Party mit Blonduelle, Tanzmariechen und Hofstaat

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Nach eher verhaltenem Programmauftakt konnten die Narren später doch noch punkten und trafen dann den Geschmack des erwartungsvollen Publikums.

Rönsahl - „ Dat Hätz von dr Welt, ja dat is Kölle“ – und manchmal vielleicht eben doch auch Rönsahl. So mag das mancher am Samstagabend beim Karneval im Grenzdorf empfunden haben.

Von Rainer Crummenerl

Denn: „Met dem Kölsche Pass mät dat Lewwe Spass“ Auch das mag sein, vor allem sicher aber in närrischen Zeiten, wenn der Stimmungspegel unaufhörlich steigt, je mehr sich die „fünfte Jahreszeit“ ihrem Höhepunkt nähert.

Zwar war der „Kölsche Pass“ nicht unbedingt Voraussetzung für ausgelassene Stimmung, wie sie nun schon seit Jahren Trumpf ist, wenn die Narren auch in Rönsahl los sind. Allerdings wirkte sich die räumliche Nähe zum benachbarten Rheinischen und den dortigen karnevalistischen Hochburgen zweifelsohne abermals als belebendes Element aus. Am Samstagabend stieg wieder die beliebte Karnevalsparty, arrangiert und initiiert von einer engagierten Schar von Aktiven aus der Dorfgemeinschaft.

Erstmals fand das Ganze nicht, wie in den Jahren zuvor, im evangelischen Gemeindehaus, sondern stattdessen im Rönsahler „Multi-Kulti-Tempel“, der Historischen Brennerei statt. Und trotz des vor allem nach Ansicht der überwiegend jugendlichen Karnevalsjecken anfangs etwas zähflüssig daher kommenden „offiziellen“ Programms, ließen sich die rund 150 Partygäste nicht lange bitten.

So plauderte Ortsbürgermeister Holger Scheel, als umsichtiger und weit gereister „Dorfreporter“ unterwegs, aus dem sprichwörtlichen Nähkästchen und gab so dies und jenes, was sich „zwischen Ohl und Amsterdam“ abgespielt haben könnte, zum Besten.

Den Tücken der Technik (zeitweise fiel das Mikro aus ) mehr noch aber der Tatsache, dass – wohl infolge nur bedingt zum Anlass passender Liedauswahl – der notwendige „Draht“ zum Publikum nicht gelingen wollte, fiel der gut gemeinte Beitrag des „Duos Denkmalschutzes“ zum Opfer. Und auch die auf karnevalistischem Parkett durchaus nicht unerfahrene Maria Peveling (Gesang) stand anschließend weitgehend auf verlorenem Posten.

Da traf dann „Blonduelle“ (alias Beate Theunissen aus Wipperfürth), nach eigenem Bekunden „die blondeste Versuchung, seit es Erbsen in der Dose gibt“, im knallbunten Outfit und mit mancherlei schlagfertigen Spitzfindigkeiten, schon eher den Nerv der Feiergesellschaft und sorgte zusätzlich für das Ansteigen des Stimmungsbarometers.

Den Höhepunkt bildeten Einmarsch und anschließender Auftritt des kompletten Elferrates des Wipperfürther Karnevalsvereins „Narrenzunft Neye“, der sich nebst Tanzcorps, Hofstaat und natürlich dem närrischen Dreigestirn der Session, Prinz Klaus II, Bauer Winfried und Jungfrau „Helmi“ die Ehre gab. Die Botschafter rheinischen Frohsinns heizten die ohnehin gute Stimmung weiter an und trugen – wie auch die vielen ehrenamtlich tätigen dienstbaren Geister hinter Tisch und Tresen – dazu bei, dass viele Stunden lang ausgelassen gefeiert wurde.

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