Ein romantischer Garten am Rand des Stadtgebietes

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Susanne und Martin Gebhardt haben 2004 mit der Umgestaltung ihres Gartens begonnen und daraus ein wahres Kleinod gemacht. ▪

KIERSPE ▪ In Kierspe laufen die Vorbereitungen für die Offene Gartenpforte 2012 auf Hochtouren. Die Teilnehmer bringen ihre Gärten für die Besucher in Bestform.

Sie greifen zu Hacke, Schüppe und Schere, um alles herzurichten. Bei Trockenheit muss intensiv gegossen werden. Susanne und Martin Gebhardt fangen dazu Regenwasser auf und wässern am liebsten manuell mit der Gießkanne. „Denn das schont die Pflanzen und spart Wasser“, wie die beiden aufmerksam machen, die jetzt als einzige Teilnehmer aus Kierspe an der Offenen Gartenpforte 2012 teilnehmen.

Insgesamt öffnen 15 Gärten in den Städten Schwelm, Gevelsberg, Ennepetal, Breckerfeld, Hagen, Sprockhövel, Halver und eben Kierspe an bis zu drei Terminen in diesem Jahr ihre Türen für Interessierte. Los geht es am morgigen Samstag, 2. Juni, nächste Termine sind dann die Samstage, 21. Juli und 1. September. Gebhardts, die an der Höherstraße 20 wohnen, sind aber bloß bei den ersten beiden Veranstaltungen dabei. In Halver macht der Garten Winkler, Hechtweg 36, als Beispiel für einen kleinen Sammlergarten (300 Quadratmeter), der im englischen Stil gehalten ist, mit. Geöffnet sind die Gärten morgen von 11 bis 18 Uhr.

Die Offene Gartenpforte bietet eine Gelegenheit für alle Gartenfreunde, einen Blick in private, sonst verschlossene Gärten zu werfen. Dabei können Erfahrungen mit Gleichgesinnten ausgetauscht werden oder es gibt neue Ideen für den eigenen Garten. Natürlich können die Besucher genauso auch einfach nur betrachten und genießen. Die Veranstaltung, zu der in diesem Jahr sogar ein kleiner Flyer mit Kurzbeschreibungen zu allen vertretenen Gärten erschienen ist, wird jetzt im vierten Jahr durchgeführt, wie Susanne und Martin Gebhardt berichten.

Ihr Garten, der eine stattliche Fläche von 1400 Quadratmetern hat, ist ein Beispiel für einen romantischen Garten: Der Weg führt die Besucher durch verschiedene hübsch gestaltete Gartenräume mit Rosen, Clematis und vielen Stauden. Es gibt aber auch alten Baumbewuchs wie einen Birnenbaum, eine Birke oder einen mächtigen und markanten roten Haselnussstrauch. Überall laden teils sogar überdachte Plätze und Lauben mit Bänken, Stühlen und Tischen zum Verweilen ein. Es gibt zahlreiche zum Träumen und Abschalten verführende Winkel, außerdem diverse Wasserflächen vom kleinen Brunnen bis zum großen Teich mit Goldfischen. Zu beobachten ist ein Wechselspiel zwischen naturbelassenen Teilen und sorgfältig gestalteten Anlagen.

Gartendeko in bunter Vielfalt von historischen Arbeitsgerätschaften wie Beilen, Schüppen und einem Pflug über eine alte Munitionskiste, die zum Pflanzgefäß umfunktioniert ist, und eine Nähmaschine bis hin zu Zäunen zur Abgrenzung von Beeten und Torbogen sowie Accessoires wie Vogeltränken, ein Strandkorb oder eine auf dem Teich schwimmende Ente runden das Bild ab und stellen besondere Blickfänge dar.

Gebhardts freuen sich schon auf den Tag und zahlreiche Besucher. Sie stecken seit Tagen in den Vorbereitungen. Schön wäre es natürlich, wenn das Wetter mitspielt. „2004, als wir das Haus der Eltern direkt nebenan verkauft haben, begannen wir mit der Umgestaltung unseres Gartens“, berichten die beiden. 2005 sei so der große Teich angelegt worden, was immer schon ein Traum gewesen sei. Es folgten weitere kleinere Teiche sowie von Steinen eingefasste Beete, die die Rasenflächen gliedern und auflockern.

Dabei legt Susanne Gebhardt viel Wert auf eine farblich abgestimmte Bepflanzung. Natürlich hat sie Lieblingsblumen und nennt da an erster Stelle Lilien, jedoch ebenfalls Clematis, Hecken und Kugeln aus Buchsbaum, Pfingsrosen sowie praktisch sämtliche Gartenstauden. Auch einen Kräutergarten gab es zwischenzeitlich, der dann allerdings später wieder abgeschafft wurde. „Wir haben Wege in Natursteinpflaster angelegt und eine neue Terrasse gebaut. Jetzt möchten wir noch den Hauseingang verändern, von eckig in halbrund“, erzählen zwei Kiersper, was sonst noch auf der Agenda steht.

Ein kleiner Kiesbereich ist inzwischen hinzugekommen und ein Insektenhotel. „Das habe ich selbst konzipiert und errichtet“, merkt Martin Gebhardt an und schildert, dass sich dort in der Nähe des Teiches bereits ganz verschiedene Arten angesiedelt haben. 2011 hat er aus zwei früheren Komposthaufen Hochbeete gemacht und einen Schuppen gebaut, in dem nun die Arbeitsgeräte, aber auch die Fahrräder ihren Platz finden. ▪ Rolf Haase

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