen als Paten zur Verfügung stehen. Bei den „Lehrern“ haben sich schon einige gemeldet. Diese werden am Freitag, 16. Januar, ab 14 Uhr in dem Seminarraum der VHS auf ihre Arbeit vorbereitet. Dort werden ihnen auch Materialien und Methoden vorgestellt. „Zu diesem Termin können aber gerne noch weitere dazukommen, ganz ohne Anmeldung“, so Schmid-Essing. Auch bei den „Paten“ besteht noch Bedarf. Vor allem Männer, die sich um die jungen Gäste kümmern, werden gesucht. Einer von ihnen, Ronny Singer, wird deren Koordinierung übernehmen. „Jetzt wird es Zeit, dass es losgeht. Ich freue mich auf die Aufgabe und warte seit dem ersten Treffen des Runden Tisches darauf, meinen Beitrag leisten zu können“, fasste dieser die Stimmung vieler bei der Zusammenkunft im Bürgerzentrum zusammen.

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