Zusammenschluss von Bürgern

Rückblick auf 50 Jahre UWG: Von Anfang an eine Erfolgsgeschichte

+
Im Jahre 1969 gründete sich in Kierspe die Unabhängige Wählergemeinschaft. Die Meinerzhagener Zeitung berichtete seinerzeit ausführlich darüber.

Kierspe - „Die UWG ist keine Partei, sondern ein Zusammenschluss von Bürgern, die unabhängig von parteipolitischen Einflüssen für alle arbeiten will.“

Dies war vor einem halben Jahrhundert einer der wesentlichen Gründe, warum sich am 27. Januar 1969 insgesamt 27 Kiersper trafen, um nach dem Vorbild von Conny Mühlen und seiner UWG in Schalksmühle auch in Kierspe eine Unabhängige Wählergemeinschaft ins Leben zu rufen. Und die Grundsätze von damals, so betont Clemens Wieland, Vorsitzender der UWG, gelten auch heute noch.

Dabei war die UWG Kierspe von Anfang an eine Erfolgsgeschichte. „Nicht so, wie die in Schalksmühle“, schränkt Gründungsmitglied Hartmut Gelhausen ein, doch schon bei der ersten Kommunalwahl konnten die Unabhängigen auf Anhieb in den 14 Wahlbezirken zwei Direktmandate (Fritz Cramer und Karl Kemper) gewinnen, verfügten über sechs Sitze im Kiersper Rat und waren damit drittstärkste politische Kraft.

Blicken auf 50 Jahre UWG zurück: Felix Goseberg, Clemens Wieland und Gründungsmitglied Hartmut Gelhausen.

„Und es waren keine Revoluzzer, sondern alteingesessene Kierspe“, betonen Gelhausen und Wieland. Dies alles geschah vor dem Hintergrund, dass Kierspe die Stadtrechte erhielt, Rönsahl seine Unabhängigkeit verlor, die Gesamtschule ihren Betrieb aufnahm und es große Debatten um Gebietsreformen gab. Auch bei den folgenden Kommunalwahlen änderte sich nicht viel: Die Kiersper UWG erhielt stets zwischen 12 und 23 Prozent der Wählerstimmen, hat sich längst etabliert und im Laufe der Zeit auch immer wieder Nachwuchs gefunden.

Beweggrund dafür war und ist: Wenn man mit manchen Dingen nicht zufrieden ist, man mitmischen will und dies ohne parteipolitischen Einfluss von oben, dann schließt man sich der UWG an. „Hier kann man etwas bewegen“, weiß auch Felix Goseberg, der zu den jüngeren Unabhängigen zählt und dem das Geschehen in Kierspe wichtiger war als die große Politik in Land und Bund. Schließlich gilt bei der UWG das Motto „Lokal – Kreativ – Anders“. Politik wird nur vor Ort, höchsten im Märkischen Kreis gemacht.

Dies galt für Paul Reppel, den ersten Vorsitzenden der UWG ebenso wie für seine Nachfolger Heinz Schepelmann, Friedrich-Wilhelm Hütz und Clemens Wieland. Beim Rückblick auf die 50-jährige Geschichte der UWG Kierspe wird zur Sprache kommen, dass die Unabhängigen die ersten waren, die eine Bürgersprechstunde einführten, basisdemokratisch Besucher der offenen Fraktionssitzungen sofort einbanden, stets offene Diskussionen führten – aber auch den Frühjahrsputz in Kierspe einführten, dafür sorgten, dass Ausschusssitzungen nicht nur im Rathaus stattfanden, sondern es „raus zu den Bürgern“ ging.

Ebenso schreibt es sich die UWG auf ihre Fahne, dass die Bürgermeister nicht stets ein Parteibuch der stärksten Fraktionen haben – Frank Emde ist ebenso parteilos wie Kandidat Olaf Stelse. „Wir brauchen auch keine Jugendorganisation“, macht die UWG deutlich, dass sie jeden sofort aufnehmen – wobei sie in Kierspe nach wie vor ein Potenzial für ihre Politik und ihre Anliegen zwischen 12 und 23 Prozent sehen.

Letztlich können Clemens Wieland und Felix Goseberg aber auch festhalten, dass sich die Zusammenarbeit im Rat und den Ausschüssen elementar verbessert hat. „Die Sachlichkeit ist eingekehrt!“ Ein Blick in die Zukunft: 13 der 17 Kiersper Bezirke für die Kommunalwahl 2020 sind bereits besetzt – was der UWG noch fehlt, sind mehr Frauen.

Bürgerfest der UWG

Mit einem Bürgerfest feiert die UWG ihr 50-jähriges Bestehen. Dies geschieht im Rahmen einer Jubiläumsfeier am Sonntag, 3. November, ab 14 Uhr. Das Bürgerfest mit Musik und Wortbeiträgen findet im Mensabereich der Gesamtschule statt. Die Jazzcombo „Sixx4Jazz“ und der Pestalozzi-Schulchor gestalten den musikalischen Part. Hans-Ludwig Knau spannt einen politischen Bogen über 50 Jahre und Thomas Block gibt Unterhaltsames zum Besten. Es wird um eine Anmeldung per E-Mail an clemens.wieland.kierspe@t-online gebeten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare