Rücktritt als Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes

+
Peter Schrade, hier im Kreise des CDU-Vorstandes, kündigte bei der Jahreshauptversamnmlung des Stadtverbandes am Donnerstagabend seinen Rücktritt als Vorsitzender an.

KIERSPE ▪ Fast alle anwesenden Christdemokraten reagierten sehr betroffen: Nachdem Peter Schrade in der vergangenen Woche bereits sein Ratsmandat niedergelegt hatte, kündigte er bei der Jahreshauptversammlung des CDU-Stadtverbandes am Donnerstagabend im Hotel Unter den Linden an, auch sein Amt als Vorsitzender zur Verfügung zu stellen.

Das sei nur konsequent, meinte er und erklärte nochmals, dass berufliche Gründe maßgebend seien. Er betonte ausdrücklich, dass ihm diese Entscheidung schwer gefallen sei und er sie ganz kurzfristig getroffen habe.

Zwar muss zur Wahl eines neuen Vorsitzenden erst eine neue Mitgliederversammlung einberufen werden, das war außerhalb der Tagesordnung am Donnerstag so einfach nicht möglich, doch brachte Schrade trotzdem gleich bereits einen Kandidaten als möglichen Nachfolger ins Gespräch: Der scheidende CDU-Vorsitzender schlug Holger Scheel vor, den er als bestens geeignet darstellte. Er informierte kurz, dass dieser auch wegen seiner beruflichen Tätigkeit als Lehrer sowie seinem langjährigem ehrenamtlichen Engagement als Presbyter in Rönsahl und Organist viele Bürger kennt und aus dem Grund prädestiniert für die Aufgabe sei. „Ich kann mir gut vorstellen, dass er gemeinsam mit Herbert Aschenbrenner als amtierenden stellvertretenden Vorsitzenden mit guter Außenwirkung auch als integratives Team innerhalb der CDU wirken kann“, so Schrade.

Peter Schrade wurde von mehreren Seiten aufgefordert, sich doch nochmals zu überlegen, ob er sich mit etwas mehr Unterstützung nicht vorstellen könne weiterzumachen Aber Horst Becker betonte dann: „Es ist ein harter Schlag für die CDU, der uns hier trifft. Doch Peter Schrades Entscheidung ist souverän und muss akzeptiert werden.“ Er dankte dem scheidenden Vorsitzenden für seine gute Arbeit und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass dieser schon in zwei, drei oder vier Jahren wieder zurückkehre und sich vielleicht bei der Kommunalwahl 2014 in seinem Stimmbezirk wieder um ein Mandat bewerbe.

Zuvor hatte Schrade seinen Bericht als Vorsitzender erstattet und ging da eingangs darauf ein, dass die CDU bei der Landtagswahl das schlechteste Wahlergebnis seit jeher erreichte habe. „Leider ist es uns schon zum zweiten mal nicht gelungen, die Bürger zu erreichen“, lautete sein Fazit. Den Haushalt zu sanieren und die Kosten zu senken sei ein wichtiges Ziel, aber den Bürger im Wahlkampf anscheinend schwer zu vermitteln, denn Sparprogramme bedeuteten zunächst nichts Gutes. Die Menschen, so Schrade weiter, wollten einfache, verständliche Erklärungen.

„Die SPD hat Nähe gezeigt und deutlich gemacht, dass sie bei den Bürgern steht“, so der scheidende Vorsitzende. „Die CDU hat es nicht geschafft, kurzfristig auf das Thema Neuwahlen zu reagieren, war nicht vorbereitet und hatte mit Norbert Röttgen einen Spitzenkandidaten, der nicht uneingeschränkt für NRW stand“, so Schrade weiter in seiner Wahlnachlese.

Die politische Situation bereite ihm zwar noch nicht unbedingt Angst, aber doch Bedenken. So seien die Piraten Ausdruck davon, dass die Menschen sich von der Politik nicht mehr verstanden und vertreten sehen. Er forderte hier Änderungen. Die Politik müsse mehr mit der Zeit gehen. „Wir als CDU leisten eine gute Politik. Wir haben einen guten Fraktionsvorsitzenden, einen engagierten Ortsbürgermeister und eine gute stellvertretende Bürgermeisterin. Aber es fehlt uns an jungen Leuten“, betonte er und verwies auf die Facebook-Party von Horst Seehofer in Bayern. So etwas könne vielleicht ein Anfang sein.

Kassierer Josef Peveling stellte den Bericht zur finanziellen Situation des Stadtverbandes vor, die sich insgesamt geordnet und solide darstellte. Kassenprüfer Karl-Heinz Hecker, der mit Cesar Filip die Kasse begutachtet hatte, bestätigte dies, forderte aber dazu auf, etwas an der Mitgliederwerbung zu tun, um mehr Rücklagen zu bekommen auch für Wahlkämpfe wie den gerade zurückliegenden, die immer negativ zu Buche schlagen würden. Der Kassierer und der gesamte Vorstand wurden auf seinen Antrag hin von der Versammlung entlastet. Gerdt Rubel wurde zum neuen Kassenprüfer anstelle von Hecker bestimmt.

Dann wurde noch darüber informiert, dass Siegfried Treitz seit 50 Jahren Mitglied ist und daher in Kürze von der Bürgermeisterin Marie-Luise Linde Besuch bekommt, um ihm die entsprechende Urkunde und die goldene Nadel zu überreichen.

Als Delegierte für die Kreisparteitage der CDU wurden dann von den Mitgliedern noch Horst Becker, Herbert Aschenbrenner, Holger Scheel und Kerstin Rothstein sowie als Ersatzdelegierte Marie-Luise Linde, Ralf Erlhöfer, Peter Schrade und Markus Pempe gewählt. ▪ Rolf Haase

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare