Eine Reise zu den Anfängen der Jazzmusik

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Skiffle, das europäischen Gegenstück zum amerikanischen Dixieland, spielten Rüdiger Imhof and the Kidkopp Ramblers in der Historischen Brennerei in Rönsahl. ▪

KIERSPE ▪ Es war eine Zeitreise zu den Ursprüngen des Jazz, die die Besucher Sonntagmorgen in der Historischen Brennerei in Rönsahl auf Einladung des Vereins für Kultur und Kommunikation (KuK) unternahmen. Die Tour begann in den Jahren nach 1066 mit überlieferten Volksliedern und Balladen.

Rüdiger Imhof und die Kidkopp Ramblers mit Peter Weber am Teekistenbass, Franz Weber an der Gitarre und Klaus Past am Waschbrett waren mit den für diese Musik wichtigsten Instrumenten angereist.

Es waren größtenteils funktionale, arbeitsbegleitende Lieder, die nun zu Gehör kamen. Mal spielte die Gruppe „Ham and eggs“, ein Lied, welches die Arbeiter sangen, um ihren Hunger zu überwinden oder „Take this hammer“, das Lied eines Eisenbahnarbeiters, der Brot aus Mais und Melasse nicht mehr sehen konnte und daher sein Arbeitsgerät zurückgab. Die Lieder nahmen die Zuhörer nicht nur auf eine Zeitreise mit, ebenso reisten sie mit ihnen um die Welt. So begann die Tour in Amerika mit dem schon genannten Song „Ham and eggs“, führte auf den alten Kontinent nach Schottland, aus dem das Lied „The three ravens“ kam, ein Song über einen toten Ritter und drei Raben, die überlegten, was sie nun zum Frühstück bekommen. Kaum hatten Rüdiger Imhof und die Kidkopp Ramblers die Reise nach Schottland glücklich hinter sich gebracht, ging es von Schottland nach Amerika zurück.

„Was Jazz und Skiffle miteinander verbindet, ist bei dem folgenden Song ,Icecream’ zu hören“, versprach er und spielte diesen im Stil des amerikanischen Dixieland und seinem europäischen Gegenstück, dem Skiffle. Was nun folgte, das bezeichnen die Kidkopp Ramblers als Rüdiger Imhofs Hymne: Das Lied „Whiskey in the jar“. Natürlich handelte der Song von dem Lieblingsingsgetränk „echter Männer“ und von dem, was es aus diesen macht, wenn sie dem „Lebenswasser“ zu sehr zusprechen.

Informativ waren die erläuternden Kommentare von Rüdiger Imhof zu den einzelnen Liedern aber auch zu dieser Musikgattung. Den wenigsten Zuhörern war Sonntagmorgen bewusst, dass sogar die Beatles, die Rolling Stones, Elton John und weitere bekannte Musiker mit Skiffle oder in Skiffle-Bands ihre Karriere begonnen hatten. Skiffle ist eine ursprüngliche Musik, schon zu erkennen an ihren Instrumenten. Es sind vielfach Alltagsgegenstände, die zum Klingen gebracht wurden. Das Waschbrett gab es damals in vielen Haushalten. Der Teekistenbass wurde aus einer Teekiste, einem Besenstil und einem Gummiband gebaut. Sogar Eimern und Gießkannen wurden und werden bei dieser Musik Töne entlockt. Der Klang dieses Jazz ist natürlich gewöhnungsbedürftig. Eine Erfahrung, die auch so mancher Besucher des Konzertes am Sonntagmorgen machte. ▪ GeG

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