Demografischer Wandel nicht nur Horrorvorstellung

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In Workshop-Form gehalten war die gestrige Auftaktveranstaltung „Demografischer Wandel in Kierspe“. ▪

KIERSPE ▪ Fünf zentrale Handlungsfelder wählten die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung des Prozesses zur Entwicklung von Maßnahmen im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel aus, um sich intensiver mit ihnen auseinanderzusetzen.

Eigentlich hatte die Moderatorin des gestrigen Abends im Rathaus, Stefanie Hensel von der Bertelsmann-Stiftung, die Zahl mehr reduzieren wollen, jedoch war das Interesse zu groß an allen fünf Themen.

So beschäftigten sich die rund 25 Akteure aus den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen mit Familie, Stadtumbau, Ehrenamt, Gesundheit und Pflege sowie Wirtschaft und Arbeit. Gearbeitet wurde in Workshop-Form, mal im Plenum, mal in Gruppen. Ziele waren es, zunächst einmal zu einer Wissenserweiterung über den demografischen Wandel zu kommen und mögliche Handlungsfelder zu benennen sowie dann natürlich auch einen Maßnahmenplan konkret für Kierspe zu skizzieren.

Eingangs umriss Bertelsmann-Projektmanager Wolfgang Wähnke den Komplex und sagte erst einmal, dass man den demografischen Wandel auch anders als nur als eine Horrorvorstellung sehen könne. Die Zukunft sei gestaltbar. Zugrunde lägen soziale und demografische Trends wie sinkende Geburtenzahlen und weniger junge Menschen. Die Bevölkerung verringere sich und werde zudem insgesamt älter. 2030 werde in Kierspe so die Zahl der über 80-Jährigen 40 Prozent übersteigen, im Märkischen Kreis seien es dann sogar mehr als 50 Prozent. Hinzu kämen noch Wanderungsbewegungen zwischen den Staaten und auch innerhalb Deutschlands sowie die Auswirkungen individueller Lebenswelten und mehr Singles. Das veranschaulichte er anhand statistischer Zahlen, Kurven und Diagrammen. Auffällig sei, dass es in Kierspe bei den Bildungswanderungen über fast das gesamte Altersspektrum nur Wegzüge gebe, merkte Wähnke hier an.

Nun solle die jetzt gestartete Demografieoffensive für mehr Lebensqualität in Kierspe sorgen, dadurch könnten qualifizierte Arbeitskräfte in die Stadt gelockt werden, der Bevölkerungsrückgang würde gestoppt und steigende Einnahmen für die Kommune generiert. Als wesentliche Voraussetzung für einen Erfolg nannte der Experte eine strategische Vorgehensweise, die fundierte Erstellung der Datenbasis und die Sensibilisierung von Politik, Akteuren und gesamter Bevölkerung, um so Handlungsdruck zu erzeugen. Wichtig sei zudem ein parteiübergreifender Konsens und natürlich die Einbeziehung der Senioren. Bürgermeister Frank Emde ergriff auch das Wort, um vor allem die Situation vor Ort zu beschreiben. Dann ging es an die Arbeit.

Rolf Haase

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